Schüsse in Dresden: Menschen mit Waffe bedroht - kein islamistisches Motiv vermutet

In Dresden kam es zu einem Polizeieinsatz vor einem Supermarkt, weil ein Mann mit einer Waffe auf mehrere Menschen gezielt hat. (Symbolbild)
Katharina Kausche/dpa- Vor einem Dresdner Supermarkt zielte ein 41-Jähriger mit einer Waffe auf Passanten.
- Polizisten stoppten ihn mit Schüssen – der Mann wurde verletzt und versorgt.
- Er feuerte mit einer Art Muskete auf die Beamten und rief einen islamischen Glaubensspruch.
- Die Tatwaffe wurde sichergestellt, ihre Schärfe wird geprüft. Weitere Verletzte gab es nicht.
- Ermittlungen laufen wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz; Motiv ist unklar.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Polizei hat am Mittwochmorgen (15. Juli) einen Mann vor einem Dresdner Supermarkt überwältigt, der mit einer Schusswaffe auf mehrere Menschen gezielt hat. Bei dem Einsatz schossen mehrere Beamte mit ihren Dienstwaffen, um den Mann zu stoppen. Der 41-Jährige wurde dabei schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte.
Der Täter feuerte den Angaben nach seine Waffe, eine Art Muskete, auf die Polizisten ab und rief dabei einen islamischen Glaubensspruch. Er verletzte dabei aber niemanden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht man nach bisherigem Ermittlungsstand von einer schweren psychischen Erkrankung des 41-jährigen Türken aus. Die Hinweise darauf haben sich nach Angaben der Behörde inzwischen verdichtet. Die Behörde beantragte die einstweilige Unterbringung des Mannes in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Dresden erließ inzwischen einen Unterbringungsbefehl gegen den 41-Jährigen.
Angriff in Dresden: kein islamistisches Motiv vermutet
Anhaltspunkte für ein islamistisches Tatmotiv sieht die Staatsanwaltschaft derzeit nicht. Der 41-Jährige könnte den Angaben zufolge wegen seiner vermuteten psychischen Erkrankung bei der Tat zumindest vermindert schuldfähig gewesen sein. Zudem ist er bereits erheblich vorbestraft.
Die Beamten stellten den 41-jährigen Türken vor einem Supermarkt im Stadtteil Friedrichstadt. Nach seiner Festnahme wurde der Mann vor Ort medizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort wird er weiterhin behandelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er derzeit noch nicht vernehmungsfähig. Weitere Verletzte gab es nicht. Die Beamten stellten die Tatwaffe sicher. Ob es sich bei dieser um eine scharfe Waffe handelt, wird untersucht.
Zuerst mit Waffe auf drei Bauarbeiter gezielt
Zeugen hatten den Mann am Mittwochmorgen via Notruf gemeldet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er zunächst an einer Baustelle im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt mit einer Schusswaffe auf drei Bauarbeiter gezielt und dabei Schussgeräusche imitiert haben. Anschließend ging er mit offen getragener Waffe in einen Supermarkt. Sofort habe die Polizeidirektion Dresden Einsatzkräfte geschickt, darunter auch Spezialkräfte für lebensbedrohliche Einsatzlagen, hieß es.
Die alarmierte Polizei umstellte das Gebäude. Als der 41-Jährige den Markt verließ, ging er den Angaben zufolge auf die Knie und rief mehrfach „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“). Dabei richtete er seine Waffe ruckartig auf ein Einsatzteam der Polizei. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft könne nicht ausgeschlossen werden, dass er einen Schuss in Richtung der Beamten abgab. Die Polizei hatte zuvor berichtet, der Mann habe die Waffe auf die Beamten abgefeuert.
Polizisten stoppten den Mann schließlich mit zwei Schüssen. Er wurde dabei schwer verletzt und nach seiner Festnahme in einem Krankenhaus behandelt.
Dem Mann wird ein weiterer Angriff in Dresden vorgeworfen
Gegen den 41-Jährigen wird nun wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung, der Bedrohung und des unerlaubten Führens einer Schusswaffe ermittelt. Auch die Rechtmäßigkeit des Dienstwaffengebrauchs durch die Polizeibeamten wird überprüft.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41-Jährigen zudem eine weitere Tat vor: In der Nacht zum Sonntag soll er im Dresdner Zentrum mit einem Hammer auf einen 23-Jährigen losgegangen sein. Der Mann konnte den Angriff jedoch abwehren und blieb unverletzt.
Der Bereich um den Supermarkt wurde abgesperrt. Es waren mehrere Einsatzwagen vor Ort. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht den Angaben nach nicht mehr.

