VW in Sachsen: Kündigungen und drohende Werksschließungen bei Volkswagen

Produktion bei VW in Sachsen, Zwickau: Die Zahlen stehen schlecht, Kündigungen und Werksschließungen in Sachsen sind im Gespräch. Wie geht es weiter in Zwickau, Chemnitz und Dresden? (Symbolbild)
Hendrik Schmidt/dpaVolkswagen hatte jüngst mitgeteilt, dass im Rahmen des Sparprogramms bei der Kernmarke VW Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen nicht länger ausgeschlossen sind. War die einseitige Festlegung auf die Elektromobilität ein Fehler? Was das für die Werke in Sachsen bedeutet.
VW Werkschließung in Sachsen sei Weckruf für die Bundesregierung
CDU-Chef Friedrich Merz sieht in den verschärften Sparplänen von Volkswagen einen wirtschaftspolitischen Weckruf für die Bundesregierung. „Deutschland ist nicht mehr wettbewerbsfähig genug“, kritisierte er. Es könne sein, dass VW mit einer einseitigen Festlegung auf die Elektromobilität einen Fehler gemacht habe.
Allerdings seien mittlerweile große Teile der deutschen Industrie nicht mehr wettbewerbsfähig, neben der Autoindustrie etwa auch die Chemie und der Maschinenbau, sagte Merz. Dafür seien zuallererst die politischen Rahmenbedingungen verantwortlich.
Volkswagen ist ein „Sanierungsfall“
Volkswagen sei seitens des Vorstandes zum „Sanierungsfall“ erklärt worden, sagte Merz. „Das zeigt jetzt auch dieser Bundesregierung endgültig, wo wir stehen. Das ist keine konjunkturelle Frage des Weltmarktes.“ VW hob außerdem die bisher geltende Beschäftigungssicherung auf, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausschloss.
Aus Sicht des Vorstands müssen die Marken innerhalb der Volkswagen AG umfassend restrukturiert werden, hieß es. „Auch Werkschließungen von fahrzeugproduzierenden und Komponenten-Standorten können in der aktuellen Situation ohne ein schnelles Gegensteuern nicht mehr ausgeschlossen werden.“ Der bisher geplante Stellenabbau durch Altersteilzeit und Abfindungen reiche nicht mehr aus, um die angepeilten Einsparziele zu erreichen.
Dulig: erneute Verkaufsprämie für Elektrofahrzeuge möglich
Auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) signalisierte angesichts der drohenden Werksschließungen Unterstützung für die Standorte in Sachsen. „Die Botschaft aus Wolfsburg hat uns alarmiert und stark getroffen. Der Freistaat steht zu allen sächsischen Standorten und fest an der Seite der Kolleginnen und Kollegen in Zwickau, Chemnitz und Dresden“, sagte er laut Mitteilung. Sachsen unterstütze auch Forderungen, eine Verkaufsprämie für Elektrofahrzeuge wieder einzuführen.
VW: Bisher geplanter Stellenabbau nicht ausreichend
Deutschlandweit beschäftigt Volkswagen rund 120.000 Mitarbeiter. In Sachsens sind es laut Unternehmensangaben rund 11.000 Beschäftigte. Für das Werk in Zwickau wurde Anfang Juli wegen schwacher Nachfrage nach E-Autos bereits ein Stellenabbau angekündigt.


