Unfall auf A9 bei Leipzig
: Reisebus verunglückt – vier Tote und mehr als 30 Verletzte

UPDATE: Nach dem Unfall mit Toten und Verletzten auf der Autobahn A9 bleiben Schock und Trauer. Nun konnten drei der vier Todesopfer identifiziert werden.
Von
dpa
Leipzig
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  • Bei einem Unfall auf der Autobahn A9 bei Leipzig ist ein Reisebus verunglückt. Es gibt Verletzte und Tote. Die Straße wurde wegen der Rettungsarbeiten voll gesperrt.

    Bei einem Unfall auf der Autobahn A9 bei Leipzig ist ein Reisebus verunglückt. Es gibt Verletzte und Tote. Die Straße wurde wegen der Rettungsarbeiten voll gesperrt.

    Jens Büttner/dpa
  • Bei einem Unfall mit einem Reisebus auf der A9 nahe Leipzig sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte die Polizei mit. Zudem gab es bei dem Unfall mehr als 30 Verletzte.

    Bei einem Unfall mit einem Reisebus auf der A9 nahe Leipzig sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte die Polizei mit. Zudem gab es bei dem Unfall mehr als 30 Verletzte.

    Jan Woitas / dpa
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Nach dem schweren Busunglück mit vier Toten und über 30 Verletzten auf der Autobahn 9 bei Leipzig konnten drei Todesopfer identifiziert werden. Demnach starben bei dem Unfall eine 47-jährige Polin, eine 20-jährige Indonesierin mit Wohnsitz in Berlin sowie eine 19-Jährige aus Bayern, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Eine weitere an der Unfallstelle verstorbene Frau konnte bislang nicht zweifelsfrei identifiziert werden. Der Doppelstock-Flixbus mit 54 Menschen an Bord, inklusive der beiden Fahrer, war am Mittwochmorgen von der Fahrbahn abgekommen, über den Grünstreifen gerast und auf die Seite gekippt. Vier Menschen starben, 6 wurden schwer und 29 leicht verletzt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 62 Jahre alten Busfahrer wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung.

Flixbus-Fahrer soll Ruhezeit eingehalten haben

Der Fahrer des Busses soll nach Angaben des Busunternehmens alle Lenk- und Ruhezeiten eingehalten haben. „An Bord waren zwei Fahrer, der Fahrer im Einsatz steuerte den Bus seit Abfahrt in Berlin um 8 Uhr“, hieß es. Er ist nach Angaben der Polizei nicht unter den Toten. Details zu seinem Gesundheitszustand wurden nicht genannt.

Der Bus mit mehr als 50 Passagieren und zwei Fahrern war auf dem Weg von Berlin nach Zürich verunglückt. Um 8.00 Uhr war er losgefahren, gegen 9.45 Uhr passierte der Unfall zwischen der Anschlussstelle Wiedemar und dem Schkeuditzer Kreuz. Nach ersten Erkenntnissen war wohl kein anderes Fahrzeug daran beteiligt. Die A9, eine wichtige Nord-Süd-Strecke zwischen Berlin und München, war rund um die Unfallstelle zwölf Stunden voll gesperrt – bis gegen 21.30 Uhr am Mittwochabend.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder schwere Reisebusunfälle. Dennoch zählen Busse zu den vergleichsweise sicheren Verkehrsmitteln. Der Unfallstatistik zufolge sind sie vergleichsweise selten in Verkehrsunfälle mit Personenschaden involviert.

Flixbus-Unfall – das sagt der ADAC

„Dennoch sind Fälle, in denen es zu Unfällen kommt, oft dramatisch, weil die Zahl der Betroffenen hoch sein kann“, sagte ein Sprecher des ADAC. 2022 kamen den Angaben zufolge bei Busunfällen innerhalb und außerhalb von Ortschaften insgesamt acht Menschen ums Leben - eine im langjährigen Vergleich nicht ungewöhnliche Zahl.

Der ADAC verwies auf die seit 1999 bestehende Gurtpflicht in Reisebussen. „Ob und wie die einzelnen Unternehmen kontrollieren, ob Insassen angeschnallt sind, ist nicht nachzuvollziehen“, sagte der Sprecher. Busreisenden werde grundsätzlich empfohlen, sich anzuschnallen. Zudem müssen Reisebusse laut ADAC seit 2022 mit einem sogenannten Spurhaltewarnsystem ausgestattet sein. Ob der verunglückte Bus eines hatte, war zunächst nicht bekannt. Ein solches System warnt den Fahrer, verhindert aber nicht das tatsächliche Abkommen von der Fahrbahn, falls er nicht gegenlenkt.