Tsuchinshan-Atlas
: Komet scheint auf Bagger am Lausitzring zu stürzen

Ein packendes Schauspiel gibt es derzeit am Lausitzer Abendhimmel. Ein Hörlitzer hat einen spektakulären Moment mit Komet Tsuchinshan-Atlas festgehalten.
Von
Torsten Richter-Zippack
Hörlitz
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Direkt über der Spitze des Tagebau-Baggers auf der Hörlitzer Kippe bahnt sich der Komet seinen Weg. Nicht vorzustellen, würde er dort einschlagen.

Direkt über der Spitze des Tagebau-Baggers auf der Hörlitzer Kippe bahnt sich der Komet seinen Weg. Nicht vorzustellen, würde er dort einschlagen.

Alexander Haußmann
  • Komet Tsuchinshan-Atlas erscheint über dem Lausitzring, beeindruckt Beobachter.
  • Komet rast mit 70 Millionen km Abstand zur Erde vorbei, sichtbar mit bloßem Auge.
  • Dr. Alexander Haußmann fotografierte den Kometen scheinbar in den Bagger 1473 einschlagen.
  • Bagger 1473 steht unter Denkmalschutz, soll aber verschrottet werden.
  • Komet wird immer dunkler, beste Sicht nach Sonnenuntergang.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwei Dinge sind derzeit in der Region in aller Munde: Zum einen das Blaue Wunder, der Bagger 1473 als Landmarke auf der Kippe am Lausitzring. Zum anderen der mit bloßem Auge sichtbare Komet namens Tsuchinshan-Atlas. Letzterer rast mit einem Abstand von rund 70 Millionen Kilometern gerade relativ nahe an der Erde vorbei. Zum Vergleich: Die Entfernung Erde - Sonne beträgt rund 150 Millionen Kilometer.

Bei gutem, sprich klarem Wetter lässt sich der Komet fast von überall derzeit ohne Hilfsmittel beobachten. Das ist an sich schon etwas Besonderes. Doch geradezu sensationell ist, was dem Hörlitzer Wissenschaftler Dr. Alexander Haußmann jetzt gelungen ist. Er befand sich in der Abenddämmerung auf einer Wiese unweit des Baggers mit der volkstümlichen Bezeichnung „Blaues Wunder“. Da tauchte plötzlich der Komet Tsuchinshan-Atlas auf. „Es schien, als würde dieser genau in den Bagger einschlagen wollen“, berichtet Haußmann.

Eigentümer wollen Tagebau-Bagger verschrotten

Manchen Protagonisten in der Region wäre solch ein Ereignis sicher nicht ungelegen gekommen. Schließlich wollen die drei Anlieger- und Eigentümerkommunen Schipkau, Senftenberg und Großräschen das inzwischen völlig heruntergekommene Großgerät entsorgen, sprich verschrotten. Allerdings steht das Blaue Wunder seit wenigen Jahren unter Denkmalschutz. Die Denkmalschützer wollen es trotz seines desolaten Zustands unbedingt erhalten.

Der Komet Tsuchinshan-Atlas, auch C/2023 A3 genannt, wird noch ein paar Tage am westlichen Lausitzer Abendfirmament mit bloßem Auge zu sehen sein. Haußmann weist aber darauf hin, dass der Himmelskörper wegen seines Weiterfluges bei der Beobachtung immer dunkler werde und schwieriger zu entdecken sei. „Also man muss schon eine Weile im Dunkeln sein. Einfach nur aus dem Stubenfenster schauen, reicht nicht“, rät der Physiker. Am erfolgversprechendsten sei der Blick nach Westen nach Sonnenuntergang, so zwischen 19.30 und 20 Uhr.

So nahe scheint Tsuchinshan-Atlas der Bagger-Landmarke am Lausitzring zu kommen.

So nahe scheint Tsuchinshan-Atlas der Bagger-Landmarke am Lausitzring zu kommen.

Alexander Haußmann