Tierversuche in Sachsen
: Hund, Pferd, Maus – Forschung mit Tierleid – Zahlen und Fakten

Heute ist der Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche. Jedes Jahr werden mehr als 100.000 Tierversuche in Sachsen durchgeführt. Alle Zahlen und Fakten zur Forschung mit dem Tierleid.
Von
dpa/Doreen Matschuk
Dresden
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Die Tierrechtsorganisation Peta hatte vom Regierungspräsidium Tübingen wissen wollen, um welche Art von Tierversuchen es sich in der Medizinerausbildung der Unis Ulm und Tübingen handelt. Die Aufsichtsbehörde verweigerte eine Antwort. Das ist nicht zulässig, urteilte jetzt der Verwaltungsgerichtshof.

Jedes Jahr werden mehr als 100.000 Tierversuche u. a. an Hunden, Pferden und Mäusen in Sachsen durchgeführt. 2023 wurden wieder weitere Forschungen genehmigt. Wir informieren über Zahlen und Fakten und wieso der internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche so wichtig ist. (Symbolbild)

Friso Gentsch/dpa

Zum heutigen Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche (24.04.2024) möchten wir über Zahlen der letzten zwei Jahre informieren. Tierversuche sind noch immer allgegenwärtig. Viele Tiere leiden qualvoll und werden nach den Versuchen oder sogar extra dafür getötet. Auch in Sachsen wird noch immer zu Leiden der Tiere geforscht.

Im vergangenen Jahr sind im Freistaat 138 Tierversuchsvorhaben genehmigt worden, dabei bedeutet die Zahl jedoch nicht gleich auch die Anzahl der „benutzten" Tiere. Die dürfte weitaus größer sein. 30 dieser Vorhaben durchliefen ein vereinfachtes Genehmigungsverfahren, etwa weil ein Tierversuch für den Forschungszweck gesetzlich vorgeschrieben ist, wie die Landesdirektion Sachsen auf Anfrage mitteilte. Die Genehmigungen werden demnach in der Regel für einen Zeitraum für drei bis fünf Jahre beantragt und erteilt.

Versuche an 122 000 Tieren im Jahr 2022 – 91 000 davon getötet

Insgesamt rund 122 000 Tiere wurden 2022 in Sachsen in Versuchen eingesetzt. Das geht aus Zahlen des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren hervor. Weitere rund 11 000 Tiere wurden demnach für wissenschaftliche Zwecke getötet, beispielsweise, um deren Organe oder Gewebe für Zellkulturen zu verwenden. Hinzu kamen rund 80 000 Tiere, die für wissenschaftliche Zwecke gezüchtet, aber nicht für diese eingesetzt und dann getötet wurden, etwa weil sie eine gewünschte genetische Veränderung nicht besaßen. Deutschlandweit wurden 1,73 Millionen Tiere in Versuchen eingesetzt. Aktuellere Daten liegen zu den Versuchstieren nicht vor.

Am häufigsten wurden in Sachsen Experimente an Mäusen (110 000) durchgeführt, gefolgt von Zebrafischen (7100). Auch an Ratten (872), Schweinen (916) und Pferden (374) wurde getestet. Zudem zählten 27 Hunde zu den Versuchstieren, der Großteil davon in der Hochschulausbildung und beruflichen Schulungen.

Tierversuche für Kosmetik verboten, aber es gibt Umwege

Auf der Webseite von Peta heißt es: „Trotz einer Verordnung, die Tierversuche für Kosmetik in der EU und somit auch Deutschland bereits seit 2013 verbietet, finden weiterhin Tierversuche für Kosmetikartikel statt. Denn dieses Verbot wird durch andere Vorgaben ausgehebelt: Viele Inhaltsstoffe fallen als Chemikalien unter andere Verordnungen, die Tierversuche fordern. Auch für Kosmetika, die nach China verkauft werden, sind Tierversuche meist sogar vorgeschrieben."

In Sachsen führen, laut Landesdirektion, sieben Forschungsinstitute Tierversuche durch: das Fraunhofer–Institut, die Helmholtz–Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland, das Max–Planck–Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, die Technische Universität Dresden und die Universität Leipzig. Die Einrichtungen werden den Angaben zufolge mindestens alle drei Jahre kontrolliert, Primatenhaltungen jährlich. Die Kontrollen gibt es sowohl angekündigt als auch unangekündigt.

Wie man sich gegen Tierversuche einsetzen kann

Wer sich gegen Tierversuche einsetzen möchte, sollte darauf achten, tierfreundliche einzukaufen. Auf dieser Liste aufgeführte Unternehmen versichern, keine Tierversuche durchzuführen.

Auf Demos gehen und Präsenz zu zeigen, kann ebenfalls eine hilfreiche Unterstützung im Kampf gegen Tierversuche sein. Es gibt jährlich zum Internationalen Tag gegen Tierversuche (24. April) einen Aktionstag in vielen Städten.

Wer ein Studium absolviert, bei dem Tierversuche oder Sezierkurse auf dem Lehrplan stehen, kann ebenfalls aktiv werden und tierversuchsfreie Methoden einfordern, einen Befreiungsantrag stellen oder von vornherein eine Universität wählen, an der keine Tiere für Lehrzwecke missbraucht werden.

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