Streik im ÖPNV in Hoyerswerda
: Auch die Landkreise Bautzen und Görlitz betroffen

Verdi sieht die Angebote der Arbeitgeber im ÖPNV in Sachsen als zu gering an. Die Gewerkschaft hat zu einem weiteren Streik aufgerufen. So sind die Landkreise Bautzen und Görlitz betroffen.
Von
Ronald Ufer
Hoyerswerda
Jetzt in der App anhören

Verdi bestreikt auch den ÖPNV in Sachsen. (Symbolbild)

Jens Büttner/dpa

Am Donnerstag (29. Februar) und Freitag ist der Nahverkehr der Landkreise Bautzen und Görlitz zum dritten Mal in diesem Jahr von einem Warnstreik der Gewerkschaft Verdi betroffen.

Der Ausstand gilt für die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda mbH; die Regionalbus Oberlausitz GmbH und Görlitzer Verkehrsbetriebe GmbH. Zusätzlich werden die DB REGIO Bus Ost GmbH (Niederlassung Zittau); Omnibusverkehr Oberlausitz Niesky bestreikt, die zum AVN–Tarifvertrag Sachsen gehören.

Wie bereits beim Ausstand vor drei Wochen werden dort die meisten Linien ausfallen. In Hoyerswerda werden wohl alle Busse in den Depots bleiben.

Schülerverkehr von ÖPNV–Warnstreik betroffen

Im Gegensatz zum letzten Warnstreik wird der Schülerverkehr betroffen sein. Die Verkehrsunternehmen wollen sich bemühen, die Ausfälle in diesem Bereich zu begrenzen.

Nutzer des ÖPNV sollten sich bei ihrem Verkehrsunternehmen über die Fahrpläne an beiden Streiktagen informieren.

Verdi Sachsen reagiert will mit dem Streikaufruf auf das aus Gewerkschaftssicht unzureichende Angebot der Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen am Sonnabend. „Damit provozieren die Arbeitgeber bewusst weitere Streiks im Regionalverkehr der AVN–Betriebe in Sachsen und übertragen somit den Konflikt zwangsläufig auf die Fahrgäste“, so Verdi–Verhandlungsführer Sven Vogel.

Verdi–Streik: Angebote liegen weit auseinander

Die Arbeitgeber boten ein Prozent Lohnerhöhung mehr an als im Angebot vom 18. Januar 2024. Eine lineare Vergütungserhöhung von fünf Prozent soll ab Oktober 2024. Weitere 3,5 Prozent sollen ab Januar 2025 hinzukommen und eine weitere Erhöhung in gleicher Höhe im September 2025 erfolgen.

Hinzu kämen eine Inflationsausgleichsprämie von 2000 Euro — für Azubis von 1000 Euro — zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Für eine höhere Auszubildendenvergütung gab es kein Angebot, das Tarifwerk soll auch nicht auf geringfügig Beschäftigte wie Rentner angewendet werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 28 Monate betragen, mit einem Signal zur Verkürzung.

Verdi fordert die Anwendung der Vergütungstabellen für geringfügige Beschäftigte und eine Auszubildenden–Vergütung bei Praktikanten und Werkstudenten. Zudem will die Gewerkschaft eine Gehaltserhöhung um 22 Prozent, mindestens jedoch 750 Euro, und eine Erhöhung des Ausbildungsgehalts von 200 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.