Steckbrief zur Thüringen-Wahl: Mario Voigt – alles Wichtige zum CDU-Spitzenkandidaten

Nach den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen spricht Mario Voigt, CDU Landesvorsitzender in Thüringen, auf der Pressekonferenz der Bundes-CDU. Wer ist der wahrscheinlich nächste Ministerpräsident? Ein Steckbrief.
Michael Kappeler/dpaMario Voigt ist der CDU-Spitzenkandidat in Thüringen und hat nach der Landtagswahl 2024 mit seiner Partei das zweitstärkste Ergebnis in der Tasche. Da alle andere Parteien eine „Brandmauer“ um die stärkste Kraft, die AfD, errichtet haben, wird Voigt mit hoher Wahrscheinlichkeit Thüringens nächster Ministerpräsident.
Wer ist der Politiker, welche beruflichen und politischen Stationen hat er bereits hinter sich? Ein Steckbrief.
Übersicht:
- Mario Voigt: Steckbrief, Kinder, Ehefrau, Bilder
- Herkunft und Ausbildung von Mario Voigt
- Politischer Werdegang
- Aktuelle Reaktionen zur Thüringen-Wahl von Mario Voigt
- Weitere Spitzenkandidaten der Thüringen-Wahl
Mario Voigt: Steckbrief, Kinder, Ehefrau
Mario Voigt kommt aus Ostthüringen und lebt dort nach wie vor. Seine Frau ist Ärztin, wie er selbst auf seiner Webseite schreibt.
- Name und Titel: Prof. Dr. Mario Voigt
- Partei: CDU
- Geburtsort: Jena
- Wohnort: Eisenberg
- Geburtsdatum: 8. Februar 1977
- Familienstand: verheiratet, zwei Söhne
- Beruf und Abschlüsse: Politikwissenschaftler, Professor für digitale Transformation und Politik an der Quadriga Hochschule in Berlin, selbständig mit eigenem Consultingunternehmen
Herkunft und Ausbildung von Mario Voigt
Mario Voigt legte 1995 sein Abitur ab und absolvierte anschließend seinen Zivildienst in Jena. 1997 nahm er sein Studium der Politikwissenschaft, neueren Geschichte und des öffentlichen Rechts an den Universitäten Jena, Bonn und University of Virginia, Charlottesville auf und promovierte 2008 zum Dr. phil. in Politikwissenschaft. Während der Promotion arbeitete er bereits in verschiedenen Städten wie Brüssel, Washington, Berlin und Jena. In Jena war er zwischen 2008 und 2009 in einer Führungsposition bei der Analytik Jena AG tätig. Die Firma entwickelt analytische Messgeräte, u.a. für Labore, die Landwirtschaft und für medizinische Bereiche.
Politischer Werdegang
Zeitnah zu seiner Promotion startete Mario Voigt seine Karriere in der Politik. Mit Politik in Berührung gekommen, war er allerdings schon ein Jahr vor seinem Abitur als Mitglied der CDU im Saale-Holzland-Kreis.
Das waren die Stationen seiner politischen Karriere:
- seit 2009: Mitglied des Thüringer Landtages
- 2009 – 2014: Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss und Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft und Kultur
- seit 2015: Vorsitzender im Kreisverband der CDU Saale-Holzland-Kreis
- 2015 – 2019: Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Energie und Naturschutz
- 2015 – 2020: Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft
- 2019 – 2020: Sprecher für Wissenschaft und digitale Gesellschaft der CDU-Fraktion
- seit 2000: Mitglied im Vorstand des Kreisverbands der CDU Saale-Holzland-Kreis
- seit März 2020: Vorsitzender der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag
- seit 2022: Vorsitzender im Landesverband der CDU Thüringen
Aktuelle Reaktionen zur Thüringen-Wahl von Mario Voigt
Die CDU von Voigt landete bei der Landtagswahl auf dem zweiten Platz - hinter der AfD von Rechtsaußen Björn Höcke. Ein vorab viel diskutiertes mögliches Bündnis von CDU, BSW und SPD hat überraschend keine Mehrheit im neuen Thüringer Landtag - ein solches Bündnis käme nur auf 44 Sitze, 45 wären für eine Mehrheit nötig.
Eine Mehrheit hätte dagegen eine Koalition aus CDU, BSW und Linke. Doch ein Unvereinbarkeitsbeschluss verbietet der CDU eine Zusammenarbeit mit AfD oder Linken.
Thüringens CDU-Chef Mario Voigt dazu: „Wir bewegen uns hier in einer neuen Situation. Wir streben eine CDU-geführte Regierung an. Wir werden natürlich jetzt ausloten, welche Möglichkeiten unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen machbar sind“. Aus den Erfahrungen, die man in Thüringen gesammelt habe, sei es „in einem ersten Schritt wichtig, mit der SPD und dem BSW diese Gespräche zu führen“.
Schon kurz nach der Thüringen-Wahl hatte Voigt die Bürger auf langwierige Verhandlungen über eine Regierungsbildung eingestellt. „So etwas entscheidet man nicht über Nacht“, sagte er beim Eintreffen zu Beratungen der CDU-Spitzengremien in Berlin am Montag (2. September) nach der Wahl. „Klar ist aber auch: Die CDU hat zugelegt, hat jetzt auch den Auftrag, die Gespräche zu führen und das werden wir jetzt auch machen.“ Mit Blick auf Forderungen der BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht nach klaren Signalen auch aus dem Land in der Außenpolitik, etwa zur Ukraine-Unterstützung oder gegen die Stationierung von US-Raketen in Westdeutschland betonte Voigt: „Weltpolitik wird nicht in Thüringen entschieden.“




Die Wahlen in Sachsen und Thüringen zeigen endgültig, dass die traditionelle Parteienbindung in Deutschland ihre Wirkung verliert. Der Wähler wird künftig noch mehr anhand von Stimmungen und Personen entscheiden als bislang.