Zahlreiche Schülerinnen und Schüler haben ihre ersten Ferientage genutzt, um ihren wegen Corona ausgefallenen Schwimmunterricht nachzuholen. Dafür gab es Angebote von Vereinen; zudem hat das Land Sachsen Gutscheine ausgegeben für die Kinder, die im Schuljahr 2019/20 das Schwimmen nicht erlernt hatten. Sie konnten damit Kurse buchen.

Auch Lehrer geben Schwimm-Kurse

Auch die Schwimmlehrerinnen und Schwimmlehrer der Schulen wurden laut Landesschulamt angefragt, ob sie Ferienkurse geben können, um die Rückstände aufzuholen.
Die Städte Leipzig, Dresden und Chemnitz hielten laut DLRG extra Schwimmhallen offen. Ganz reibungslos sei das Aufholprogramm aber nicht angelaufen, sagte DLRG-Landesgeschäftsführer Sebastian Knabe.

Hoyerswerda

Eine der Lehrerinnen, die sich in der ersten Ferienwoche für einen Kurs gemeldet hatte, war die Leipzigerin Sabine Krauß. Die 47-Jährige war früher Leistungsschwimmerin, gewann mehrere Deutsche Meisterschaften und nahm an den Olympischen Spielen in Atlanta und Sydney teil. Sie habe nicht lange gezögert, einen Ferienkurs zu geben, sagte sie. „Das ist auf jeden Fall wichtig. Nicht schwimmen zu können ist ja am Ende lebensgefährlich“, sagte Krauß. Sie habe sich nur ein bisschen geärgert, dass sie deswegen die Vorläufe im Schwimmen bei den Spielen in Tokio nicht verfolgen konnte, erzählte sie lachend.
Eine Woche lang gab Krauß 22 Kindern jeweils eine Stunde am Tag Schwimmunterricht. Am Ende hätten alle die erste Schwimmstufe erreicht, konnten also 50 Meter Schwimmen, Tauchen und ins Wasser springen, sagte Krauß. Zwei Drittel der Teilnehmer hätten sogar die zweite Schwimmstufe geschafft, bei der man 100 Meter schwimmen muss.

Schwimmhallen in Sachsen sind voll

Allein in Leipzig öffnen über den Sommer drei Schwimmhallen der Sportbäder außerplanmäßig und ermöglichen rechnerisch 1000 Kindern die Möglichkeit an Schwimmkursen teilzunehmen. „Das ist ein enormer organisatorischer Aufwand, den wir hier im Schulterschluss mit Stadt und Schwimmvereinen sowie den Übungsleitern und Lehrern stemmen“, erklärte Sportbäder-Sprecherin Katja Gläß.
Wie viele Schülerinnen und Schüler einen Schwimmkurs gebucht haben, konnte das Landesamt für Schule und Bildung noch nicht sagen. Eine Statistik dazu liege noch nicht vor, teilte Sprecherin Petra Nikolov mit. Das Land Sachsen hatte nach eigenen Angaben 10.000 Gutscheine über maximal 120 Euro ausgegeben. Für die Schüler, die 2020/21 nicht genug Schwimmunterricht wegen des Lockdowns hatten, wird dieser bis ins kommende Schuljahr gestreckt. Für Kinder, die dann noch nicht schwimmen können, soll es erneut Gutscheine geben.
Laut DLRG-Geschäftsführer Knabe wurden die Gutscheine recht kurzfristig vor den Sommerferien verteilt. Das habe dazu geführt, dass sie nicht bei allen Kindern angekommen seien.
Dazu komme das alte Problem der knappen Hallenkapazitäten, sodass Kurse gar nicht so einfach zu organisieren seien. „Die Hallen sind maßlos überfüllt“, sagte Knabe. Darum sei es gut, dass die Gutscheine bis Juli 2022 gelten. „Jedes Kind, das schwimmen kann, ist vielleicht ein Strich weniger in unserer Ertrinkungsstatistik.“