• Seit 2003 gilt in Rheinland-Pfalz als erstem Bundesland die Pflicht für Rauchmelder in Neubauten.
  • Alle anderen Bundesländer haben danach die Pflicht ausgeweitet auch auf Bestandsbauten.
  • Nur in Sachsen gab es die Rauchwarnmelderpflicht noch nicht für Bestandsbauten.
  • Das soll sich im Freistaat ändern.
Auch in Sachsen soll die für Neu- und Umbauten bereits geltende Rauchwarnmelderpflicht auf bestehende Gebäude ausgeweitet werden. Der Gesetzentwurf zur Änderung der Sächsischen Bauordnung wird derzeit erarbeitet, wie ein Sprecher des Regionalentwicklungsministeriums in Dresden auf Anfrage am Montag sagte. Nach einem Bericht des MDR-Magazins „Umschau“ ist der Freistaat das letzte Bundesland ohne die entsprechende Regelung für bestehende Wohnungen, Hotels, Altenheime oder Schulen.

In Sachsen galt bislang eine Rauchmelderpflicht nur für Neubauten und Umbauten

Nach Angaben des Ministeriumssprechers hatte der Landtag 2016 entschieden, dass nur Neu- und Umbauten mit Rauchmeldern ausgestattet werden müssen. Gemäß Koalitionsvertrag von 2019 soll nun nachgebessert werden. „Das könnte relativ schnell gehen.“ Geplant sei, in zwei Wochen mit dem Gesetzentwurf ins Kabinett und in die Anhörung zu gehen. Im Herbst könnte er in den Landtag eingebracht werden.

Rauchmelderpflicht in Sachsen: Wo müssen Warnmelder hängen?

Nach Sächsischer Bauordnung (SächsBO) §47 abs. 4 müssen in allen Schlaf- und Kinderzimmern, sowie in allen Fluren, die als Rettungswege aus Aufenthaltsräumen dienen Rauchmelder installiert werden. Das bedeutet, dass in allen Fluren in der Wohnung bzw. im Einfamilienhaus, über die Rettungswege ins Treppenhaus oder ins Freie führen, jeweils mindestens ein Rauchmelder zu installieren ist. In Einfamilienhäusern mit einem offenen Treppenraum gilt dieser auch als Fluchtweg und muss mit einem Melder auf jedem Stockwerk ausgestattet werden.

Rauchmelderpflicht in Sachsen: Wer ist für die Wartung verantwortlich?

Für die Installation ist grundsätzlich immer der Eigentümer verantwortlich - auch in Mietwohnungen. Für die Wartung gibt es Unterschiede:
  • In Mietwohnungen ist der Mieter bzw. Bewohner der Wohnung für die Wartung verantwortlich, es sei denn der Eigentümer übernimmt die Wartung selbst.
  • Der Vermieter ist dennoch immer in der Pflicht, die von ihm oder über Dritte (externe Dienstleister) installierten Melder betriebsbereit zu halten, das heißt die regelmäßige Wartung zu übernehmen.
  • Im selbst genutzten Wohnraum: der Eigentümer.

Welche Signaltöne geben Rauchwarnmelder?

Alarmton:

Dabei gibt ein Rauchmelder drei Töne pro Sekunde (!) mit einer Lautstärke von mindestens 85 db von sich. Die schnelle Folge sorgt dafür, dass sich der Alarmton beinahe wie ein lauter Dauerton anhört. Er signalisiert, dass der Melder tatsächlich eine Rauchkonzentration registriert.

Batterie-Alarm:

Dabei gibt der Rauchmelder alle 30 bis 60 Sekunden einen Signalton ab. Das signalisiert dass die Kapazität der Batterie nachlässt und der Stromspeicher getauscht werden muss.

Störungs-Alarm:

Gibt ein Rauchwarnmelder regelmäßig zwei Signaltöne hintereinander ab und wiederholt sich dieses Signal alle 30 bis 60 Sekunden deutet das daraufhin, dass der Rauchmelder einen technischen Defekt aufweist.