Die Landtagswahl, die Einigung der Kohlekommission, eine folgenreiche Trauerfeier für einen Rechtsextremen im Stadion des Chemnitzer FC - 2019 haben viele Ereignisse Sachsen bewegt. Die wichtigsten Ereignisse im Rückblick:

1. Januar: Unbekannte Täter haben in der Silvesternacht an einem Gebäude des Bundesgerichtshofs in Leipzig Feuer gelegt. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden übernimmt die Ermittlungen. Im Internet reklamieren „Autonome Gruppen“ den Anschlag für sich.

3. Januar: Vor dem AfD-Büro in Döbeln ereignet sich eine schwere Explosion. Die Hintergründe sind unklar. Drei Tatverdächtige werden festgenommen. Ein Prozess gegen die Männer soll im Februar 2020 beginnen.

10. Januar: Ein heftiger Wintereinbruch bringt in Sachsen den Verkehr auf Schiene und Straße teilweise zum Erliegen. Vor allem in den Gebirgsregionen werden aus Sicherheitsgründen Sporthallen gesperrt und der Unterricht fällt aus.

25. Januar: Im Zoo Leipzig wird ein kleiner Elefant geboren. Sein kurzes Leben wird ein Drama: Seine Mutter nimmt ihn nicht an. Trotz aller Bemühungen des Zoo-Teams muss das Ben Long genannte Jungtier Ende September eingeschläfert werden.

Trauer im Leipziger Zoo Großes Drama um kleinen Elefanten

Leipzig

26. Januar: Die Kohlekommission legt ein Ergebnis vor. Bis 2038 soll Deutschland aus der Kohleverstromung aussteigen. Braunkohle-Ländern wie Sachsen wird erhebliche Unterstützung zur Bewältigung des Strukturwandels in Aussicht gestellt.

1. Februar: Die Schauspielerin Ursula Karusseit stirbt im Alter von 79 Jahren in einem Krankenhaus in Berlin. Sie spielte unter anderem viele Jahre in der ARD-Fernsehserie „In aller Freundschaft“ mit.

4. Februar: Die verurteilte Rechtsterroristin Beate Zschäpe wird aus München in die JVA Chemnitz verlegt. Die wegen ihrer Beteiligung am NSU verurteilte Frau hatte einen Antrag auf „heimatnahe Unterbringung“ gestellt.

15. Februar: Die Sächsische Landesmedienanstalt beruft ihren langjährigen Geschäftsführer ab. In der Folge gibt es einigen Ärger - unter anderem, weil bei der Nachbesetzung der Verdacht der Kungelei laut wird.

18. Februar: In Dresden beginnt ein Meineid-Prozess gegen Ex-AfD-Chefin Frauke Petry. Sie wird beschuldigt, 2015 vor dem parlamentarischen Wahlprüfungsausschusses falsch ausgesagt und ihre Angaben beeidet zu haben. Petry wird schließlich zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt.

4. März: Der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung, Reint Gropp, fordert eine Kehrtwende in der ostdeutschen Wirtschaftspolitik. Fördergeld solle vor allem in Städte fließen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) widerspricht laut.

9. März: Der Chemnitzer FC gerät wegen einer martialischen Trauerfeier für einen stadtbekannten Rechtsextremen im Stadion heftig in die Kritik. Der Mannschaftskapitän hält ein T-Shirt mit der Aufschrift „Support your local Hools“ in die Höhe. Er wird später gefeuert. Das Neonazi-Problem beschäftigt den Verein monatelang.

10. März: Sturmtief „Eberhard“ fegt über Sachsen. Wegen umgestürzter Bäume müssen Straßen gesperrt werden. Auch der Bahnverkehr wird beeinträchtigt. Ganz so schwere Folgen wie „Friederike“ 2018 hinterlässt „Eberhard“ aber nicht.

12. März: Porsche legt den Grundstein für die fünfte Erweiterung seines Leipziger Werke. Mehr als 600 Millionen Euro sollen nach Unternehmensangaben investiert werden. In Leipzig soll die Elektro-Version des Macan gefertigt werden.

18. März: Sieben Monate nach der tödlichen Messerattacke in Chemnitz beginnt der Prozess gegen einen 23-jährigen Syrer. Er soll mit einem flüchtigen Iraker den 35-jährigen Daniel H. erstochen haben. Der Angeklagte wird im August wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

21. März: Die Autorin Anke Stelling erhält den Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Belletristik. Sie wird für ihren Roman „Schäfchen im Trockenen“ geehrt. Die Buchmesse verzeichnet 286 000 Besucher auf dem Messegelände und beim Festival „Leipzig liest“.

28. März: Ein 56 Jahre alter Vater steht wegen Mordes an seinen beiden drei und sechs Jahre alten Töchtern in Dresden vor Gericht. Sein Motiv war Rache an seiner Ex-Partnerin. Der Mann wird im Juni zu lebenslanger Haft verurteilt.

3. April: Das Museum der bildenden Künste in Leipzig eröffnet eine Yoko-Ono-Ausstellung. Zur Eröffnung kommt die 86-jährige Künstlerin nicht, besucht Leipzig aber später inkognito.

6. April: Die Diskussion um steigende Mieten in den Großstädten erreicht auch Sachsen. In Leipzig und Dresden demonstrieren mehrere Tausend Menschen gegen „Mietenwahnsinn“ und Verdrängung.

9. April: Sachsens Waldbesitzer schlagen Borkenkäfer-Alarm: Stürme, Dürre und Hitze haben zur schlimmsten Käferplage seit Ende des Zweiten Weltkriegs geführt. Später wird sogar die Bundeswehr zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

10. April: Schloss Wackerbarth entzündet wegen eines Kälteeinbruchs in seinen Weinbergen kleine Feuer. Damit sollen empfindliche junge Rebstöcke geschützt werden.

17. April: Rund anderthalb Jahre nach dem Fund eines Toten in einer Chemnitzer Industriebrache hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Der 28-Jährige wird im Dezember wegen Mordes verurteilt. Er wird aber in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

19. April: Wegen hoher Waldbrandgefahr werden in Sachsen vielerorts die Osterfeuer abgesagt. Das Jahr 2019 wird wie schon das Vorjahr extrem trocken.

20. April: In Frankenberg (Mittelsachsen) wird die
8. Landesgartenschau eröffnet. Bis zum 6. Oktober kommen rund 400 000 Besucher, deutlich mehr als von den Veranstaltern erhofft.

1. Mai: Ein Fackelmarsch von Neonazis in Plauen sorgt bundesweit für Empörung. Anhänger der rechtsextremen Kleinstpartei Der dritte Weg waren in uniformähnlichem Aufzug durch die Stadt marschiert. Es entbrennt eine Debatte, warum diese martialische Demonstration genehmigt wurde.

8. Mai: Prinz Charles und seine Frau Camilla besuchen Leipzig. Sie besichtigen die Thomaskirche in Leipzig und sprechen in der Nikolaikirche mit DDR-Bürgerrechtlern.

11. Mai: Terence Hill bekommt in Lommatzsch ein eigenes Museum. Der Schauspieler lebte als Kind in der Stadt.

14. Mai: Der deutsche Kapitän der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline wird nach der Rettung von Migranten auf dem Mittelmeer in Malta zu einer Geldstrafe verurteilt. Claus-Peter Reisch soll 10 000 Euro an lokale Hilfsorganisationen zahlen.

19. Mai: Auf der Autobahn 9 verunglückt bei Leipzig ein Flixbus. Eine 63 Jahre alte Frau aus Italien kommt ums Leben. Zahlreiche Menschen werden verletzt, darunter auch der 59 Jahre alter Busfahrer. Die Unglücksursache bleibt zunächst offen.

24. Mai: Bei einer Rallye in Zwickau verunglückt ein Fahrzeug. Zwei 48 und 44 Jahre alte Männer sterben. Die Wettfahrt wird abgebrochen.

4. Juni: Rund drei Jahre nach einem Mord im Leipziger Rocker-Milieu werden vier Mitglieder der Hells Angels zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Die tödlichen Schüsse auf einen 27-Jährigen im Sommer 2016 waren laut Gericht ein Racheakt.

6. Juni: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wird Präsident des Deutschen Städtetages. Er ist der erste OB einer ostdeutschen Kommune an der Spitze des Städtetages.

7. Juni: Drei Männer werden wegen Totschlags an ihrem homosexuellen Kumpel in Aue zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Täter gelten zwar als rechts, beim Angriff auf den 27-Jährigen soll das laut Landgericht Chemnitz aber keine Rolle gespielt haben.

12. Juni: Nach einem Hickhack um den AfD-nahen Maler Axel Krause öffnet die Leipziger Jahresausstellung ohne dessen Werke. Andere Künstler hatten gegen die Auswahl Krauses protestiert.

16. Juni: Der CDU-Politiker Octavian Ursu wird mit Unterstützung eines breiten Bündnisses zum Oberbürgermeister von Görlitz gewählt. Er setzt sich mit 55,2 Prozent gegen den AfD-Kandidaten Sebastian Wippel durch.

CDU-Politiker Ursu gewinnt Wahl in Görlitz So begründen Wähler in Görlitz ihre Entscheidung

Görlitz

22. Juni: Mehr als 500 Schüler diskutieren auf einer Klimakonferenz in Leipzig ihre Anliegen. Eingeladen hat die Landesregierung - als Antwort auf die „Fridays for Future“-Proteste, die es auch in vielen sächsischen Städten gibt.

3. Juli: Das monatelange Rätselraten um den Sitz der neuen Cyberagentur des Bundes ist beendet: Sie soll mit 100 Arbeitsplätze am Flughafen Leipzig/Halle angesiedelt werden. Bis 2022 soll das Gelände bezugsfertig sein.

5. Juli: Der Landeswahlausschuss erklärt die Liste der AfD zur Landtagswahl wegen Formfehlern von Platz 19 bis 61 für ungültig. Der sächsische Verfassungsgerichtshof entscheidet nach einer Klage, dass die AfD mit 30 Kandidaten antreten darf.

6. Juli: Die Unesco erkennt die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří als Weltkulturerbe an. Das historische Bergbaugebiet in Sachsen und Böhmen in Tschechien sei von universellem Wert, erklärt das Komitee.

8. Juli: Fußball-Bundesligist RB Leipzig hat einen neuen Trainer. Ralf Rangnick verabschiedet sich für neue Aufgaben im Fußball-Netzwerk des Getränkekonzerns Red Bull und Nachfolger Julian Nagelsmann übernimmt.

8. Juli: Auf Kreta wird die Leiche der Dresdner Max-Planck-Forscherin Suzanne Eaton gefunden. Die 59-Jährige ist einem Sexualverbrechen zum Opfer gefallen. Ein 27 Jahre alter Verdächtiger wird gefasst.

19. Juli: Die TU Dresden bleibt Exzellenzuniversität und kann pro Jahr mit bis zu 15 Millionen Euro Fördergeld rechnen. Die TU ist seit 2012 die einzige Hochschule mit Elitestatus in einem ostdeutschen Flächenland.

23. Juli: Am Landgericht Bayreuth beginnt der Prozess um die getötete Studentin Sophia Lösche. Die 28-Jährige wollte von Leipzig nach Bayern trampen, kam aber nicht lebend an. Ein marokkanischer Lastwagenfahrer wird im September wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

25. Juli: Die Städtebahn stellt überraschend den regionalen Bahnverkehr um Dresden ein. Das Eisenbahnunternehmen ist insolvent und wird aufgelöst. Transdev Regio übernimmt die Strecken.

1. August: Ex-Geheimdienstchef Hans-Georg Maaßen macht für die CDU Wahlkampf in Sachsen. Eingeladen hat ihn unter anderem Landtagspräsident Matthias Rößler. Ministerpräsident Michael Kretschmer geht auf Abstand. Er hätte Maaßen nicht eingeladen, sagt er.

7. August: Nach knapp sechsjähriger Sanierung ist der Semperbau am Dresdner Zwinger bereit für die Neueinrichtung der Gemäldegalerie Alte Meister und den Einzug der antiken Skulpturen. Der Freistaat investierte 49,8 Millionen Euro aus Landesmitteln.

7. August: Die Landtagswahlkampagne der AfD in Anlehnung an die Wende in der DDR ruft Protest früherer Bürgerrechtler auf den Plan. Sie kritisieren Slogans wie „Wende 2.0“ oder „Vollende die Wende“ als anmaßend.

Friedliche Revolution in der Lausitz So vereinnahmt die AfD die Wende von 1989

Cottbus

7. August: Das umstrittene Polizeigesetz von Sachsen kommt beim Verfassungsgerichtshof in Leipzig auf den Prüfstand. Linke und Grüne reichen Normenkontrollklage ein. Sie wollen erreichen, dass zahlreiche Vorschriften wieder gestrichen werden.

9. August: Orang-Utan-Weibchen Djaka im Zoo Dresden wird 50 Jahre alt. Zur Feier gibt es einen zuckerlosen Kuchen mit Früchten. Djaka ist der bisher älteste Orang-Utan in Dresden.

16. August: Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping bewirbt sich zusammen mit dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius für den SPD-Vorsitz. Das Duo wird nicht gewählt. Auch Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens hatte zunächst kandidiert, seine Bewerbung dann aber zurückgezogen.

19. August: Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue beurlaubt völlig überraschend Cheftrainer Daniel Meyer sowie dessen Assistenten und Bruder André Meyer. Dirk Schuster übernimmt.

19. August: Auf der Baustelle für das künftige Gemeinschaftsgefängnis von Sachsen und Thüringen in Zwickau wird ein Bagger in Brand gesteckt. In den nächsten Wochen und Monaten gibt es weitere Baustellenbrände in Sachsen, vor allem auch in Leipzig. Dort wird auch die Prokuristin einer Baufirma von Vermummten angegriffen.

24. August: Zehntausende Menschen zeigen bei einer „Unteilbar“-Demo Flagge für eine offene und solidarische Gesellschaft. Sachsens CDU-Regierungschef Kretschmer zollt den Teilnehmern Respekt, bleibt aber unter Verweis auf Antifa-Teilnehmer selbst fern.

28. August: Die Bundesregierung beschließt kurz vor den Landtagswahlen im Osten Milliardenhilfen für die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen. Der Gesetzentwurf für den Strukturwandel beim Kohleausstieg würde in Sachsen für die Lausitz und das Mitteldeutschen Revier rund zehn Milliarden Euro bringen.

31. August: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird die Ehrendoktorwürde der Leipziger Handelshochschule (HHL) verliehen. Für die CDU-Politikerin ist es neben ihrem Doktor in Physik bereits die 17. Ehrendoktorwürde.

1. September: Trotz deutlicher Verluste gewinnt die CDU die Landtagswahl in Sachsen. Sie kommt auf 32,1 Prozent der Zweitstimmen - vor der AfD mit 27,5 Prozent. Die Linken erreichen 10,4 Prozent, die Grünen gewinnen mit 8,6 Prozent hinzu. Die SPD stürzt auf ein historisches Tief von 7,7 Prozent, die FDP verpasst den Einzug in den Landtag mit 4,5 Prozent.

4. September: Das Karl-May-Museum in Radebeul soll in den nächsten Jahren umgestaltet und um einen Neubau erweitert werden. Bund, Land und Kommune stellen dafür zehn Millionen Euro bereit.

4. September: Die Krise beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC nimmt kein Ende. Cheftrainer David Bergner wird auf eigenen Wunsch von seinen Aufgaben entbunden, außerdem legt Geschäftsführer Thomas Sobotzik nach massiven Anfeindungen aus der Fanszene sein Amt nieder.

5. September: Panikrocker Udo Lindenberg zeigt im Leipziger Museum der bildenden Künste seinen ganz eigenen Kunstkosmos. Die Schau „Zwischentöne“ soll eigentlich bis zum 1. Dezember laufen, wird aber wegen des großen Publikumszuspruchs bis Januar 2020 verlängert.

6. September: Matthias Rößler soll nach dem Willen der CDU-Fraktion Landtagspräsident in Sachsen bleiben. Der 64-Jährige hatte mit Andrea Dombois eine Konkurrentin. Erstmals gab es in der Sachsen-CDU eine Kampfkandidatur um diesen Posten.

7. September: Sachsen steuert nach der Landtagswahl auf ein Kenia-Bündnis zu. CDU und Grüne votieren für die Aufnahme von entsprechenden Gesprächen. Die SPD hatte sich bereits am Tag nach der Landtagswahl für Sondierungsgespräche mit der Union und den Grünen ausgesprochen.

22. September: Der erste deutsche Raumfahrer Sigmund Jähn stirbt im Alter von 82 Jahren. Der DDR-Kosmonaut stammte aus dem vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz. Er war 1978 ins All geflogen.

30. September: Vor der Staatsschutzkammer des Oberlandesgerichts Dresden beginnt der Prozess gegen die rechtsterroristische Gruppe „Revolution Chemnitz“. Der Generalbundesanwalt wirft den acht Männern im Alter von 21 bis 32 Jahren vor, einen Umsturz der demokratischen Ordnung geplant zu haben.

1. Oktober: Drei sächsische Städte wollen europäische Kulturhauptstadt 2025 werden. Chemnitz, Dresden und Zittau konkurrieren mit Gera, Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg um den Titel. Die endgültige Entscheidung fällt im Herbst 2020.

4. Oktober: Unbekannte sägen in Zwickau einen Gedenkbaum für das NSU-Opfer Enver Simsek ab. Daraufhin werden neue Bäume gepflanzt - insgesamt zehn. Anfang November besucht Kanzlerin Angela Merkel den Gedenkort.

9. Oktober: Leipzig feiert den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nennt den
9. Oktober einen großen Tag für die deutsche Geschichte. Überschattet wird das Fest von einem Terroranschlag auf eine Synagoge in der Nachbarstadt Halle.

11. Oktober: Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing (52) kündigt seinen Rücktritt an. Zuvor war bekannt geworden, dass er Mitglied einer schlagenden Verbindung ist und Anfang der 90er Jahre Texte in einer rechten Zeitschrift veröffentlicht hatte.

Fall Rentzing löst Debatte aus Kirche ist nach rechts nicht ganz dicht

Dresden

11. Oktober: Das Oberverwaltungsgericht bestätigt das Verbot des rechten Kampfsport-Events „Kampf der Nibelungen“ in Ostritz. Die Stadt war zuvor schon mehrfach Schauplatz von Treffen Rechtsextremer gewesen.

24. Oktober: Der Konsum Leipzig expandiert ins benachbarte Sachsen-Anhalt und eröffnet in Halle einen Supermarkt. Die Leipziger Genossenschaft ist eine der wenigen, die nach dem Ende der DDR überlebt haben.

30. Oktober: Der Landtag setzt auf Antrag der AfD einen Untersuchungsausschuss zur Kürzung ihrer Kandidatenliste bei der Landtagswahl ein. Er soll klären, ob Mitglieder der Staatsregierung die Entscheidung des Landeswahlausschusses beeinflusst haben.

30. Oktober: Wegen der Veröffentlichung eines Haftbefehls wird ein Justizvollzugsbeamter zur elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der 40-Jährige hatte zugegeben, 2018 den Haftbefehl eines Verdächtigen nach dem Tod eines Chemnitzers verbreitet zu haben.

2. November: Frank Müller-Rosentritt (37) ist neuer Landeschef der sächsischen FDP. Er löst Holger Zastrow ab, der 20 Jahre lang Parteivorsitzender gewesen war. Die FDP hatte den Wiedereinzug in den Landtag verpasst.

4. November: VW beginnt in Zwickau die Produktion des Elektroautos ID.3. Das sächsische Werk wird komplett zur E-Auto-Fabrik umgebaut.

6. November: Mike Pompeo besucht als erster US-Außenminister Leipzig. Er geht in die Nikolaikirche als wichtigen Ort der Friedlichen Revolution und trifft DDR-Bürgerrechtler.

8. November: Nach mehreren Anschlägen mutmaßlicher Linksextremisten auf Baustellen und die Mitarbeiterin einer Baufirma kündigt Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) die Bildung einer SoKo „LinX“ an.

14. November: Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen streicht ein Drittel ihrer 619 Stellen. Grund sind seit Jahren schlecht laufende Geschäfte.

16. November: Sachsens Linke wird künftig erstmals von einer Doppelspitze angeführt. Auf einem Parteitag werden Susanne Schaper und Stefan Hartmann gewählt. Sie lösen Antje Feiks ab, die nicht erneut antrat.

25. November: In Dresdens Schatzkammer Grünes Gewölbe wird eingebrochen. Mindestens zwei Täter rauben Juwelen aus dem
18. Jahrhundert „von unermesslichem Wert“.

30. November: Tausende Kohle-Gegner blockieren Tagebaue in der Lausitz und im Leipziger Revier. Sie stürmen in die Gruben in Jänschwalde und Welzow-Süd sowie in den Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Zu den Protesten hatte das Bündnis „Ende Gelände“ aufgerufen.

1. Dezember: CDU, Grüne und SPD stehen für eine gemeinsame Regierung bereit. Vertreter der drei Parteien präsentieren in Dresden ihren Koalitionsvertrag. Bei der CDU muss noch ein Parteitag zustimmen, bei Grünen und SPD die Basis.

3. Dezember: In Leipzig wird eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Tausende Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen, die Evakuierung zieht sich hin. Schließlich wird die Bombe entschärft. Am 19. Dezember wird ganz in der Nähe ein weiterer Blindgänger entdeckt.

4. Dezember: Der MDR trennt sich von dem Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle. Grund seien wiederholte öffentliche Vorwürfe gegen den Sender. Die Sendung „Steimles Welt“, die vier Mal im Jahr ausgestrahlt wird, wird 2020 nicht fortgesetzt.

8. Dezember: Es wird bekannt, dass der Schauspieler Wolfgang Winkler (76) gestorben ist. Der gebürtige Görlitzer spielte 17 Jahre lang den Kommissar Herbert Schneider im „Polizeiruf 110“ aus Halle.

12. Dezember: Chemnitz ist weiter im Rennen um den Titel zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025, zusammen mit Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg. Die beiden anderen sächsischen Bewerber Dresden und Zittau werden von einer Jury nicht berücksichtigt.

Dresden/Zittau/Chemnitz

20. Dezember: Das Regierungsbündnis CDU, Grünen und SPD ist perfekt. Die Spitzen der drei Parteien unterzeichnen den Vertrag über die dritte Kenia-Koalition in Deutschland. Michael Kretschmer wird als Ministerpräsident wiedergewählt.

Dresden

22. Dezember: In einem Pool in Gerichtshain bei Leipzig werden zwei Tote gefunden. Ein dritter Mann kommt in kritischem Zustand ins Krankenhaus. Warum die 20 und 39 Jahre alte Gäste einer Party starben, bleibt zunächst unklar.