Jörg Urban bleibt Vorsitzender der sächsischen AfD. Ein Parteitag in Weinböhla (Kreis Meißen) bestätigte den 55-jährigen Dresdner am 29. Februar im Amt. Der seit zwei Jahren amtierende Urban blieb bei der Wahl ohne Gegenkandidaten und bekam 87,5 Prozent der Delegiertenstimmen.

Urban kündigte an, den 2800 Mitglieder starken Landesverband auf dem bisherigen Kurs zu halten. Das gilt auch für den politischen Stil und die Rhetorik. Er sehe keinen Grund, sich im Ton zu mäßigen: „Ich bin nicht der Meinung, dass wir in einer Art und Weise sprechen, die spalterisch ist“, sagte Urban in seiner Rede vor den rund 600 Delegierten im Zentralgasthof. „Wir haben den Mut zur Wahrheit. Wenn Dinge im Schmutz liegen, dann sprechen wir das an.“

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla warnt vor Bürgerkrieg

Dieser Kurs ist innerhalb der AfD umstritten. So werden seit den rassistischen Morden von Hanau Stimmen in der Partei laut, die Abgrenzung von Fremdenfeindlichkeit fordern. Für „verbale Abrüstung“ sprach sich in Weinböhla der Bundesvorsitzende Tino Chrupalla aus. „Die Gesellschaft in Deutschland ist gespalten“, so der 44-jährige Görlitzer. Die AfD müsse sich fragen, ob sie zu diesem Klima beigetragen habe. Gleichzeitig warnte Chrupalla vor einem Bürgerkrieg, den er aufziehen sehe. Man werde „die Lage aber nicht retten, wenn wir uns auf die Methoden der Scharfmacher einlassen“.

Der wiedergewählte Urban sieht die Sachsen-AfD weiter auf Wachstumskurs. Bei der Landtagswahl am 1. September feierte sie in der Lausitz ihre größten Erfolge mit Ergebnissen über 30 Prozent. „Wir sind der erfolgreichste Landesverband“, betonte Urban.

AfD Sachsen will mehr Frauen und Senioren erreichen

Jörg Urban sieht die Partei als ein „schnell wachsendes Unternehmen“, das er aber auch in die Breite weiter entwickeln müsse. Der gelernte Wasserbau-Ingenieur will den Landesverband „konsolidieren, um zukünftige Erfolge abzusichern“. Dafür müsse man nun neue Wählerschichten erreichen – insbesondere Frauen, junge Wähler und Senioren.

Kontinuität gibt es auch auf dem zweitwichtigsten Posten im Landesverband. Generalsekretär bleibt der 55-jährige Freitaler Jan Zwerg.

Der Parteitag der AfD wurde von Protesten begleitet. Vor dem Zentralgasthof demonstrierten zeitweise rund 200 Menschen gegen die AfD und ihre Positionen. Aufgerufen hatten mehrere Bündnisse, darunter Dresden Nazifrei.