Ostern in der Lausitz: Die sechs schönsten Bräuche und was sie bedeuten

Ostern: Die sechs beliebtesten Bräuche und Traditionen in der Lausitz im Überblick. (Symbolbild)
© Mareen Vandelay/adobe.stock.comAm 31. März 2024 ist Ostern. Für die einen ein lockeres, langes Wochenende – für die anderen ein religiöses Fest. Eins hat Ostern jedoch für alle gemeinsam: die Osterbräuche. Hier die sechs schönsten Osterbräuche aus der Region.
Überblick:
Ostereier
Waleien
Osterreiten
Ostersingen
Osterwasser
Osterfeuer
Ostern: Sechs Traditionen in der Lausitz
Folgende Osterbräuche sind in der Lausitz besonders beliebt und bekannt.
Ostereier bemalen
In ganz Deutschland färbt und verziert man zu Ostern die hartgekochten oder ausgepusteten Eier. Das Ei steht für Fruchtbarkeit. Es symbolisiert außerdem die Auferstehung Jesus Christus – die kalte, harte Schale steht für den Tod, das weiche Innere das Leben.
Besonders die sorbischen Ostereier sind berühmt. Für das Verzieren ihrer Eier haben die Sorben verschiedene Wachs- und Kratztechniken perfektioniert.
Bei der Kratztechnik werden Ornamente und Muster in dunkel gefärbte Eier gekratzt.
Die Bossiertechnik der sorbischen Ostereier ist das Auftupfen von Wachs in unterschiedlichen Farben auf ungefärbte Eier.
Bei der Batiktechnik werden die Eier in mehreren Durchgängen gefärbt und mit Wachs bemalt.
Die Ornamente, Farben und Muster der sorbischen Ostereier gehen bis in das 17. Jahrhundert zurück und sind reich an Symbolik und Bedeutung.
Bedeutung der Farben der sorbischen Ostereier:
Erkenntnis und Wissen werden durch Orange symbolisiert.
Die Farbe Grün steht für Natur, Fruchtbarkeit, Gesundheit, Hoffnung und Glück.
Rot bedeutet Kraft, Energie und Feuer.
Schwarz bedeutet Tradition und Beständigkeit.
Blau ist Symbol für Ruhe, Harmonie sowie Freundlichkeit.
Naturverbundenheit, Erfahrung, und Bodenständigkeit werden von Braun repräsentiert.
Gelb ist die Farbe der Sonne, Wärme und des Wohlstands.
Bedeutung der Ornamente der sorbischen Ostereier:
Die Blüte ist ein Zeichen für Wachstum, Entfaltung und eine gute Zukunft.
Je nach Ort im Ornament steht der Krähenfuß für Weisheit, magische Verstärkung oder für den richtigen Weg.
Punkte sollen Geister bannen.
Das Dreieck steht für die Dreifaltigkeit. Aneinander gereiht steht es für Schutz.
Wachstum, Gesundheit und Entfaltung werden durch das Sonnenrad symbolisiert.
Die Bienenwabe ohne Punkt steht für einen Neuanfang. Die Wabe mit einem Punkt repräsentiert Fruchtbarkeit, gute Ernte sowie Wohlstand.
Das Kreuz steht für festen Glauben.
Waleien zu Ostern
Das Waleien oder Eierrollen (sorbisch: Walkowanje) ist fester Bestandteil des sorbischen Osterfests. Das Waleien gilt im Volksglauben als Fruchtbarkeitszauber. Auf einer abschüssigen Bahn zu einer Grube hin rollt ein Spieler ein Osterei. Ein zweiter Spieler rollt ebenfalls ein Ei und versucht das Ei des ersten Spielers zu treffen. Trifft er das Ei, darf er das Ei behalten und bekommt einen kleinen Gewinn – meist ein Cent-Stück oder ein Bonbon.
Mit kullernden Eiern sollte damals das Wachstum der Saaten auf Wiesen und Feldern gefördert werden.
Osterreiten durch die Lausitz
Der wohl bekannteste wendische Osterbrauch neben den verzierten Ostereiern ist die Prozession der Osterreiter am Ostersonntag. Die circa 30 Reiterinnen und Reiter verkünden die frohe Osterbotschaft der Auferstehung Jesus Christus. Vier Reiter tragen weiße Fahnen mit rotem Kreuz. Alle andere Reiterinnen und Reiter tragen grüne Hoffnungssträußchen, die an die Besucher des Umzugs verschenkt werden.
Das Osterreiten ist Symbol für das Kundtun der Auferstehung Jesus Christus, Lebensfreude und Neuanfang. Der Umzug ist sehr beliebt und zieht jedes Jahr viele Zuschauer an.
Das Ostersingen
Das Ostersingen gehört zu den ältesten Osterbräuchen im Spreewald. Damals zogen die Mädchen und Frauen aus der Spinnstube in der Nacht von Ostersamstag zu Ostersonntag singend bis Sonnenaufgang durch das Dorf und über die Höfe. Dabei trugen sie ihre Kirchentracht. Das Ostersingen sollte die frohe Botschaft der Auferstehung verbreiten. Oft hatten die Sängerinnen eine Laterne, welche den Sieg des Lichts über die Dunkelheit symbolisierte.
Das Ostersingen wird sowohl in der Nieder- als auch in der Oberlausitz auch noch heute praktiziert, etwa in Jänschwalde, Schwrazkollm sowie Schleife/Rohne.
Osterwasser holen
Seit den 50er/ 60er Jahren wird das Holen des Osterwassers nicht mehr durchgeführt. Es ist zu einem eher symbolischen Brauch geworden. Damals gingen Mädchen und Frauen in der Nacht zum Ostersonntag mit einem Tonkrug das Osterwasser holen. Das Wasser schöpften sie aus einem Fließ im Spreewald, das aus östlicher Richtung, also vom Sonnenaufgang her, floss.
Das Osterwasser sollte heilsame Wirkungen bei Menschen und Tieren haben. Außerdem sollte es Reinheit und Schönheit bringen. Allerdings behielt das Osterwasser nur seine Wirkung, wenn auf dem Hin- und Rückweg geschwiegen wurde.
Das Osterfeuer
Das ursprünglich germanische Osterfeuer ist einer der beliebtesten und bekanntesten Bräuche. Damals wurde mit den vorchristlichen Frühlingsfeuern die Sonne nach dem langen Winter begrüßt. Die Feuer waren überdies ein Mittel zur Beschwörung von Fruchtbarkeit, Wachstum und Ernte.
Heute wird das Osterfeuer meist am Ostersamstag entfacht. Zuschauer sitzen oder stehen in geselliger Runde und lassen es sich mit Speis und Trank gut gehen.




