Die Augen der deutschen Zoofreunde sind an diesem Wochenende mal wieder auf Leipzig gerichtet. Der aus der TV-Doku „Elefant, Tiger & Co.“ bekannte Zoo hat Elefantennachwuchs zu verkünden. „Elefantenkuh Rani hat im Beisein von Gefährtin Don Chung einen kleinen Bullen zur Welt gebracht“, teilt der Zoo am Sonntagmorgen mit. Das Aufatmen sei groß gewesen. Verständlich nach dem Drama, das sich im vergangenen Jahr im Leipziger Elefantengehege abspielte.

Ben Longs Schicksal bewegte ganz Deutschland

Das Schicksal des kleinen Elefantenbullen Bền Lòng hatte viele herzen bewegt. Er war am 25. Januar 2019 zur Welt gekommen. Da Mutter Hoa ihn nicht annahm, hatten Pfleger den Elefanten anfangs rund um die Uhr betreut und mit Ersatzmilch gefüttert. Außerdem kümmerten sich Ziehmutter Don Chung sowie die „Tanten“ Rani und Trinh um den Kleinen.

Doch alles Aufpeppeln und alle Versuche, den Kleinen in die Herde einzubinden, fruchteten nicht. Das Jungtier musste Ende September eingeschläfert werden, wie der Tierpark mitteilte. Der Zustand des acht Monate alten Elefanten hatte sich immer mehr verschlechtert.

Diesmal sieht der Mini-Bulle gesund aus

Diesmal scheinen die Vorzeichen besser. Der Kleine bringt 140 Kilogramm auf die Waage und macht einen gesunden Eindruck. „Am ersten Tag hat Rani ihre neue Rolle super angenommen, obwohl sie eigentlich ein sehr ängstlicher Elefant ist. Der Kleine hat den Luxus, dass sich zwei Kühe perfekt um ihn kümmern. Nun muss sich ein wenig Routine einstellen und die Rollen klar verteilt werden“, sagt Bereichsleiter Thomas Günther.

Vorsichtiges Aufatmen im Zoo Leipzig: Elefantenkuh Rani hat im Beisein von Gefährtin Don Chung einen kleinen Bullen zur Welt gebracht.
Vorsichtiges Aufatmen im Zoo Leipzig: Elefantenkuh Rani hat im Beisein von Gefährtin Don Chung einen kleinen Bullen zur Welt gebracht.
© Foto: Zoo Leipzig

Auch Zoodirektor Professor Jörg Junhold zeigt sich erleichtert: „Die gesamte Truppe mit allen Zweibeinern und Vierbeinern hat einen klasse Job gemacht. Die Geburt ist zunächst einmal geglückt. Jetzt geben wir den drei Elefanten etwas Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen, bevor wir über die nächsten Schritte entscheiden.“

Geburt verlief gut

Die Geburt selbst verlief gut. „Am Freitagabend gegen 22 Uhr beobachteten die Pfleger über die Kameraüberwachung erste Anzeichen für die bevorstehende Geburt. Nachdem die Wehentätigkeit zwischendurch abgeebbt war, ging die Geburt dann ab etwa 0.30 Uhr wieder sehr zügig voran. Um 0.58 Uhr war das Jungtier geboren“, berichtet der Zoo. Um die Unsicherheit von Raninach ihrer ersten Geburt zu überbrücken und auch Don Chung als Tante die Gelegenheit zu geben, die neue Situation einzuschätzen, unterstützten die Pfleger die beiden Elefantenkühe kurzzeitig, bevor die frischgebackene Mutter dann die Versorgung ihres Jungtieres übernahm.

„Für eine Erstgeburt verlief die Geburt unkompliziert und zügig“, schätzt Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard ein. Die kommenden Tage müssten nun zeigen, ob das Jungtier stabil ist und regelmäßig trinkt.