Mord an Valeriia (9) aus Döbeln: Mutter berichtet vor Gericht von Drohungen

Der wegen Mordes an der neunjährigen Valeriia Angeklagte wartet am Landgericht Chemnitz auf den Beginn seines Prozesses. Das Mädchen aus Döbeln war erstickt worden.
Hendrik Schmidt/dpa- Der Ex-Freund der Mutter steht wegen Mordes an der neunjährigen Valeriia vor Gericht.
- Das Mädchen wurde am 3. Juni 2024 erstickt, nachdem sie auf dem Weg zur Schule verschwand.
- Valeriias Mutter floh mit ihren Kindern wegen des Krieges aus der Ukraine nach Deutschland.
- Der Angeklagte wurde in Prag festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert.
- Der Prozess in Chemnitz umfasst vier Verhandlungstage bis Ende Januar; lebenslange Haft droht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zum Prozessauftakt um den Mord an der kleinen Valeriia aus dem mittelsächsischen Döbeln hat die Mutter von Gewalt und Drohungen des Angeklagten berichtet. Wenn sie ihn verlasse, werde er ihr weh tun, habe ihr damaliger Freund rund zwei Wochen vor dem Verschwinden des Kindes gesagt. „Du wirst weinen bis zum Ende deines Lebens.“ Sie gab ihm dennoch nach einem Übergriff und telefonischem Stalking einen Korb. „Er hat mich kontrolliert“, berichtet sie über die zweimonatige Beziehung.
Laut Anklage hatte der Moldawier sie auf dem Weg angesprochen und in sein Auto gelockt. Das Mädchen sei arglos gewesen. Nach Aussage der Mutter nannte Valeriia ihn „Papa“. Den Ermittlungen zufolge war der heute 37-Jährige dann mit dem Mädchen in einen etwa vier Kilometer entfernten Wald gefahren. Dort habe er den Kopf des Kindes in ein Schlammloch gepresst, bis es durch Einatmen von Schlamm erstickt sei, so die Anklage.
Der Mann sei verärgert und krankhaft eifersüchtig gewesen, weil sich Valeriias Mutter wenige Tage zuvor von ihm getrennt hatte, so die Anklage. Dafür habe er sich an ihr rächen wollen. Er selbst äußert sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen. Stattdessen fixiert er seine Ex-Partnerin mit festem Blick und legt die Stirn in Falten, als sie als Zeugin über die Beziehung zu ihm und ihre Panik nach dem Verschwinden des Kindes aussagt.
Sie berichtet von Gewalt und Drohungen. Wenn sie ihn verlasse, werde er ihr weh tun, habe er einmal gesagt: „Du wirst weinen bis zum Ende deines Lebens.“ Sie gab ihm dennoch nach Übergriffen und Stalking einen Korb. „Er hat mich kontrolliert“, schildert sie das Zusammenleben.
Als der Angeklagte selbst Fragen an die Zeugin stellen darf, muss der Richter häufig eingreifen und ihn ermahnen. Der 37-Jährige versucht immer wieder seine Ex-Partnerin in Misskredit zu bringen, sie als schlechte Mutter darzustellen.
Tagelange Suche nach Valeriia (9) aus Döbeln
Valeriia stammte aus der Ukraine. Die Mutter war wegen des Krieges in ihrer Heimat mit ihren Kindern nach Deutschland geflohen und hatte in Döbeln ein neues Zuhause gefunden. Dort ging die Neunjährige zur Schule. Doch am 3. Juni kam sie dort nicht an. Weil die Schule das Fehlen Valeriias im Unterricht damals nicht meldet, bleibt ihr Verschwinden zunächst unbemerkt. Ihr Verschwinden war erst aufgefallen, als sie am Nachmittag nach dem Hort nicht nach Hause kam.
Die Polizei hatte daraufhin tagelang nach dem Kind gesucht. Dabei kamen auch ein Hubschrauber, Drohnen, Taucher und Spezialhunde zum Einsatz. Doch da war das Mädchen längst tot. Erst gut eine Woche später fand die Polizei die Leiche im Unterholz eines Waldes. Der Angeklagte wurde wenige Tage später in Prag festgenommen und schließlich nach Deutschland ausgeliefert. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.
Für den Prozess am Landgericht Chemnitz sind vorerst vier Verhandlungstage bis Ende Januar geplant. Bei einer Verurteilung droht dem Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe.
