Messerangriff in Bautzen: Blutender Oberschenkel bei Instagram frei erfunden

Messerangriff in Bautzen? So könnte die Tatwaffe ausgesehen haben – in der Phantasie des Opfers. Denn seine Geschichte war gelogen.
Ingo Wagner/dpaBereits in der Nacht zum 27. Januar soll es im Stadtgebiet Bautzen zu einer gefährlichen Körperverletzung gekommen sein. Das vermeintliche Opfer hatte sich allerdings nicht an die Polizei gewandt, sondern sich per Instagram zu Wort gemeldet.
In einem dort geposteten Bild war eine Schnittwunde am Oberschenkel zu sehen. Der Geschädigte trug außerdem eine blutverschmierte Jeans. Als Bildunterschrift wurde der Tatablauf geschildert: Eine Frau soll auf dem Nachhauseweg in Bautzen von drei Ausländern verfolgt worden sein. Sie kontaktierte den Geschädigten, der ihr mit einem Freund zur Hilfe kam. Vor Ort soll es zwischen den beiden Männern sowie den drei Ausländern zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung und Beleidigungen gekommen sein. Dann aber habe einer der drei ein Messer gezückt und dem Geschädigten die Wunde am Oberschenkel zugefügt.
Tat in Bautzen wird mehrfach im Netz geteilt
Nun stellt sich heraus: Alles frei erfunden. Die Polizei war der Geschichte nachgegangen. Der Instagrampost war schließlich auf mehreren Plattformen im Internet geteilt worden. Im Zuge eines Zeugenaufrufs, konnte der Urheber ermittelt werden, teilt die Polizei am Dienstag (6. Februar) mit. Schnell wurde klar, dass an den Schilderungen nichts dran ist. Das Motiv des 22-Jährigen, der den Sachverhalt erfand, sei noch unklar. Statt wegen gefährlicher Körperverletzung wird jetzt gegen ihn wegen des Vortäuschens einer Straftat ermittelt.
Die Polizei warnt daher ausdrücklich: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Derartige Behauptungen können strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Internetnutzer werden aufgerufen, vorsichtig zu sein, welchen Nachrichten sie Glauben schenken und welche Posts sie weiterverbreiten.
