• Die Käufer von Heizöl in Sachsen müssen weiter tief in die Tasche greifen, obwohl der Rohölpreis zuletzt gesunken ist.
  • Während auch der als Produkt sehr ähnliche Treibstoff Diesel seit Wochen billiger wird, bewegen sich die Heizölpreise in Sachsen kaum, wie aus Zahlen des Portals HeizOel24 hervorgeht.
  • Für den Mittwoch (17. August) meldete es beim Kauf von 3000 Litern einen durchschnittlichen Literpreis von 155,05 Euro pro 100 Liter in Deutschland.
  • Seit etwa einem Monat schwanken die Preise um 150 Euro pro 100 Liter. Geht man zwei Monate zurück, ergibt sich sogar ein Anstieg um einige Cent pro Liter.
  • Ganz anders bei Diesel: Laut ADAC-Daten sank der Preis für Diesel seit Mitte Juni um rund 14 bis 15 Cent pro Liter.
  • Wer zum Tanken nach Polen fahren möchte, findet hier die aktuellen Entwicklungen.
Worauf müssen sich Käufer von Heizöl aktuell einstellen? Laut Portal HeizOel24 ist die Kaufaktivität im Freistaat Sachsen sehr hoch. Auch bei den Lieferfristen für Heizöl ist in Sachsen Geduld gefragt: Sie liegen demnach bei aktuell bis zu 35 Arbeitstage, teilweise kann sogar erst Ende Oktober 2022 geliefert werden. (Stand 17. August).

Preis für Heizöl in Sachsen - neun Beispiele aus dem Freistaat

Die Preise für Heizöl in Sachsen schwanken zugleich regional innerhalb des Landes. Sie liegen aber alle unterhalb des Durchschnitts für Deutschland. Neun Beispiele für eine Bestellung von jeweils 3000 Litern Heizöl (Stand 17. August, 12.30 Uhr):
  • In Hoyerswerda liegt der günstigste Preis bei 145,29 pro 100 Liter (4358,61 Euro für 3000 Liter).
  • In Weißwasser ist der Preis sehr ähnlich. Dort beginnen die aktuellen Angebote bei 145,83 Euro pro 100 Liter Heizöl (43752,04 Euro).
  • Für Bautzen ist es noch ein wenig günstiger. Dort werden 140,82 Euro pro 100 Liter (4224,74 Euro) als Preis ausgeworfen.
  • In Gröditz werden als günstigstes Angebot 143,47 Euro (4303,99 Euro) angegeben.
  • In Dresden beginnen die Preise bei 146,83 je 100 Liter Heizöl (4405,02 Euro).
  • Teurer ist es dagegen in Zwickau. Dort liegt das günstigste Angebot bei 150,98 Euro (4529,26 Euro)
  • Ein Blick nach Leipzig zeigt Preise ab 144,17 Euro je 100 Liter Heizöl (4325,05 Euro).
  • In Chemnitz kostet Heizöl ab 147,32 Euro je 100 Liter (4419,66 Euro).
  • Auch in Plauen im Vogtland beginnen die Heizölpreise erst ab 150,62 Euro je 100 Liter (4518,55 Euro).
  • Das Portal HeizOel24 gibt den Durchschnittspreis in Deutschland am 17. August mit 155,05 Euro pro 100 Liter an (12.30 Uhr).
Die aktuelle Entwicklung der Preise für Heizöl in Brandenburg finden Sie hier in der Übersicht (MOZ.de).

So kann das Heizöl beim Lieferanten bezahlt werden

Auch bei den Möglichkeiten der Bezahlung gibt es große Unterschiede bei den Lieferanten in Sachsen. Zum Teil wird nur Barzahlung akzeptiert - oft bei den günstigen Angeboten. Bei anderen Lieferanten ist Zahlung per EC-Karte möglich. Andere erlauben auch Lieferung auf Rechnung oder sogar monatlich - dann mitunter zu einem Preis von knapp 178,26 Euro je 100 Liter (5347,26) - und damit deutlich über dem Durchschnittspreis.

Woher die Schere zwischen Öl- und Heizöl-Preisen kommt

Doch woher kommt die Schere zwischen Öl- und Heizöl-Preisen? „Die rückläufige konjunkturelle Entwicklung in China als Folge der Lockdown-Einschränkungen belastet die Ölpreise. Der Preis für Brent geht auch heute deutlich herunter, nimmt die Heizölpreise allerdings nicht mit“, wird auf dem Portal aktuell mit Datum vom 16. August erläutert. Die Preise für Heizöl zeigten sich fester, gestützt von einem schwächeren Euro und einem Preisanstieg bei Gasöl, dem Vorprodukt von Heizöl und Diesel. Vor allem im Süden Deutschlands kämen die Aufschläge des logistischen Mehraufwands und die knappe Warenverfügbarkeit noch on top, die durch die niedrigen Flusspegel einhergehen.
Eine weitere Erklärung wäre eine steigende Nachfrage: Nach Angaben des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie stellen zahlreiche Betriebe aus Angst vor ausbleibenden Gaslieferungen derzeit auf Heizöl um.
Auch die Internationale Energieagentur (IEA) sieht eine Verschiebung von Gas zu Öl. Die im Zuge des Ukraine-Kriegs verursachte Gaskrise mit einem starken Preisanstieg für Erdgas habe dazu geführt, dass Industrieunternehmen und Kraftwerke ihre Anlagen verstärkt mit Öl betreiben, heißt es in ihrem Monatsbericht.

IEA: Nachfrage nach Rohöl wird weiter steigen

Die IEA hat daher ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Rohöl angehoben. Die Agentur erwartet für das laufende Jahr nun eine Nachfrage von 99,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. Das sind 380 000 Barrel mehr als in der vorangegangenen Prognose. Für das kommende Jahr erwartet sie dann eine Nachfrage von täglich 101,8 Millionen Barrel. Die höhere Nachfrage nach Rohöl sei vor allem in den Regionen Europa und Naher Osten zu erwarten, heißt es in dem Monatsbericht.

Hoyerswerda

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) nannte am Donnerstag für dieses Jahr nahezu dieselbe Prognosezahl: Sie rechnet mit einer durchschnittlichen täglichen Nachfrage nach Rohöl von 100 Millionen Barrel. Bislang war sie allerdings von minimal mehr ausgegangen.

Nachfrage nach Heizöl in Deutschland konstant hoch

In Deutschland ist die Nachfrage nach Heizöl in den ersten Monaten nach Kriegsbeginn trotz sehr hoher Heizölpreise nicht drastisch eingebrochen. Die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gemeldeten Zahlen zur Inlandsablieferung liegen für die Monate März bis Mai 2022 im Vergleich zu den Vorjahren zwar eher niedrig, 2021 waren sie allerdings noch niedriger. Werte für Juni und Juli liegen noch nicht vor.