Glatteis in Sachsen
: Unfälle wegen Glätte - VW rutscht in Wittichenau gegen zwei Autos

UPDADE 28.12.2025, 15.50 Uhr: Auf glatten Straßen in Sachsen gibt es zahlreiche Unfälle. Und vielerorts bleibt es rutschig. Wo Autofahrer und Fußgänger besonders aufpassen müssen.
Von
dpa ,
Thomas Seifert
Görlitz/Dresden
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Datum: 27.12.2025 / Ort: Dresden

Es ist richtig glatt am spaeten Samstagabend in der historischen Dresdner Altstadt! Die Strassen und Plaetze, wie an der Semperoper, verwandelten sich schnell zur gefaehrlichen Rutschbahn. Passanten kaempften mit den glatten - und noch nicht vom Winterdiensten gestreuten - Wegen. Einige hielten sich an Strassenlaternen fest, hielten ihren Partner/in fest an der Hand, oder fielen sogar hin. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor einer verbreiteten Glatteisgefahr in Sachsen. Grundlage ist der aktuelle Warnlagebericht des DWD vom Samstagabend (27. Dezember 2025, 20.30 Uhr). Demnach besteht in der Nacht zum Sonntag die Gefahr von Glatteis durch gefrierenden Spruehregen. Regional koennen die Auswirkungen auch unwetterartig ausfallen.Autofahrer und Fussgaenger werden zur Vorsicht aufgerufen. Zusaetzlich zur Glatteisgefahr erwartet der DWD Frost in der Nacht zum Sonntag mit Temperaturen bis minus fuenf Grad.

Es ist richtig glatt in der historischen Altstadt von Dresden. Straßen und Plätze, wie hier an der Semperoper, verwandeln sich schnell zur gefährlichen Rutschbahn. Fußgänger kämpfen auf glatten und noch nicht vom Winterdienst gestreuten Wegen, um nicht auszurutschen. Einige halten sich an Laternen fest, um nicht hinzufallen. Der Deutsche Wetterdienst warnt weiter vor Glatteisgefahr in Sachsen.

xcitepress/Lucas Friedenhain
  • Glätte in Sachsen: Über 30 Unfälle bis Sonntagmorgen, Schwerpunkt im Osten und Westen des Landes.
  • In Ostsachsen 13 Unfälle gemeldet, Schaden rund 50.000 Euro, keine Verletzten.
  • Zwickauer Region: 19 Unfälle, ein Unfall mit 23.000 Euro Schaden, Fahrer blieb unverletzt.
  • Deutscher Wetterdienst warnte vor Glatteis durch gefrierenden Sprühregen, v. a. in Südbrandenburg und Sachsen.
  • Auch Reifglätte sorgte für rutschige Straßen – zahlreiche Unfälle schon in der Nacht zu Samstag.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf den Straßen in Sachsen hat es am Wochenende wegen Glätte zahlreiche Unfälle gegeben. Die Polizei zählte am Sonntag (28. Dezember 2025) mehr als 30 Unfälle. Allein in Ostsachen musste die Polizei in der Nacht von Samstag (27. Dezember 2025) zu Sonntag zu 13 Unfällen ausrücken.

Nach Angaben der Polizeidirektion in Görlitz wurden dabei drei Personen leicht verletzt. Den Gesamtschaden schätzen Ermittler auf rund 50.000 Euro.

Im Westen des Freistaats war es ebenfalls glatt. Die Polizeidirektion in Zwickau zählte bis zum frühen Sonntagmorgen 19 Unfälle. „Wir waren heute hauptsächlich mit diesen Unfällen beschäftigt“, sagte ein Polizeisprecher.

Glatte Fahrbahnen führen in Sachsen zu Unfällen

In Crostwitz im Landkreis Bautzen kam ein 49-Jähriger aufgrund von winterglatter Fahrerbahn mit seinem Mercedes von der Straße ab und prallte gegen zwei Bäume. Der Fahrer und die 48-jährige Beifahrerin wurden leichtverletzt in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 20.500 Euro.

In Wittichenau im Landkreis Bautzen rutschte ein 24-jähriger VW-Fahrer mit seinem Fahrzeug auf glatter Fahrbahn und kollidierte mit zwei geparkten Autos. Bei der Unfallaufnahme stellte die Polizei Atemalkoholgeruch bei dem Fahrer fest. Ein freiwillig durchgeführter Test ergab einen Wert von 0,80 Promille. Die Polizisten untersagten dem Fahrer die Weiterfahrt und ordneten eine Blutentnahme an. Zudem wurde der Führerschein sichergestellt und eine Strafanzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs aufgenommen. Die Ermittlungen führt der Verkehrs- und Verfügungsdienst Hoyerswerda.

In St. Egidien im Landkreis Zwickau kam ein Mann mit seinem Wagen auf einer glatten Fahrbahn ins Rutschen und stieß mit einem Verkehrsschild zusammen. Er blieb unverletzt. Den Schaden dieses Unfalls schätzen die Beamten auf rund 23.000 Euro.

Im Landkreis Mittelsachsen meldete die Polizei mehrere Unfälle. Am Samstagabend (27. Dezember 2025) überschlug sich ein 61-Jähriger mehrmals mit seinem Pkw, nachdem er auf der S34 bei Großweitzschen auf der glatten Straße die Kontrolle über den Wagen verloren hatte und in ein angrenzendes Feld geraten war. Er verletzte sich leicht und wurde vom Rettungsdienst zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 20.000 Euro.

Etwas später rutschte ein Linienbus in Mittweida beim Abbiegen von der glatten Straße in eine Hauswand und ein dortiges Baugerüst, das teilweise aus der Verankerung gerissen wurde. Verletzt wurde niemand. Die Polizei beziffert den Schaden auf 40.000 Euro.

In Roßwein verlor ein 41-Jähriger ebenfalls beim Abbiegen die Kontrolle über sein Auto. Sein Wagen rutsche eine Straße entlang und krachte in ein Wohnhaus. Der Mann verletzte sich nicht. Es entstand laut Polizei ein Schaden von etwa 25.000 Euro.

Deutscher Wetterdienst warnt immer wieder vor Glatteis

Bis zum Sonntagnachmittag besteht gebietsweise Glättegefahr und vereinzelt Glatteis, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorhersagt. Die Temperaturen steigen auf bis zu drei Grad Celsius. In den Kammlagen des Erzgebirges gibt es örtlich leichten Dauerfrost bei bis minus einem Grad.

Wegen der Glätte bleibt der Tierpark in Chemnitz geschlossen und soll erst am Montag (29. Dezember 2025) wieder öffnen, wie die Stadt informierte. Das Wildgatter hat demnach geöffnet.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits im Vorfeld für die Nacht auf Sonntag vor Glatteis gewarnt. Vor allem im südlichen Brandenburg über Teile Sachsens bis zum Erzgebirge und nach Thüringen müsse mit Glätte durch gefrierenden Sprühregen gerechnet werden, teilte der DWD am Samstagabend mit. Auch „lokal erhebliche Glätte“ sei möglich.

Für Sonntagvormittag hatte der Wetterdienst vor allem in der Mitte des Landes stellenweise Glätte vorhergesagt. Dort könnte es Nieselregen geben, der dann auf dem Boden gefriert. Vorsicht war deshalb zwischen Thüringer Becken und der Lausitz geboten.

Die Meteorologen erwarten örtlich Glätte durch Reif.: ARCHIV - 29.12.2024, Rheinland-Pfalz, Spangdahlem: Autos fahren auf der Landesstraße L46 durch die neblige und frostige Landschaft. (Symbolbild) (zu dpa: «Hochdruckwetter mit wenig Sonne und etwas Nebel») Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gefährliche Reifglätte: Autos fahren auf einer Landesstraße durch die neblige und frostige Landschaft. Die Meteorologen erwarten örtlich Glätte durch Reif. (Symbolfoto)

Harald Tittel/dpa

Ansonsten könne laut DWD immer wieder vereinzelt auch die sogenannte Reifglätte auftreten: Wenn Reif auf Gehwegen und Straßen zusammengepresst wird, kann die durch den Druck verflüssigte und anschließend wieder gefrorene Oberfläche glatt werden. Schon in der Nacht zum Samstag hatte Glätte im Zuge der eisigen Temperaturen für zahlreiche Unfälle mit mehreren Verletzten gesorgt.

Weitere Nacht mit Glätte steht in Sachsen bevor

Auch für die Nacht von Sonntag zu Montag (29. Dezember 2025) erwartet der Wetterdienst Glätte durch Reif oder überfrierende Feuchtigkeit. Wolken ziehen von Norden her auf, es bleibt aber niederschlagsfrei und kühlt auf bis zu minus neun Grad ab.

Die letzte Woche des Jahres 2025 beginnt stark bewölkt mit bis zu drei Grad Celsius und gelegentlichem Sprühregen, der im Bergland bei maximal bis zu einem Grad auch gefriert. In der Oberlausitz schneit es am Montagvormittag etwas. Auf dem Fichtelberg zieht Sturm auf.

Die Nacht zu Dienstag (30. Dezember 2025) bleibt stark bewölkt. Bei bis zu minus vier Grad Celsius und im Bergland bis zu minus fünf Grad fällt gelegentlich Niederschlag, zunehmend als Schnee.