Am Freitag (2. September) geht so gut wie nichts mehr für Passagiere der Lufthansa. Der angekündigte Piloten-Streik betrifft etwa 130.000 Fluggäste. Rund 800 Flüge werden gestrichen.
In Sachsen sind die Flughäfen Dresden und Leipzig-Halle betroffen. Der aktuelle Stand (14:15 Uhr) lautet: In Dresden wurden mindestens vier Flüge nach Frankfurt/Main gestrichen.
Für Leipzig-Halle gilt weiterhin: „Es wurde ein Flug der Lufthansa am Freitagnachmittag nach Frankfurt (Main) bereits gestrichen“, bestätigt Uwe Schuhart, Pressesprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG am Donnerstagmittag. Start für den gestrichenen Lufthansa-Flug ab Leipzig sollte am 2. September, 15.20 Uhr sein.
Ob es weitere Streichungen ab Leipzig-Halle geben wird, kann Schuhart aktuell nicht sagen. Der Stand am Donnerstag kann sich jederzeit schnell ändern. „Die Lufthansa teilt die Änderungen mit. Sobald sie vorliegen, werden sie minutengenau in die Systeme eingepflegt.“
Uwe Schuhart rät Lufthansa-Passagieren in Sachsen, sich unbedingt rechtzeitig zu informieren - entweder direkt bei der Lufthansa oder auf den Flugplan-Seiten der Flughäfen in Dresden und in Leipzig/Halle. „Die Lufthansa informiert ihre Kunden zudem meist direkt per SMS.“

Flughafen BER in Berlin von Lufthansa-Streik betroffen

Vom angekündigten bundesweiten Streik der Lufthansa-Piloten an diesem Freitag sind voraussichtlich auch die Flüge der Fluggesellschaft vom Hauptstadtflughafen BER betroffen. Lufthansa fliegt von Schönefeld aus ausschließlich die innerdeutschen Ziele Frankfurt und München an. Fast alle Flüge aus diesen und in diese beiden Städte würden gestrichen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Schon bei einem ersten Warnstreik der Piloten vor wenigen Wochen wurden nahezu alle Lufthansa-Verbindungen am BER gestrichen.

Streik am Freitag: Lufthansa streicht erste Flüge schon Donnerstag

Bundesweit kann der angekündigte Streik schon am Donnerstag Auswirkungen haben, so die Lufthansa. Es würden einzelne Verbindungen gestrichen, hieß es. Die Folgen des Streiks sollen am Wochenende noch zu spüren sein.
Bestreikt werden sollen sämtliche Abflüge aus Deutschland der Kerngesellschaft Lufthansa sowie der Lufthansa Cargo, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) in Frankfurt mitteilte. Das habe der Vorstand nach intensiven Verhandlungen mit dem Unternehmen und auf Antrag der Tarifkommission beschlossen, erklärte ein Sprecher. Die Lufthansa kritisierte den Streikaufruf und forderte eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Diese Rechte haben Flug-Passagiere bei einem Streik

● Fluggäste haben bei einem Pilotenstreik im Fall von Verspätungen und Annullierungen nicht nur Ansprüche auf Ersatzbeförderung, Verpflegung und Unterbringung, sondern teils auch auf Ausgleichszahlungen nach der EU-Fluggastrechteverordnung in Höhe von 250 bis 600 Euro.
Weil die Piloten bei der Airline angestellt sind und der Streik folglich dem unternehmerischen Risiko der Fluggesellschaft und keinen „außergewöhnlichen Umständen“ zugeordnet werden kann, ist die Rechtslage hier klarer als etwa bei einem Streik der Sicherheitskräfte an den Airports.
● Fällt der Flug aus oder verspätet sich um mehr als drei Stunden, muss die Fluggesellschaft eine alternative Beförderung anbieten – sei es durch Umbuchung auf andere Flüge oder etwa die Umwandlung des Tickets in eine Bahnfahrkarte. Die Option wird bei innerdeutschen Flügen oft angeboten.
● Und was ist, wenn die Airline sich nicht zuckt? Dann empfiehlt es sich, ihr eine Frist zur Beschaffung einer Ersatzbeförderung zu setzen. Als angemessen sehen Reiserechtler hier einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden nach der geplanten Abflugzeit. Kommt die Airline der Aufforderung in dieser Zeit nicht nach, kann man sich selbst Ersatz beschaffen und die Kosten im Anschluss von der Airline einfordern.
● Wenn ein Flug storniert wird, haben Passagiere neben der Ersatzbeförderung durch die Airline noch eine zweite Option: das Geld zurückverlangen. Dann müssen sie sich aber in jedem Fall selbst darum kümmern, wie sie ans Ziel kommen.
● Bleibt man am Airport und wartet etwa auf einen Ersatzflug, muss die Airline einem je nach Wartezeit Mahlzeiten und Getränke bereitstellen und gegebenenfalls eine Unterbringung in einem Hotel besorgen.
● Im Detail können Passagiere ihre Rechte etwa auf der Website der Verbraucherzentralen nachlesen. Beim Prüfen von Ansprüchen kann die kostenfreie Flugärger-App der Verbraucherzentrale NRW helfen. Das Europäische Verbraucherzentrum bietet ein browserbasiertes Selbsthilfe-Tool bei Flugproblemen.
● Ein wichtiger Punkt zum Abschluss: Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, ist der Reiseveranstalter und nicht die Airline der erste Ansprechpartner.