Eine ganze Reihe von neuen Fällen von sogenannten Enkeltrickbetrügereien haben die Polizeidirektionen in Cottbus und Görlitz am Donnerstag gemeldet. Einige davon haben auch leider funktioniert. Was ist im Einzelnen geschehen?

Nieskyer Seniorin übergibt Geld an der Haustür

In Niesky (Landkreis Görlitz) ist eine 84-Jährige am Mittwoch Betrügern zum Opfer gefallen. Als die Seniorin den Telefonhörer abnahm, meldete sich eine männliche Stimme und stellte sich als Polizist aus Niesky vor. Der vermeintliche Beamte erzählte von einem schweren Verkehrsunfall, den ihr Sohn im Ausland verursacht habe. Um ihn aus der Untersuchungshaft freizukaufen, müsse sie eine Kaution bezahlen. Die Dame übergab daraufhin an ihrer Haustür 13.000 Euro an einen Kurier.

Bankangestellte rettet Frau aus Wittichenau vor dem Betrug

Bereits am Montag haben Telefonbetrüger versucht, eine 81-jährige Rentnerin aus Neudorf-Klösterlich bei Wittichenau (Landkreis Bautzen) um ihr Geld zu bringen. Mehrfach riefen die Unbekannten bei der Seniorin an und forderten sie auf, angebliche Spielschulden zu begleichen. Die Geschädigte war sich zwar sicher, keine Schulden zu haben, fühlte sich jedoch dennoch durch die permanenten Zahlungsanweisungen unter Druck gesetzt. Sie beabsichtigte schließlich, die geforderte Summe von 1500 Euro zu überweisen. Glücklicherweise reagierte eine Bankmitarbeiterin richtig und wies die alte Dame auf die Betrugsmasche hin. Sie überzeugte die Frau, statt der Überweisung ihrer Ersparnisse an die Betrüger lieber eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
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Cottbus

Görlitzer Rentner kauft Google Play Karten

Ein 91-Jähriger im Görlitzer Stadtteil Weinhübel ist am Mittwoch Telefonbetrügern zum Opfer gefallen. Einen Gewinn von 39.000 Euro versprachen die Kriminellen dem Senior – Wenn er zuvor Google Play Karten für 1000 Euro kauft und die Codes am Telefon durchgibt. Der Geschädigte kam der Aufforderung nach, kaufte die Karten und übermittelte die Codes. Die Betrüger teilten ihm dann jedoch mit, dass sich die Gewinnsumme erhöht habe und er weitere Karten für 500 Euro kaufen solle. Erneut machte sich der Görlitzer auf den Weg. Eine Markt-Mitarbeiterin wurde stutzig, rief die Polizei und bewahrte den Senior vor weiterem Schaden. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen.

Cottbuserin fällt nicht auf „Herrn Müller“ rein

Am Mittwochnachmittag scheiterte der Betrüger „Herr Müller“ bei dem Versuch, eine 79 Jahre alte Rentnerin in Cottbus übers Ohr zu hauen. Der Kriminelle rief bei der Seniorin an und erzählte ihr etwas von einem Geldgewinn in Höhe von 49.000 Euro, für den sie nur Geldkarten im Wert von 500 Euro kaufen und an einen Fremden übergeben sollte. Die Frau verständigte umgehend die Polizei. „Herr Müller“ hatte bereits im Frühjahr bei ihr angerufen und war mit einem ähnlichen Betrugsversuch abgeblitzt.

Senftenberg

Wie kann ich mich vor solchen Betrügern schützen?

Der Cottbuser Polizeisprecher Ralph Meier: „Bewahren Sie einen kühlen Kopf. Wer sollte Ihnen denn völlig grundlos so viel Geld schenken? Betrüger versuchen immer wieder und ganz bewusst, gerade ältere Bürger zu manipulieren. Überprüfen Sie daher ganz genau, ob der Sachverhalt stimmen kann und Sie überhaupt an Gewinnspielen teilgenommen haben. Lassen Sie sich nicht durch selbstbewusstes Auftreten oder phantastische Geschichten beeindrucken. Prüfen Sie genau, auf welche Personen und Angebote Sie sich einlassen und holen Sie sich Rat bei Freunden, Nachbarn oder Verwandten.“ Niemals solle man Geld aus Voraussetzung für einen Gewinn auf ausländische Konten überweisen. Gutscheincodes sollten niemnals an Fremde übermittelt werden Im Zweifelsfall gilt: Jederzeit die Polizei anrufen und um Rat und Hife fragen.