Demo in Dresden
: Gedenken an Bombardierung vor 80 Jahren – Protest gegen Rechtsextreme

UPDATE 18:08 Uhr: Dresden gedenkt der Bombardierung der Stadt vor 80 Jahren. Lautstarker Protest formiert sich gegen Rechtsextreme, die die Gedenkfeiern instrumentalisieren. Dieses Fazit zieht die Polizei.
Von
dpa
Dresden
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Demonstration - 80. Jahrestag der Zerstörung Dresdens: 15.02.2025, Sachsen, Dresden: Gegendemonstranten stehen anlässlich einer geplanten Kundgebung der rechtsextremen Szene am Postplatz vor der Polizei. Grund ist ein „Gedenkmarsch“ zum 80. Jahrestag der Zerstörung Dresdens. Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gegendemonstranten stehen anlässlich einer geplanten Kundgebung der rechtsextremen Szene am Postplatz vor der Polizei. Grund ist ein „Gedenkmarsch“ zum 80. Jahrestag der Zerstörung Dresdens.

Sebastian Kahnert/dpa
  • Dresden gedenkt der Bombardierung vor 80 Jahren; Proteste gegen Rechtsextreme.
  • Ca. 1.200 Rechtsextreme marschierten; Gegendemonstranten blockierten Straßen.
  • Polizei räumte Blockaden, setzte Wasserwerfer und Drohnen ein.
  • Oberbürgermeister: Dresden steht für Versöhnung, gegen Geschichtsfälschung.
  • Bis zu 25.000 Menschen starben 1945 durch Bombenangriffe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Dresden haben zahlreiche Menschen gegen einen Marsch von Rechtsextremisten anlässlich der Gedenkfeiern zur Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg protestiert. Bereits am Vormittag versammelten sich Demonstranten im Zentrum der Elbestadt - sie blockierten unter anderem Straßen entlang der geplanten Aufmarschroute der Rechten.

Am späten Mittag wurde dann eine Blockade an der Ostra-Allee nahe der Dresdner Innenstadt geräumt. Laut einem dpa-Reporter gab es dabei lautstarken Protest. Nach Angaben der Polizei wurden rund 100 Personen nach und nach von der Fahrbahn getragen.

„Ziel unserer Einsatzkräfte ist es, einen störungsfreien Ablauf zu gewährleisten“, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Die Beamten sprachen von einer dynamischen Lage.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot in der Innenstadt im Einsatz, auch Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge stehen bereit, ein Polizeihubschrauber sowie eine Polizeidrohne sind ebenfalls im Einsatz. Sie sollen Bilder in den Führungsstab senden, dort wird der Einsatz koordiniert.

Polizei in Dresden spricht von dynamischer Lage in der Innenstadt

Die Kundgebung der Rechtsextremen begann am frühen Nachmittag am Bahnhof Mitte. Unter anderem wurden Teilnehmer aus Tschechien und Ungarn begrüßt. Anschließend setzte sich der Zug begleitet und abgeschirmt von einem Großaufgebot der Polizei in Bewegung. Ein dpa-Reporter schätzte Zahl der Teilnehmer auf etwa 1.200. In Höhe des Zwingers lief der sogenannte Trauermarsch an Gegendemonstranten vorbei - es gab Pfiffe und „Nazis-raus“-Rufe.

Die Polizei hatte im Vorfeld bis zu 2000 Rechtsextreme aus Deutschland und dem Ausland erwartet, sie geht weiterhin von einer „konfrontativen Versammlungslage“ aus.

Unterstützt wird die Dresdner Polizei von der sächsischen Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei sowie Kollegen aus Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Hamburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Dresden wehrt sich gegen Rechtsextremisten

Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach von britischen und amerikanischen Bomben zerstört worden. Nach Recherchen von Historikern verloren bis zu 25.000 Menschen ihr Leben. Rechtsextreme sehen darin ein Kriegsverbrechen der Alliierten.

Die Stadt Dresden wehrt sich immer wieder gegen Versuche, das Gedenken zu instrumentalisieren und die Schuld Deutschlands am Ausbruch des Krieges zu relativieren. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) warnte vor Mythenbildung und Geschichtsfälschung.

„Dresden steht für Versöhnung und Frieden. Wir stellen uns entschieden gegen alle, die unsere Gesellschaft spalten und gegen unsere demokratischen Grundwerte arbeiten“, erklärte Hilbert in einer Botschaft an die Demonstranten.

„Unsere Stadt lebt von Respekt, Toleranz und dem gemeinsamen Einsatz für unsere Demokratie. Ich rufe alle Bürgerinnen und Bürger auf, Haltung zu zeigen: für unsere Verfassung, für eine offene Gesellschaft und für ein friedliches Miteinander.“

Die Polizei hat am Abend ein positives Fazit zu den Protesten gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen Szene in Dresden gezogen. „Wir haben unsere gesteckten Ziele erreicht. Das Recht auf Versammlungsfreiheit wurde gewahrt, Protest in Hör- und Sichtweise ermöglicht - und das während des gesamten Versammlungsaufzuges der Rechtsextremen“, sagte Polizeisprecher Mario Laske.