CSD Bautzen 2025: Tausende demonstrieren für die Würde queerer Menschen

Beim Christopher Street Day in Bautzen wurde unter dem Motto „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ gefeiert.
Daniel Wagner/dpa- Tausende feierten den CSD 2025 in Bautzen unter dem Motto „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.
- Polizei zählte 3000 Teilnehmer, 400 Unterstützer und 500 Gegendemonstranten.
- Veranstaltungen verliefen größtenteils friedlich, 20 Ermittlungen u. a. wegen Körperverletzung eingeleitet.
- Versammlungsrecht eingeschränkt: Verbot von einschüchternder Kleidung und Marschtakt-Märschen.
- Prominente Gäste: Queerbeauftragte Sophie Koch, Oberbürgermeister Karsten Vogt und Band Kraftklub.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehrere Tausend Menschen haben sich am Sonntag (10. August 2025) zum Christopher-Street-Day (CSD) in Bautzen in Sachsen versammelt. Die Polizei sprach von rund 3000 CSD-Teilnehmern und rund 400 Menschen bei einer Unterstützer-Demo.
Auf der anderen Seite nahmen laut Polizei rund 500 Menschen an einer Gegenveranstaltung „gegen Genderwahn“ teil. Damit fiel der Gegenprotest kleiner aus als im Vorjahr, als sich rund 680 Menschen aus dem rechtsextremen Spektrum versammelt hatten.
Polizei sichert Versammlung mit Großaufgebot
Nach Aggressionen gegen den CSD im Jahr 2024 begleitete die Polizei die Versammlungen diesmal mit einem Großaufgebot und trennte die Lager.
Zum Abschluss bewertete die Polizei die Demonstrationen als weitgehend friedlich. Es sei zu keinen größeren Ausschreitungen oder körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Dennoch habe es Situationen gegeben, in denen die Polizisten hätten eingreifen müssen.
Knapp 20 Ermittlungsverfahren seien eingeleitet worden, vor allem wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Außerdem habe es Fälle von Körperverletzung, Raub, Diebstahl und Beleidigung gegeben.
Der dritte CSD in der Kleinstadt östlich von Dresden stand unter dem Motto „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch in Bautzen!“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer demonstrierten nach eigenen Angaben für Menschenwürde, queere Sichtbarkeit und Solidarität. Auch die Band Kraftklub aus Chemnitz spielte in Bautzen.
Bei einer anschließenden Kundgebung auf dem Bautzener Kornmarkt sprachen unter anderem die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), und Bautzens Oberbürgermeister Karsten Vogt (CDU). Laut der Sächsischen Zeitung war auch Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) in Bautzen.
Einschüchternde Kleidung verboten
Der Landkreis Bautzen hatte als zuständige Versammlungsbehörde vorab das Versammlungsrecht beschränkt. Verboten wurde unter anderem einheitliche schwarze Kleidung, die den Eindruck von Gewaltbereitschaft vermitteln oder eine einschüchternde Wirkung haben könnte. Auch Marschieren im Gleichschritt und das Schlagen von Trommeln im Marschtakt wurden untersagt.
Im Jahr 2024 hatte es in Bautzen rechtsextreme Proteste anlässlich des Christopher Street Day gegeben, die von Aggressionen gegen die CSD-Teilnehmer geprägt waren. Eine Abschlussveranstaltung am Abend hatten die Veranstalter wegen Sicherheitsbedenken abgesagt. Auch im Jahr 2025 hatten sich Polizei und Versammlungsbehörde auf eine konfrontative Lage eingestellt.
Mit dem Christopher Street Day erinnern Organisatoren und Teilnehmer an den Widerstand von transgeschlechtlichen und homosexuellen Menschen. Im Jahr 1969 war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, nachdem diese eine bekannte Szene-Bar in der Christopher Street in New York gestürmt hatten.


