Sachsen hat als erstes Bundesland für den öffentlichen Nahverkehr sowie für den Einzelhandel eine Maskenpflicht beschlossen. Die Verordnung zum „Tragen einer Mund-Nasenbedeckung“ gilt ab Montag, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag nach einer Sitzung des Kabinetts in Dresden. Zur Abdeckung von Nase und Mund müsse aber keine teure FFP2-Maske sein, es reichten auch ein einfaches Tuch oder ein Schal.

„Wenn wir jetzt so weit gehen und in so vielen Bereichen zusätzliche Kontakte von Menschen zulassen und auch provozieren, ist diese Maskenpflicht die richtige Antwort“, so Kretschmer. Von Montag an sollen in Sachsen einige Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert werden.

So dürfen etwa Ladengeschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder öffnen, ebenso Bau- und Gartenmärkte.

Mehr Bewegungsfreiheit erfordert mehr Vorsicht

Für den Einkauf im Laden ist laut Regierung dann jedoch im Gegenzug das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend, ebenso für die Nutzung von Bussen und Bahnen. Es sei ein „zumutbares Instrument“ für die größeren Bewegungsmöglichkeiten, betonte Kretschmer. Einen solchen Schutz gebe es mittlerweile in vielfältiger Weise, man könne ihn selbst nähen oder kaufen.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte sich im Kabinett für die Einführung einer solchen Maskenpflicht stark gemacht.

Am bevorstehenden Wochenende könnten sich die Menschen auf die neue Vorschrift einrichten. Zugleich betonte die Ministerin, dass die Einhaltung der neuen Regel zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch geahndet werden könne. Details zu möglichen Bußgeldern nannte sie nicht.

Brandenburg setzt auf Vernunft

Die Gesundheitsministerin geht zudem davon aus, dass andere Bundesländer bei der Maskenpflicht für Handel und Nahverkehr nachziehen. „Es ist unser Weg, den wir gehen und den machen wir nicht abhängig von anderen Wegen.“

Zugleich empfiehlt das Ministerium generell im öffentlichen Raum eine Mund-und-Nasenbedeckung zu tragen - vor allem beim Kontakt mit ‎Risikopersonen.

Mittlerweile hat auch Mecklenburg-Vorpommern nachgezogen, ist aber weniger streng als Sachsen und macht das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes nur in Bus und Bahn zur Pflicht.

In Brandenburg besteht keine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beziehungsweise von (nicht-medizinischen) Alltagsmasken, wird seitens der Landesregierung zur Reduzierung des Risikos von Infektionen aber „dringend empfohlen in öffentlichen Räumen, in denen der Mindestabstand nicht immer gewährleistet werden kann, insbesondere im Einzelhandel und ÖPNV“.

Der Cottbuser Ordnungsdezernent Thomas Bergner hat mit Blick auf die geplante, schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebs an Eltern appelliert, ihre Kinder mit einem Mund-Nasenschutz auszustatten. Eine Maskenpflicht wie sie andere deutsche Städte, etwa Jena (Thüringen) oder Hanau (Hessen) angeordnet haben, gibt es aber nicht. In Jena zeigt die Maßnahme in Jena Wirkung. Am Freitag hieß die Bilanz: Seit neun Tagen keine Neuinfektion mit dem Coronavirus. mit dpa