• In Sachsen gelten angesichts der hohen Corona-Zahlen seit dem 01.04.2021 wieder verschärfte Corona-Regeln
  • Diese sollen nun um weitere drei Wochen verlängert werden
  • Der Bund plant derweil eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes
Die dritte Corona-Welle rollt durch Sachsen, die Infektionszahlen steigen. Seit dem 1. April gelten im Freistaat deshalb neue Corona-Regeln. Im Wesentlichen hält das Bundesland an den Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie fest - weitet aber die Test- und Maskenpflicht in bestimmten Bereichen aus. Galt bisher die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen als Maßstab für Verschärfung oder Lockerung, ist nun die Bettenauslastung in Krankenhäusern das entscheidende Kriterium. Sind 1300 Betten im Freistaat mit Covid-19-Patienten belegt, drohen Beschränkungen. Welche Regeln gelten in welchen Lebensbereichen? Eine Übersicht.

Corona-Regeln in Sachsen: Verlängerung der Maßnahmen bis zum 09.05.2021

Sachsen will die geltenden Corona-Regeln um drei Wochen verlängern. Die derzeitige Corona-Schutzverordnung bleibe bestehen und soll bis zum 9. Mai verlängert werden, sagte Regierungssprecher Ralph Schreiber am Montag auf Anfrage. Am Dienstag will das Kabinett zur Abstimmung zusammenkommen. Zuvor hatten Medien berichtet. Die derzeitige Landesverordnung läuft am Sonntag (18. April) aus. Damit bleiben etwa Kontaktbeschränkungen bestehen, Gastronomie und Hotels geschlossen, Schulen und Kitas mit Einschränkungen geöffnet.
Sachsen reagiert damit auf die geplante Neufassung des Bundesinfektionsschutzgesetzes. Unterdessen dauern die Gespräche unter anderem zwischen Bund und Ländern über die Einführung einer bundesweiten Corona-Notbremse an. Die Neuregelung soll einheitliche Regeln für Regionen mit hohen Corona-Zahlen festschreiben, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte hingegen Bedenken angemeldet und gefordert, dass sich die Beschränkungen nicht allein an Inzidenzwerten orientieren dürften.

Nächtliche Ausgangssperre in Sachsen bei Inzidenz über 100

Sachsen verzichtet auf eine flächendeckende Ausgangsbeschränkung. Liegt die 7-Tage-Inzidenz einer Kommune allerdings drei Tage lang über dem Schwellenwert von 100, greift die nächtliche Ausgangssperre. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch aus triftigem Grund gestattet. Dazu zählt unter anderem:
  • Ausübung des Berufs
  • Einkaufen
  • Sport im Freien
  • Hochzeit
  • Besuch des eigenen Gartens
  • Medizinische Hilfe in Anspruch nehmen
  • Mit dem Haustier Gassi gehen
  • Begleitung von Sterbenden

Shoppen und Einkaufen: Das gilt für Geschäfte oder Läden

Einrichtungen des Einzel- und Großhandels, die laut Corona-Schutz-Verordnung nicht zur Deckung des Grundbedarfs gehören, müssen seit 1. April wieder geschlossen bleiben. Das betrifft etwa Kosmetik-, Nagel- oder Tattoo-Studios sowie botanische und zoologische Gärten, Tierparks, Museen, Galerien und Gedenkstätten, teilte die Stadt mit.
Geöffnet bleiben dürfen etwa Friseure und Fußpflegen, Blumen- und Bücherläden, Bibliotheken, Fahrschulen sowie Musikschulen für den Einzelunterricht.

Kontaktbeschränkungen: Das gilt bei privaten Treffen

  • Kontakte zu Menschen außerhalb des eigenen Hausstandes auf das absolut nötige Minimum reduzieren
  • Zahl der zulässigen Kontakte möglichst konstant und klein halten
  • Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen halten

Erlaubt sind (in der Öffentlichkeit und privat):

  • Zusammenkünfte mit Personen des eigenen Hausstandes, der Partnerin oder des Partners und Personen, für die ein Sorge- und Umgangsrecht besteht
  • Zusammenkünfte mit maximal fünf Personen aus zwei Hausständen
  • Kinder unter 15 Jahren zählen nicht mit

Nach den Osterferien: Das gilt an sächsischen Schulen

Maskenpflicht und immer wieder testen: Wenn Sachsens Schüler am kommenden Montag erneut zur Schule gehen, müssen sie verschärfte Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in Kauf nehmen. Der Schulbesuch ist nur mit Tests möglich. Bisher mussten Schüler und Schülerinnen weiterführender Schulen einmal pro Woche eine ärztliche Bescheinigung oder ein negatives Testergebnis vorweisen. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung wird die Testpflicht auf zwei Mal wöchentlich und zudem auf Grundschüler erweitert. Das Personal muss sich weiter wie bisher zwei Mal testen.

Alkoholverbot in Innenstädten

In einem Teil der Innenstadt sowie in Parks und Gärten, an Haltestellen, auf Parkplätzen oder vor gastronomischen Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet gilt ein Alkoholverbot.

Gastronomie in Sachsen: Restaurants, Bars und Clubs weiterhin zu

Geschlossen bleiben müssen:
  • Gaststätten
  • Bars
  • Kneipen

Ausnahmen:

  • Kantinen und Mensen (wenn Verzehr am Arbeitsplatz nicht möglich ist)
  • Abhol- und Lieferservice
  • Lockerungen im Bereich Außengastronomie bei 7-Tage-Inzidenzen unter 100 auf 100.000 Einwohner möglich

Amateursport: Das ist ab 1. April verboten

  • Individualsport zu zweit oder in Gruppen von bis zu 20 Kindern im Außenbereich oder Außensportanlagen ist nicht mehr möglich.
  • Schließung aller Sportanlagen und -einrichtungen für den Amateur- und Freizeitsport, einschließlich Skianlagen

Ausnahmen:

  • für Profi- und Spitzensport sowie sportwissenschaftliche Studiengänge
  • regional möglich durch Allgemeinverfügungen der Städte und Landkreise (betrifft u.a. Kinder- und Jugendsport auf Außenanlagen)

Das gilt bei Besuchen im Krankenhaus und Pflegeheim

  • negativer Corona-Test für Besucher (tagesaktueller Schnelltest; Test vor Ort; PCR-Test, nicht älter als 48 Stunden)
  • FFP2-Maskenpflicht (oder vergleichbarer Standard) für Besucher und Personal
  • Ausnahmen für Sterbebegleitung möglich

Impfung beim Hausarzt: Seit Mittwoch wird in den Praxen geimpft

In Sachsen sind die Hausarztpraxen seit Mittwoch in die Impfkampagne gegen das Coronavirus einbezogen. Wegen der noch geringen Liefermengen standen pro Praxis und Woche zunächst etwa 20 Impfdosen zur Verfügung, wie das Sozialministerium in Dresden mitteilte. Zunächst wurde mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft, später soll das Vakzin von Astrazeneca hinzukommen. Die Terminvergabe regeln die Praxen selbst. Dabei können die Mediziner ihre Patientinnen und Patienten gezielt ansprechen, um die vorgegebene Priorisierung einzuhalten.
Die Praxen würden ihren Impfstoffbedarf über den Großhandel und die Apotheken beziehen, hieß es. Sie bestellen den Impfstoff selbst über das System der Regelversorgung. Ergänzend zu den Lieferungen über den Großhandel erhalten rund 160 Praxen in den grenznahen Landkreisen Görlitz, Erzgebirge und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in dieser Woche rund 50.000 Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca. Damit soll den Angaben nach die Impfkampagne in den Grenzregionen zusätzlich unterstützt werden