Corona in Sachsen
: Warum Kretschmer keine Lockerung ab 11. Januar sieht

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) geht in seiner Neujahrsansprache 2021 auf die Diskussion um einen verlängerten Lockdown ein. Er begründet darin, warum er keinen Anlass für Lockerungen der Corona-Regeln ab Mitte Januar 2021 sieht.
Von
dpa
Dresden
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Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, rechnet nicht mit einer schnellen Lockerung der Corona-Beschränkungen ab dem 11. Januar 2021.

Peter Endig/dpa

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) geht angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen nicht von einer raschen Normalisierung der Lage aus. „Es gibt noch keine Entwarnung. Es wird noch eine Weile dauern. Vor uns liegen die vielleicht härtesten Wochen dieser Corona-Pandemie. Am 11. Januar können wir nicht mit einer Normalisierung rechnen“, erklärte er in seiner vorab veröffentlichten Neujahrsansprache.

Die Ansprache soll am 1. Januar um 19.25 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt werden.

Kretschmer fand sehr persönliche Worte: „Ich habe viele Intensivstationen besucht. An den Türen kann man die Namen der Patienten lesen und durch die Fenster die Frauen und Männer an den Beatmungsgeräten erkennen. Sie alle wollen leben. Sie wollen erleben, wie die Enkel in die Schule kommen und bei der Hochzeit ihrer Kinder dabei sein oder einfach nur im kommenden Jahr wieder im Garten sitzen und die Blumen blühen sehen.“

Nach diesen Besuchen habe er lange Zeit keine Ruhe gefunden: „Für mich ist vollkommen klar: Lockerungen kann es nur geben, wenn die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern abgenommen hat. Und wenn in den Gesundheitsämtern die Kontaktnachverfolgung wieder gewährleistet werden kann.“

Corona in Sachsen: Ministerpräsident setzt für 2021 auf Abstand und Maske

Kretschmer zufolge lässt sich die Pandemie nicht mit Hektik oder Hysterie beenden: „Wir brauchen Geduld und Willensstärke. Deshalb lassen Sie uns weiter aufeinander achtgeben. Mit Abstand und Maske werden wir auch diese Zeit überstehen.“ Die überwiegende Mehrheit der Menschen mache mit, bringe Opfer für die Allgemeinheit, für die Gesellschaft: „Mir kommt es darauf an, dass wir uns offen in die Augen schauen, vernünftig miteinander umgehen und gemeinsam das Beste für unsere sächsische Heimat erreichen“, sagte Kretschmer.

Der Regierungschef der schwarz-rot-grünen Koalition in Dresden appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen und zusammenzuhalten: „Es liegt an uns allen, an jedem von uns, wie es weitergeht.“ Sachsen weist derzeit neben Thüringen im Bundesvergleich besonders hohe Fallzahlen auf.