Union Berlin leidet
: Bein von Torwart amputiert – Fans und Verein zeigen viel Herz

Union Berlin leidet mit Berkin Arslanogullari. Der Verein unterstützt beim Spiel gegen Hoffenheim die Spendenaktion für den schwer erkrankten Jugendtorwart.
Von
Frank Noack,
Josephine Japke
Berlin
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1.BL 1. FC Union - TSG Hoffenheim 2024/25: Fussball, Herren, Saison 2024/2025, 1. Bundesliga (4. Spieltag), 1. FC Union Berlin - TSG Hoffenheim, die Spieler von Union machen mit ihren Erwärmungs-Shirts dem an Knochenkrebs erkrankten Torwart Berkin Arslanogullari Mut, im Bild: v. l. Rani Khedira (1. FC Union Berlin), Kevin Vogt (1. FC Union Berlin), Janik Haberer (1. FC Union Berlin), Benedict Hollerbach (1. FC Union), 21.09. 2024, Foto: Matthias Koch

Die Profis von Union Berlin trugen bei der Erwärmung vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim rote T-Shirts mit einer Grußbotschaft für den schwer erkrankten Jugendtorwart Berkin Arslanogullari.

Matthias Koch
  • Union Berlin unterstützt den erkrankten Jugendtorwart Berkin Arslanogullari.
  • Spieler trugen T-Shirts mit "Kämpfen Berkin. Wir sind bei dir" bei Erwärmung.
  • Berkin erhielt Knochenkrebsdiagnose, Bein wurde amputiert.
  • Fans und Verein sammelten bis zu 250.000 Euro Spenden.
  • Organspendeausweise wurden verteilt, um Nick Jockisch zu gedenken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Manchmal gibt es selbst für die Eisernsten der Eisernen viel wichtigere Dinge als ein Heimspiel ihres Herzensclubs in der Fußball-Bundesliga – zum Beispiel das Mitgefühl für den schwer erkrankten Jugendtorwart Berkin Arslanogullari. Am Rande der Partie gegen die TSG Hoffenheim zeigte der gesamte Verein am Samstag viel Herz und Mitgefühl.

Bei der Erwärmung trugen die Union-Profis rote T-Shirts mit der Aufschrift „Kämpfen Berkin. Wir sind bei dir“. Zudem unterstützt der FCU die Spendenaktion für Arslanogullari. „Das Leben spielt manchmal ein sehr, sehr miese Spiel, auch mit jungen Leuten. Berkin kämpft, die ganze Familie kämpft, um den Krebs zu besiegen“, sagte Unions Stadionsprecher Christian Arbeit vor dem Anpfiff des Spiels gegen Hoffenheim in seiner emotionalen Ansprache.

Danach sorgten die Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei für einen großen Gänsehaut-Moment: Alle erhoben sich von den Plätzen und spendeten Beifall. Zudem gab es „Eisern Union“-Rufe für Berkin Arslanogullari.

Berkin Arslanogullari an Knochenkrebs erkrankt

Der 19-Jährige ist an Knochenkrebs erkrankt. Berkin Arslanogullari erhielt vor einigen Monaten die schockierende Diagnose. Am 21. März war Arslanogullari noch im Testspiel der Profis gegen den 1. FC Magdeburg zum Einsatz gekommen. Trotz Chemotherapie musste dem Schlussmann inzwischen ein Bein amputiert werden, um das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen.

Auch Union Berlin als Verein beteiligte sich an einer Spendenaktion, ebenso wie viele Ex-Spieler der Eisernen. Unter anderem hatte Leonardo Bonucci insgesamt 10.000 Euro überwiesen. Julian Ryerson (Borussia Dortmund) beteiligte sich mit einer vierstelligen Summe. Knapp 250.000 Euro waren bis zum Wochenende bei Gofundme.com bereits zusammen gekommen. „Es ist absolut überwältigend, das kann ich auch im Namen der Familie sagen, mit der wir sehr eng im Austausch sind. Danke an alle, die sich bisher beteiligt haben“, erklärte Pressesprecher Christian Arbeit.

Union-Präsident Dirk Zingler kündigte im Interview bei Sky an, dass Sponsoren des Vereins bei der Finanzierung der Prothese helfen wollen. „Es ist wichtig, dass der Club bei solchen Themen seine ganze Kraft entwickelt. Das erfüllt mich mit Freude“, sagte Zingler.

Berkin Arslanogullari

Union Berlins Nachwuchskeeper Berkin Arslanogullari ist schwer an Knochenkrebs erkrankt. Ihm musste als lebensrettende Maßnahme sein linkes Bein amputiert werden.

Nico Pellatz/dpa

Das Thema Gesundheit stand auch bei einer weiteren Aktion am Samstag im Mittelpunkt: Zwei Fan-Teams des 1. FC Union, sowie der Verein und weitere Freiwillige verteilten rund um das Spiel Organspendeausweise, um damit Nick Jockisch zu gedenken. Im November 2023 brach der damals 33-Jährige in einem Spiel der Union-Liga auf dem Platz zusammen und verstarb später im Krankenhaus an den Folgen eines Aneurysmas im Kopf. „Nick war Organspender. Dank dieser Tatsache konnten fünf Erwachsenen und einem Kind im Anschluss das Leben gerettet werden“, teilte Christian Arbeit mit. „Wir müssen mit Kraft des Fußball solchen Dingen Gehör verschaffen“, ergänzte Präsident Dirk Zingler.