Union Berlin – Bayern München: Extreme Taktik und Hollerbach – Baumgart-Plan funktioniert

Benedict Hollerbach erzielte in der 84. Minute den umjubelten Ausgleich für Union Berlin gegen den FC Bayern München.
Matthias Koch- Union Berlin erzielt ein 1:1 gegen Bayern München, gefeiert wie ein Sieg.
- Benedict Hollerbach schießt in der 84. Minute den Ausgleich.
- Bayern dominiert, aber Union verteidigt mit extremer Taktik.
- Trainer Baumgart beobachtet das Spiel von der Tribüne.
- Union Berlin baut Vorsprung auf VfL Bochum auf sieben Punkte aus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Achtungserfolg und großer Jubel beim 1. FC Union Berlin: Mit einer extremen Defensivtaktik und einem glücklichen Offensivmoment rangen die Eisernen am Samstag dem Rekordmeister Bayern München beim 1:1 (0:0) einen Punkt ab. Vor 22012 Zuschauer im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei verteidigten die Berliner mit großem Einsatz ihr Tor und konnten den Ausgleichstreffer von Benedict Hollerbach in der 84. Minute wie einen Sieg feiern. Leroy Sané (75.) hatte zuvor für die Münchner getroffen.
„Wir haben den Bus geparkt“, gab Union-Trainer Steffen Baumgart zu und verdeutlichte: „Wir haben sehr leidenschaftlich verteidigt und hatten auch das Quäntchen Glück, was du brauchst in solchen Spielen.“
Der für die Partie gesperrte Chefcoach der Berliner beobachtete am Samstag das Spiel von der Haupttribüne aus. Dort sah man ihn mit verschränkten Armen vor den verglasten VIP-Räumen umhertigern. In der ersten Halbzeit hätte er das Spiel durchaus auch aus dem Fanblock auf der Waldseite im Stadion an der Alten Försterei aus verfolgen können – die Partie fand schließlich über weite Strecken nur in der Hälfte der Gastgeber statt.
Joachim Löw sieht extreme Defensivtaktik
Der FC Bayern schnürte die Berliner regelrecht ein, nicht selten befanden sich bis auf den Münchner Keeper Jonas Urbig alle Spieler im Spielfeld-Drittel! rund um den Unioner Strafraum. Die Marschroute, die Chefcoach Baumgart mit seinem Vertreter René Wagner abgesprochen hatte, wurde schnell klar: Die Eisernen versammelten sich massiv um den eigenen Sechszehner und versuchten, die Räume für den Rekordmeister so eng wie möglich zu machen.
Vor den Augen des ehemaligen Bundestrainers Joachim Löw entwickelte sich deshalb eine äußerst einseitige Partie, bei der man sich aber die Frage stellen musste: Wieso versuchten es die Bayern bei ihren Angriffsbemühungen so oft mit Chipball-Flanken aus dem Halbfeld? Dankbare Aufgaben für die Köpenicker Dreierkette mit den kopfballstarken Verteidigern Diogo Leite, Leopold Querfeld und Danilho Doekhi.
Beste Chance der Bayern: Kurz vor der Pause parierte Union-Keeper Frederik Rönnow gegen Serge Gnabry am kurzen Pfosten (45.+2). Die Fernschüsse von Dayot Upamecano (9.), Michael Olise (27.) und Gabry (41.) waren die weiteren nennenswerten Bayern-Möglichkeiten vor der Pause – bei 73 Prozent Ballbesitz. Die wenigen Berliner Konter schafften es nicht bis in den Münchner Strafraum. Mittelstürmer Andrej Ilic spielte meist auf der Position eines defensiven Mittelfeldspielers. Die Quote der zu erwartenden Tore (Expected Goals) lag beim 1. FC Union bei 0,04 nach 45 Minuten.

Der gesperrte Trainer Steffen Baumgart verfolgte das Heimspiel des 1. FC Union Berlin gegen Bayern München mit großen Emotionen von der Haupttribüne aus.
Andreas Gora/dpaTrainer Baumgart in der Halbzeit in der Kabine
In der Pause durfte Steffen Baumgart in die Kabine zur Mannschaft – an seinem taktischen Plan änderte er nichts. Aber: Er rief sein Team dazu auf, mit Ball etwas mutiger zu sein. Union Berlin verbarrikadierte sich erneut vor dem eigenen Tor und spielte weiterhin „eklig“, wie es Co-Trainer Wagner vor Spielbeginn am Sky-Mikrofon angekündigt hatte.
Wagner hatte dabei geahnt, dass seine Mannschaft nicht viele Chancen bekommen werde –„ aber dann müssen wir da sein“. Für die bis dahin beste Möglichkeit der Berliner sorgte Bayern-Kapitän Joshua Kimmich. Nach starkem Lauf von Rani Khedira bugsierte Kimmich dessen Eingabe aufs eigene Tor. Der junge Bayern-Keeper Jonas Urbig verhinderte das Eigentor (52.).
Und dann kam Union sogar ins Kontern: Josip Juranovic konnte rechts frei durchlaufen – seinen Schuss parierte Urbig am kurzen Pfosten (58.). Auf der Gegenseite war Union-Keeper Rönnow wach, als Jamal Musiala im Strafraum zum Schuss kam (63.). Mit großem Aufwand und beherzten Zweikämpfen ließen die Brerliner den Glauben an den Punktgewinn wachsen.
Pressekonferenz nach Union Berlin gegen Bayern München
Aber: Einmal passten die Berliner nicht auf – in der 75. Minute gab es doch das Gegentor. Der eingewechselte Tom Rothe ließ sich von Josip Stanisic überlaufen, im Strafraum war Jeong Woo-yeong gegen Leroy Sané nicht wachsam.
Union Berlin entdeckte nun die Offensive für sich – und hatte Glück. Nach einem Fehler von Keeper Jonas Urbig war der eingewechselte Benedict Hollerbach zur Stelle. Sein Tor zum 1:1 (84.) ließ die Stimmung an der Wuhlheide explodieren. Auf dem Rasen lagen sich die Union-Profis in den Armen und oben auf der Tribüne krallte sich Trainer Baumgart jubelnd ans rote Geländer.

Der 1. FC Union Berlin verbarrikadierte gegen die starke Offensive von Bayern München um Harry Kane den Weg zum Tor.
Matthias Koch

