Turnier der Meister in Cottbus: Weltcup an der Grenze – Idee für Zukunft des Turnens
Das 47. Turnier der Meister verschiebt seine Grenzen. DTB macht sich für Fortsetzung stark. Der Turnierdirektor regt die Gründung einer Event-Agentur an.
Mirko Wohlfahrt war die Erleichterung anzumerken. „Es ist gutgegangen“, sagte der Turnierdirektor nach der letzten Übung am Sonntag. Er und sein Team von rund 150 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern haben mit der 47. Ausgabe des Turniers der Meister in Cottbus wieder einmal einen Meilenstein gesetzt. Über 300 Athletinnen und Athleten aus 73 Nationen kamen in diesem Jahr zum Weltcup. Die Aufwertung durch den Welt-Turnverband FIG zur Qualifikation für die Olympischen Spiele in Paris sorgten für Teilnehmerzahlen wie nie zuvor und brachte die Organisatoren an die Grenzen.
Bei der Unterbringung von fast 700 Teilnehmenden, dem Shuttle-Service oder bei Trainingszeiten in den Sportstätten – fast überall mussten Wohlfahrt & Co. logistische Meisterleistungen vollbringen, um allen einen gewohnt gut organisierten Weltcup zu bieten.
Cottbus soll Weltcup-Status behalten
„Wir sind mit der Veranstaltung super zufrieden. Die Arena platzt aus allen Nähten, wir hatten ein großartiges Publikum und haben viele tolle Leistungen gesehen“, resümierte Thomas Gutekunst, Sportdirektor des Deutschen Turner Bund (DTB). „Was Mirko Wohlfahrt mit seinem Team und den Vereinen hier leistet, ist wirklich außergewöhnlich. Seit vielen, vielen Jahren“, lobte Gutekunst und machte sich zugleich stark für eine Fortsetzung des Turniers der Meister in den Jahren 2025 und darüber hinaus – mit Weltcup-Status.
Cottbus gehörte in den Jahren 2022, 2023 und 2024 zu einer FIG-Serie mit Stationen in Kairo, Baku und Doha. Wie es im kommenden Jahr weitergeht, ist derzeit offen. „Cottbus als traditionsreiche Veranstaltung soll Weltcup bleiben. Wir wollen in Deutschland diese Veranstaltung weiter hier haben“, sagte Gutekunst.
Wohlfahrt, der seit 2008 das Turnier lenkt, freut sich natürlich über die Wertschätzung, schränkte aber ein: „Wir müssen uns ein Stück weit ehrlich machen. In diesem Jahr sind wir ziemlich gefordert gewesen und haben das Turnier auf dem Zahnfleisch zu Ende gebracht. Wir werden sicher eine Bewerbung abgegeben, aber es wird auch Überlegungen geben müssen, wie wir uns selbst ein Stück weit entlasten“, sagte er.
Vorschlag von Turnierdirektor Wohlfahrt
Bis zum 30. Juni müssen die Unterlagen bei der Exekutive der FIG vorliegen, eine Entscheidung könnte im Sommer in Paris fallen. Rückendeckung bekommt Wohlfahrt vom DTB. „Der Weltcup in Cottbus ist schon eine Anstrengung. Da müssen die Verantwortlichen von Land, Bund, Verein und Spitzenverband Hand in Hand zusammenarbeiten, dann ist es leistbar. Es ist schon ein Brocken, den wir gemeinsam zu stemmen haben, auch finanziell.“ Aber man habe es auch in den vergangenen Jahren geschafft. „Daran wird es nicht scheitern“, betonte er.
Wohlfahrt sieht das Turnier der Meister dank vieler Partner und Sponsoren finanziell solide aufgestellt, ihm geht es generell um die Stärkung der Sport-Strukturen in Cottbus – auch über das Turnen hinaus. „Das Turnier wird vorrangig über das Ehrenamt abgewickelt. Das zieht sehr, sehr viel Kraft“, sagte er und bringt die Gründung einer Sport-Eventagentur als Entlastung ins Spiel. „Ich denke, die Sportstadt Cottbus hat sich sehr entwickelt. Wir haben mehrere Events, die auf dieser ehrenamtlichen Basis entwickelt wurden. Ich denke da auch an das Springer-Meeting oder die Bahnradsport-EM in diesem Jahr – überall braucht es professionelle Unterstützung. Begleitet vom Ehrenamt“, forderte Wohlfahrt.
Hosseini ist der beste Deutsche in Cottbus
Milan Hosseini aus Böckingen hat beim Weltcup in Cottbus für das beste deutsche Resultat gesorgt. Der EM-Dritte belegte am Boden mit 14,333 Zählern Platz vier.
Alle anderen deutsche Starter hatten die Final-Wettbewerbe verpasst. Lucas Kochan vom SCC erreichte drei Top-20-Ergebnisse. „Lucas hat sich richtig stark präsentiert. Es hat eine gute Leistung abgeliefert“, lobte Bundestrainer Valeri Belenki den Lokalmatador.




