Transfer bei Dynamo Dresden
: Thomas Keller, bedeutet eine hohe Ablöse auch hohen Druck?

InterviewThomas Keller ist zurück bei Dynamo Dresden – diesmal fest verpflichtet. Im Interview spricht der 26-Jährige über seinen Wechsel, die Verhandlungen und die Frage nach dem zusätzlichen Druck.
Von
Frank Noack
Dresden
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Foto zeigt: Thomas Keller (Dynamo)

Datum: 110726

Testspiel KSV Hessen Kassel -  Dynamo Dresden in Großenhain

Thomas Keller ist zurück bei Dynamo Dresden: Nach dem Testspiel gegen Hessen Kassel in Großenhain spricht der Innenverteidiger im Interview über seine aktuelle Situation.

Olaf Rentsch

Thomas Keller wirkte gelöst und erleichtert, als er nach dem 4:0-Testspielsieg von Dynamo Dresden gegen Hessen Kassel in Großenhain vor die Reporter trat. Die wochenlange Ungewissheit ist vorbei, der 26-Jährige ist endgültig zurück bei der SGD – diesmal fest verpflichtet. Ganz billig soll der Transfer allerdings nicht gewesen sein: Laut Medienberichten überweist Dynamo rund eine Million Euro an den 1. FC Heidenheim. Eine für Dresdner Verhältnisse bemerkenswerte Summe.

Im Interview mit den Reportern erklärt Keller, warum die Ablöse für ihn dennoch keine zusätzliche Last ist. Außerdem spricht er über das schnelle Wiedersehen mit Heidenheim bereits am 3. Spieltag.

Thomas Keller, haben Sie Dynamo Dresden in den vergangenen Tagen vermisst?
Ja, ich freue mich sehr, wieder hier zu sein und dass der Wechsel geklappt hat. Ich bin sehr dankbar und freue mich unglaublich darauf, jetzt hier loszulegen.

Was war für die Rückkehr ausschlaggebend – die starke Rückrunde, der Zusammenhalt oder das gesamte Umfeld?
Natürlich spielte die sportliche Seite eine große Rolle. Wir haben eine unglaubliche Rückrunde gespielt. Dazu kommt, dass ich mich in Dresden und im Verein sehr wohlgefühlt habe. Das alles hat dazu geführt, dass ich unbedingt zurückkommen wollte.

Dresden ist deutlich größer als Heidenheim. Hat auch die Stadt bei Ihrer Entscheidung eine Rolle gespielt?
Die Größe einer Stadt spielt für mich nicht unbedingt eine Rolle. Aber wie gesagt – ich habe mich in Dresden im vergangenen halben Jahr sehr wohlgefühlt.

Wann nahm der Wechsel entscheidend Fahrt auf?
Der entscheidende Tag war natürlich der, an dem ich wieder nach Dresden gefahren bin. Zuvor hat viel zwischen den Vereinen stattgefunden. Ich bin Heidenheim sehr dankbar, weil ich mit meinem Wechselwunsch auf den Verein zugegangen bin und sie diesem Wunsch letztlich entsprochen haben.

Foto zeigt: Thomas Keller (Dynamo) Jan Dahlke (Kassel)

Datum: 110726

Testspiel KSV Hessen Kassel -  Dynamo Dresden in Großenhain

Thomas Keller (links) von Dynamo Dresden setzt sich hier gegen Jan Dahlke (Hessen Kassel) durch.

Olaf Rentsch

Heidenheim dürfte nach dem Bundesliga-Abstieg um den Aufstieg mitspielen. Dynamo wird vermutlich zunächst andere Ziele verfolgen. Warum haben Sie sich trotzdem für Dresden entschieden?
Ich hatte hier ein unfassbar gutes halbes Jahr – nicht nur persönlich, sondern auch mit der gesamten Mannschaft. Ich habe einfach große Lust darauf, hier mit anzupacken und dabei zu helfen, dass wir auch in Zukunft erfolgreich sind.

Die Vereine haben länger verhandelt. Sie mussten deshalb den Beginn der Vorbereitung in Heidenheim absolvieren und haben dort noch zwei Testspiele bestritten. Wie schwierig war diese Situation für Sie?
Das war in Ordnung. Wir sind Profisportler und ich bin professionell genug, um zu wissen, dass ich auch dort meinen Job erledigen muss. Ich wollte meinen Körper bestmöglich auf die Saison vorbereiten. Da kommt es auf ein oder zwei Wochen mehr oder weniger nicht entscheidend an.

Dynamo soll für Sie eine Ablösesumme gezahlt haben. Das kommt beim Verein nicht häufig vor – vor allem nicht in dieser Höhe. Ist das für Sie eine zusätzliche Belastung?
Nein, damit habe ich nichts zu tun. Das machen die Vereine untereinander aus. Ich bin dafür zuständig, was auf dem Platz passiert. Das ist das Einzige, was ich beeinflussen kann. Alles andere liegt nicht in meiner Hand.

Ist es für Sie eine andere Situation, weil Sie nun fest verpflichtet wurden und nicht mehr nur ausgeliehen sind?
Ich bin bereits im Winter sehr schnell angekommen. Ich habe mich in der Stadt und im Verein sofort wohlgefühlt. Die Menschen im Verein haben es mir sehr einfach gemacht. Deshalb hat sich für mich eigentlich nicht viel verändert – außer, dass ich jetzt fest hier bin. Darüber freue ich mich sehr.

Bereits am 3. Spieltag kommt es zum Wiedersehen mit dem 1. FC Heidenheim. Was bedeutet Ihnen dieses frühe Duell?
Das ist doch schön. So sehe ich meine früheren Kollegen direkt wieder und wir können uns gleich miteinander messen. Mit einem Bundesliga-Absteiger wartet natürlich ein besonderer Gegner auf uns. Ich freue mich darauf, gegen die Jungs zu spielen. Wie sich das für mich anfühlen wird, werden wir dann sehen.