Olympia 2024 in Paris: Sechs Medaillen für Brandenburg – das sind die Gewinner

Großer Jubel nach Silber im Sprint: Lea Sophie Friedrich aus Cottbus feiert ihre zweite Medaille bei den Olympischen Spielen nach Bronze im Teamsprint.
Emmanuel Dunand/AFPDrei Jahre harte Arbeit für zwei Wochen Olympische Spiele haben sich ausgezahlt: Mit sechs Medaillen im Gepäck sind die 29 Sportlerinnen und Sportler aus Brandenburg von den Wettkämpfen in Paris zurückgekehrt.
Dreimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze konnten sie bei Olympia 2024 erkämpfen – und sich dafür nun in den Olympiastützpunkten in Cottbus, Potsdam und Frankfurt (Oder) feiern lassen. Das sind die größten Brandenburger Erfolgsgeschichten.
Kanuten aus Potsdam holen zweimal Gold bei Olympia 2024
Nach ihrem goldenen Doppelerfolg waren die beiden Potsdamer Jacob Schopf und Max Lemke zu Scherzen aufgelegt: „Wenn man ein Kilo um den Hals hängen hat, zieht es vielleicht den einen oder anderen Wirbel nach unten“, sagte Schopf nach dem großen Triumph im Kajak-Zweier schmunzelnd. Auf der Distanz über 500 Meter kürte er sich am Freitag (9. August) gemeinsam mit Max Lemke zum – erneuten – Olympiasieger. Schon tags zuvor gewannen die beiden gemeinsam mit ihren Teamkollegen Tom Liebscher-Lucz und Max Rendschmidt im Kajak-Vierer über 500 Meter Gold und verdrängten im Fotofinish Australien auf den zweiten Platz.

Zwei Goldmedaillen: Jacob Schopf holt gemeinsam mit seinem Potsdamer Teamkollegen Max Lemke Gold im Kajak Zweier. Mit dem Kajak-Vierer holten sie ebenfalls Gold.
Sebastian Kahnert/dpaTriathletin Laura Lindemann aus Potsdam sichert sich Gold
„Ich habe Druck gespürt, wollte es für uns nach Hause bringen“, schildert die Potsdamerin Laura Lindemann nach der Triathlon-Mixed-Staffel ihre Gedanken auf den Schlussmetern. Gesagt, getan. Als Schlussläuferin des Viererteams mit Tim Hellwig, Lisa Tertsch und Lasse Lührs entwickelte sich ihr Rennen über 300 Meter Schwimmen, 7 Kilometer Radfahren und 1,8 Kilometer Laufen immer mehr zu einem Dreikampf mit Großbritannien und den USA. Erst auf den letzten Metern konnte die 28-Jährige diesen zugunsten von Deutschland für sich entscheiden und Gold für ihr Team sichern. Es ist Deutschlands erste Medaille im Triathlon seit dem Olympiasieg von Jan Frodeno in Beijing 2008.

Knapper Sieg: Mit geringem Vorsprung kommt die Potsdamerin Laura Lindemann im Triathlon-Mixed-Team-Wettbewerb vor Beth Potter aus Großbritannien und Taylor Knibb aus den USA ins Ziel.
Vadim Ghirda/AP/dpaLea Friedrich kehrt mit zwei Medaillen nach Cottbus zurück
Es war ein starker Abschluss harter Olympischer Spiele für Lea Sophie Friedrich und die Bahnrad-Sportlerinnen aus Cottbus. Am Sonntag (11. August) bündelte die 24-Jährige noch einmal alle Kräfte und erkämpfte sich in der Königsdisziplin Sprint die Silbermedaille hinter der neuseeländischen Keirin-Weltmeisterin Ellesse Andrews. „Ich bin mega happy mit der Silbermedaille. Das ist meine erste Medaille in einer Einzeldisziplin. Ich bin richtig stolz auf mich und auch müde von der harten Woche mit den Up and Downs“, sagte die achtmalige Weltmeisterin der Nachrichtenagentur dpa.
Im Keirin belegte Friedrich nur den siebten Platz, Teamkollegin Emma Hinze aus Cottbus wurde dort Fünfte, im Sprint wurde sie Sechste. Gemeinsam mit ihrer Cottbuser Teamkollegin Pauline Grabosch rasten sie im Teamsprint zu Bronze – was nach Jahren der Dominanz im ersten Moment vielleicht wie ein Rückschritt wirkte, ist dennoch ein großer Erfolg für den Bund Deutscher Radfahrer und den Olympiastützpunkt in Cottbus.
„Wir haben uns gar nichts vorzuwerfen. Wir sind alle drei Teams Weltrekord gefahren. Wir haben alles gegeben. Jeder von uns ist Bestzeit auf seiner Position gefahren. Bronze ist für uns auf jeden Fall ein Gewinn“, sagte Friedrich anschließend der dpa.
Und auch Emma Hinze meinte anschließend mit Blick auf ihr Teamsprint-Silber in Tokio 2021, als sie in den Einzeldisziplinen leer ausging: „Es fühlt sich schon so an, als hätte ich meine Rechnung beglichen. Weil ich einfach super zufrieden bin, wie wir das gemacht haben, welche Zeiten wir gefahren sind. Wenn wir jetzt nicht an unsere Bestzeit rangekommen wären, wäre ich enttäuscht.“
Ruderin Maren Völz gibt Kommando zum Schlussspurt um Bronze
Mit Blick auf die scheinbar enteilte Konkurrenz war Maren Völz aus Potsdam klar: Soll es für den Doppelvierer der Frauen eine Medaille bei den Olympischen Spielen in Paris geben, müssen alle Kräfte mobilisiert werden. Mit einem starken Schlussspurt konnte sie gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Pia Greiten, Leonie Menzel und Tabea Schendekehl die Konkurrenz aus der Schweiz und Ukraine noch abfangen und Bronze holen. „Alles, was man dafür reingesteckt hat, hat sich ausgezahlt - der ganze Verzicht, die schweren Stunden. Irgendwie lohnt es sich dann doch am Ende“, sagte Schendekehl anschließend. (mit dpa und sid)
Gute Ausbeute für Brandenburg
Deutschland konnte bei den Olympischen Spielen in Paris insgesamt 33 Medaillen einsammeln. Darunter 12-mal Gold, 13-mal Silber und 8-mal Bronze. Team D landet damit auf Platz 10 im Medaillenspiegel.
29 Athletinnen und Athleten aus Brandenburg waren in Paris dabei und erkämpften insgesamt sechs Medaillen: 3-mal Gold, einmal Silber und 2-mal Bronze. Aus Brandenburger Sicht ist das eine bessere Ausbeute als noch bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021, als insgesamt nur fünf Medaillen geholt werden konnten, davon nur einmal Gold.


