Michael Hübner ist tot: Radlegende Lutz Heßlich trauert –„ärgster Gegner, guter Freund“

Lutz Heßlich (links) und Michael Hübner haben den Bahnradsport in der DDR geprägt. Beide verband trotz der sportlichen Rivalität eine große Freundschaft. Michael Hübner starb im Alter von 65 Jahren in Chemnitz.
Hennes Roth- Der ehemalige Bahnrad-Weltmeister Michael Hübner starb im Alter von 65 Jahren in Chemnitz.
- Lutz Heßlich, enger Freund und Rivale Hübners, trauert tief um ihn.
- Beide prägten den DDR-Bahnradsport und pflegten trotz ihrer Rivalität eine enge Freundschaft.
- Hübner gewann mehrere Weltmeistertitel und war bis 2022 Sportlicher Leiter des Teams Theed Projekt Cycling.
- Heßlich wusste von Hübners schwerer Krankheit und vermisst ihn sehr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Radsport-Welt trauert um den früheren Bahnrad-Weltmeister Michael Hübner. Der 65-Jährige starb am Dienstag in einem Krankenhaus seiner Heimatstadt Chemnitz. Das teilte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) unter Berufung auf das enge Umfeld Hübners mit.
In Cottbus herrscht unter den Bahnradsportlern große Trauer. Die Lausitzer Radsport-Legende Lutz Heßlich sagt: „Ich bin sehr, sehr traurig. Ich verliere einen guten Freund.“ Heßlich und Hübner, beide Jahrgang 1959, hatten den Bahnradsport der DDR und weltweit geprägt. Heßlich erinnert sich: „Auf den Rennbahnen dieser Welt waren wir ärgste Gegner, erbitterte Rivalen. Im Training, im Kraftraum, auf der Straße und der Rennbahn – wir haben uns keinen Zentimeter geschenkt.“ Aber er betont auch: „Auch wenn man es kaum glauben mag: Wir haben in einem Zimmer gewohnt und waren sehr gute Freunde. Wir haben gegenseitig unsere Leistungen anerkannt, vielleicht macht das Ehrenmänner aus.“
Schwere Krankheit von Michael Hübner
Obwohl Hübner eine Olympia-Teilnahme in seiner Karriere verwehrt blieb, zählte der Sprinter in den 1990er Jahren zu den erfolgreichsten Bahnfahrern der Welt. Nach der Wende feierte der Sachse drei WM-Titel im Keirin (1990 bis 1992), zwei im Sprint (1990 und 1992) und einen im Teamsprint (1995). Hinzu kommt ein WM-Titel als Amateur im Sprint (1986). Im letzten Jahr seiner Laufbahn gewann er im Teamsprint an der Seite seines engen Freundes Jens Fiedler WM-Silber und den deutschen Meistertitel.
Hübner beendete seine Karriere 1997. Bis 2022 fungierte der Chemnitzer als Sportlicher Leiter der Bahnrad-Mannschaft Theed Projekt Cycling (früher Team Erdgas), zu der Größen wie Kristina Vogel, Maximilian Levy, Lea Sophie Friedrich sowie sein Sohn Sascha Hübner gehörten. Hübner hinterlässt zwei Söhne.
Der Cottbuser Maximilian Levy erklärte gegenüber dem „MDR“: „Für mich geht da wirklich ein Freund, der auch in schwierigen Momenten die Rolle eines Vaters für mich eingenommen hat. Es ist ein sehr schmerzhafter Verlust.“ Er sei im Bilde gewesen über den Gesundheitszustand von Hübner, so Levy, der „einen grundgütigen, positiven Typ“ in Erinnerung behalten werde.
Lutz Heßlich hatte ebenfalls von der schweren Erkrankung seines Freundes gewusst und berichtet: „Wir haben oft telefoniert, ich wollte mit ihm auch nochmal einige Tage wegfahren, um gemeinsam aufs Rad zu steigen. Aber er hat sich dazu nicht mehr aufraffen können.“ Die beiden Freunde seien ziemlich unterschiedlich gewesen, verdeutlicht Heßlich: „Er war der Lebemann, ich eher bodenständig. Aber wir haben immer zueinandergefunden. Manchmal bin ich nur auf die Rennbahn gefahren, weil ich wusste, dass Michael da ist.“ Der Cottbuser Sprint-Olympiasieger von 1980 und 1988 sagt traurig: „Ich werde ihn sehr vermissen.“ (mit dpa)

Als Betreuer und Freund des Cottbusers Maximilian Levy war Michael Hübner bis 2022 Sportlicher Leiter des Chemnitzer Bahnrad-Teams Theed Projekt Cycling.
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