Lausitzer Füchse
: Puck trifft Trainer am Kopf – Weißwasser bietet Kassel großen Playoff-Kampf

Was für eine Playoff-Schlacht zwischen den Lausitzer Füchsen und den Kassel Huskies! Trotz der Niederlage bekommt Weißwasser viel Beifall von den Fans. Die Zuschauer sehen ein rassiges Spiel und einige Faustkämpfe.
Von
Frank Noack
Weißwasser
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  • Kapitän Clarke Breitkreuz von den Lausitzer Füchsen (Mitte) attackiert in dieser Szene das Tor der Kassel Huskies.

    Kapitän Clarke Breitkreuz von den Lausitzer Füchsen (Mitte) attackiert in dieser Szene das Tor der Kassel Huskies.

    Thomas Heide
  • Füchse-Verteidiger Sebastian Zauner wird gleich von mehreren Spielern der Kassel Huskies in die Zange genommen.

    Füchse-Verteidiger Sebastian Zauner wird gleich von mehreren Spielern der Kassel Huskies in die Zange genommen.

    Thomas Heide
  • Füchse-Trainer Petteri Väkiparta wurde im Spiel gegen die Kassel Huskies von einem Puck im Gesicht getroffen.

    Füchse-Trainer Petteri Väkiparta wurde im Spiel gegen die Kassel Huskies von einem Puck im Gesicht getroffen.

    Thomas Heide
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In der 37. Minute ließen Clarke Breitkreuz von den Lausitzer Füchsen und der Kasseler Joel Lowry die Handschuhe auf das Eis fallen und standen sich wie Boxer gegenüber. Der anschließende Faustkampf wurden von den Zuschauern und den Mitspielern gefeiert. Er war einer der Höhepunkte dieser Playoff-Schlacht am Freitagabend im Fuchsbau in Weißwasser. Am Ende sammelten beide Teams insgesamt 38 Strafminuten.

Die Gastgeber boten dem Titelfavoriten aus Nordhessen mit Herz und Fäusten auch auf dem Eis einen großen Kampf. Am Ende setzten sich die mit dem Flugzeug angereisten Kassel Huskies zwar 2:1 durch und holten sich den zweiten Sieg in dieser Playoff-Viertelfinalserie nach dem Modus „best of seven“. Sie mussten sich aber deutlich mehr strecken als beim 4:1-Heimerfolg im ersten Aufeinandertreffen am Mittwoch.

„Wir haben ein gutes Eishockey-Spiel gesehen. Wir haben viel investiert und besser mit der Scheibe gespielt als in Kassel. Und wir haben auch mit Körper gespielt“, analysierte Füchse-Trainer Petteri Väkiparta. Spiel drei findet am Sonntag wieder in Kassel statt (17 Uhr).

Überschattet wurde die Partie von einem Schock-Moment für den Coach der Lausitzer Füchse. Im letzten Drittel bekam Petteri Väkiparta aus Nahdistanz einen Puck ab. Er schlug im Gesicht- und Halsbereich des Finnen ein. Der unübersichtliche Zweikampf hatte sich genau vor der Weißwasseraner Bank abgespielt. Väkiparta sackte zusammen und musste nach kurzzeitiger Benommenheit erst einmal tief durchatmen. Das Spiel war deshalb unterbrochen.

Lausitzer Füchse ohne Lane Scheidl

Bei den Lausitzer Füchsen fehlte der gesperrte Lane Scheidl. Der kanadische Stürmer hatte sich am Mittwoch im letzten Drittel einen Stockschlag gegen den Kasseler Tom Geischeimer geleistet. Der DEL-Disziplinarausschuss ahndete das Foul mit einer Sperre von zwei Spielen. In der Begründung der Sperre verweist der Disziplinarausschuss darauf, dass sich die Szene abseits des Spielgeschehens ereignet habe. Außerdem habe Scheidl „eine schwere Verletzung des Gegenspielers in Kauf“ genommen. Damit ist der Stürmer auch am Sonntag in Kassel gesperrt.

Die 2844 Zuschauer im Fuchsbau sahen am Freitagabend von der ersten Minute an ein packendes Playoff-Eishockey. „Das ist ein richtig geiles Spiel“, urteilte Marco Ludwig als Co-Kommentator bei Sprade-TV schon im ersten Drittel. Jeder Zweikampf wurde mit unerbittlicher Konsequenz geführt, jeder Check zu Ende gefahren. Dazu gab es jede Menge Faustkämpfe.

Lausitzer Füchse gehen in Führung

Anders als im ersten Spiel in Kassel war es diesmal ein offener Schlagabtausch, in dem auch die Lausitzer Füchse viele Schüsse vor das gegnerische Tor brachten. In der 8. Minute hatte Kassel noch Glück bei der Doppelchance von Louis Anders und Maximilian Adam. In der 12. Minute landete dann der Schuss von Dominik Bohac irgendwie im Netz. Der Puck bahnte sich trotz ganz viel Verkehr vor dem Tor den Weg in Kasten der Gäste. Eishockey-Weißwasser erlebte den ersten Jubelsturm in dieser Playoff-Serie.

Im 2. Drittel flogen dann immer wieder die Füße. Von Kassels Tom Geischeimer gab es auf dem Weg zur Strafbank ein süffisantes Küsschen in Richtung der Zuschauer. Eine Unaufmerksamkeit der Lausitzer Füchse bestrafte der Favorit eiskalt. In der 35. Minute hatte Joel Lowry viel Platz vor dem Tor und traf rechts oben ins Eck. Kurz danach brachte Joel Keussen die Gäste mit 2:1 in Führung (37.). Kassel war jetzt die bessere Mannschaft.

Im letzten Drittel sahen die Zuschauer eine beherzte Schlussoffensive der Lausitzer Füchse, die Kassel alles abverlangte. Der Ausgleichstreffer fiel nicht mehr. Dennoch gab es viel Beifall von den Rängen für den couragierten Auftritt der Gastgeber.

Positiv: Nach der Partie konnte Petteri Väkiparta in der Pressekonferenz dann Entwarnung geben. „Der Puck hat mich voll getroffen, aber ich bin okay“, erklärte er. Väkiparta hatte also Glück im Unglück. Keine Frage – diese Situation hätte viel schlimmer ausgehen können.

Lausitzer Füchse – Kassel Huskies 1:2 (1:0, 0:2, 0:0)

Tore: 1:0 Bohac (12.), 1:1 Lowry (35.), 1:2 Keussen (37.); Schiedsrichter: Hinterdobler/Holzer; Zuschauer: 2844; Strafminuten: 20/18.

Playoff-Stand (Modus „best of seven“): 0:2.

Das nächste Spiel: Kassel Huskies – Lausitzer Füchse am Sonntag um 17 Uhr.