Lausitzer Füchse: Diese Konsequenzen drohen dem Kassel-Trainer nach der Anzeige

Gegen Todd Woodcroft als Cheftrainer der Kassel Huskies wurde in Weißwasser Strafanzeige wegen Bedrohung gestellt. Woodcroft wurde schon in der Vergangenheit auffällig.
Thomas Heide- Gegen Kassel-Coach Todd Woodcroft liegt in Weißwasser eine Anzeige wegen Bedrohung vor.
- Auslöser war laut Gastwirt Mario Pinter eine Kopf-ab-Geste beim Morgentraining in der Halle.
- Die Polizei bestätigte den Eingang der Anzeige, die DEL2 wartet Ermittlungen ab.
- Füchse-Geschäftsführer kritisiert das Verhalten – eine Entschuldigung gab es laut Pinter nicht.
- Sportlich führt Kassel die Serie 3:1; Spiel fünf steigt am Freitag in Kassel um 19.30 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Strafanzeige gegen Cheftrainer Todd Woodcroft von den Kassel Huskies nach dem Playoff-Spiel bei den Lausitzer Füchsen beschäftigt die Eishockey-Szene weit über die DEL2 hinaus. Viele Medien haben die Berichterstattung der Sportredaktion über die Vorfälle am Dienstag in Weißwasser aufgegriffen. Auch die DEL2 hat sich auf Nachfrage inzwischen geäußert.
Kassel-Trainer Todd Woodcroft soll beim Morgentraining seiner Mannschaft mit der Kopf-ab-Geste gedroht haben. Mario Pinter, der Gastwirt der Stadiongaststätte, hat daraufhin eine Strafanzeige bei der Polizei gegen Woodcroft erstattet. Was derzeit bekannt ist: Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wie kam es überhaupt Kopf-ab-Geste durch den Kassel-Trainer?
Der Vorfall soll sich am Dienstagvormittag beim Eistraining der Kassel Huskies in Weißwasser ereignet haben. Als Mario Pinter für einige Minuten beim Training zuschaute, habe Woodcroft ihn unmissverständlich aufgefordert, sofort die Halle zu verlassen. Das bestätigt der Gastwirt der Stadiongaststätte auf Nachfrage der Sportredaktion. Offenbar vermutete der Huskies-Trainer einen Spion der Füchse. Im Folgenden habe sich laut Pinter dann ein Disput entwickelt, an dessen Ende der Huskies-Coach die Kopf-ab-Geste gemacht haben soll: Er fuhr sich mit dem Daumen demonstrativ über den Hals.
Mario Pinter hat bei der Polizei Strafanzeige wegen Bedrohung gegen Todd Woodcroft wegen Bedrohung (Paragraf 241 Strafgesetzbuch) erstattet. Gegenüber „Bild“ hat die Polizei den Eingang der Strafanzeige bestätigt. Anja Leuschner, Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz: „Ein Angestellter des Gäste-Teams soll gegenüber einem Dienstleister des Weißwasseraner Vereins eine Geste gemacht haben, von der er sich bedroht gefühlt hat. Der Vorfall ereignete sich gegen elf Uhr vormittags.“
Was ist mit dem Spionageverdacht durch Todd Woodcroft?
Kurz gesagt – er ist absurd. Erstens, weil sich Mario Pinter in seiner Eigenschaft als Caterer in der Halle befand. Zweitens, weil beim Morgentraining in der Regel keine geheimen Taktik-Dinge trainiert werden. Dieses Training am Spieltag ist eher eine Lockerungseinheit. Es gab für Spione also schlichtweg gar nichts zu sehen.
Dazu kommt: Die Zuschauerränge der Eishalle in Weißwasser sind außerhalb der DEL2-Spiele für jedermann geöffnet. Dazu zählen auch die Trainingseinheiten der Profimannschaften. Es obliegt zwar jedem Verein das anders zu regeln, aber für Woodcroft bestand in dem Fall kein Hausrecht, um eine solche Forderung nach Geheimtraining zu stellen und mit einer solchen Geste zu untermauern.
Entsprechend sauer ist man bei den Lausitzer Füchsen. „Wenn ich eher davon erfahren hätte, dann hätte ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Todd Woodcraft Hausverbot zu erteilen, damit er beim Spiel nicht hinter der Bande steht“, erklärte Geschäftsführer Dirk Rohrbach. „Der Mann hat eine Trainerlizenz und damit auch Vorbildwirkung, was die Verhaltensregeln betrifft.“ Zumal sich zum betreffenden Zeitpunkt auch eine Kindergruppe in der Halle befand.
Hat sich Todd Woodcroft nach dem Vorfall entschuldigt?
Nach Angaben von Mario Pinter habe es nach dem Eistraining der Kassel Huskies zwar noch ein kurzes Gespräch zwischen ihm und Woodcroft gegeben. In dem Gespräch habe der Kasseler Coach jedoch lediglich klargestellt, dass er Pinter in der Tat für einen Füchse-Spion gehalten habe. Eine Entschuldigung habe es zu dem Zeitpunkt nicht gegeben, so Pinter.
Die Kassel Huskies teilten am Mittwochnachmittag mit: „Nach interner Prüfung der erhobenen Vorwürfe sind wir überzeugt, dass die geschilderte Geste in dieser Form nicht stattgefunden hat. Vielmehr dürfte es sich um eine Fehlinterpretation des Anzeigeerstatters, Mario Pinter, handeln, nachdem dieser wiederholt vergeblich aufgefordert wurde, von der Trainingseinheit der Kassel Huskies keine Videoaufnahmen zu fertigen.“
Die Huskies wiesen die Vorwürfe als „haltlos“ zurück. In der Pressemitteilung heißt es außerdem, dass alle gegenseitigen im Raum stehenden Vorwürfe ausgeräumt seien.
Woodcroft wurde schon in der Vergangenheit auffällig. Im November 2024 wurde eine Geldstrafe gegen den Kanadier wegen unsportlichen Verhaltens verhängt. Er soll im Spiel gegen Rosenheim mehrfach Spieloffizielle beschimpft haben.
Welche Konsequenzen drohen Todd Woodcroft durch die DEL2?
„In Weißwasser hat man mit der Strafanzeige reagiert und ist erst einmal den Weg gegangen, der in einem solchen Fall angezeigt ist. Es handelt sich hier um einen Vorgang außerhalb eines offiziellen DEL2-Spiels und nicht unmittelbar zwischen den Verantwortlichen und Spielern der Clubs“, sagte DEL2-Geschäftsführer René Rudowisch auf Nachfrage der Sportredaktion. Man warte das Ergebnis der Ermittlungen ab. Rudorisch: „Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, wird man sicher auf Seiten des Verbands und der Liga darüber nachdenken müssen, welche Konsequenzen der Sport zu ziehen hat. All das ist aber aktuell viel zu verfrüht und bedarf natürlich entsprechender Fakten.“
Paragraf 241 Strafgesetzbuch (“Bedrohung“) sanktioniert unter anderem die Androhen eines Verbrechens. Der Strafrahmen reicht bis zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren.
Wie geht es jetzt zwischen den Lausitzer Füchsen und Kassel weiter?
Kassel hatte am Dienstagabend das vierte Spiel 6:3 für sich entschieden und liegt in der Serie nach dem Modus „best of seven“ mit 3:1 in Führung. Den Huskies fehlt noch ein Sieg zum Einzug ins Halbfinale. Das fünfte Spiel findet am Freitag (27. März 2026) in Kassel statt (19.30 Uhr).


