Koch aus Köpenick, die Eisern-Kolumne: Union-Folklore? Nur mit echtem Mannschaftsfoto!

Matze Koch schreibt über den 1. FC Union Berlin - in seiner Kolumne verrät er, was den Verein aus der Fußball-Bundesliga wirklich bewegt.
Matthias Koch- Union trainierte in Berlin nach Rückkehr aus einwöchigem Lager in der Steiermark.
- In Irdning/Aigen waren mehrere Einheiten öffentlich, Fans trafen Spieler auch im Ort.
- In Herzogenaurach gab es nicht öffentliche Proben auf dem HomeGround – Zugang nur im Stadion.
- Präsident Zingler: Österreich bleibt wohl Favorit, Folklore sei Union wichtig.
- Seit sieben Jahren kein echtes Mannschaftsfoto mehr, stattdessen digitale Collagen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Heute hat der 1. FC Union wieder in Berlin trainiert. Es war die erste Einheit seit der Rückkehr aus dem einwöchigen Trainingslager in der Steiermark.
In Österreich fühlten sich die Profis und Fans auf der Anlage in Irdning sehr wohl. Die Anhänger konnten die Spieler auch bei der Ankunft in der noblen Unterkunft in Aigen begrüßen. Mit etwas Glück lief man sich auch im Ort über den Weg. Vier Einheiten fanden dort geplant öffentlich statt. Eine weitere kam spontan dazu.
2025 in Herzogenaurach war das anders. Auf dem Gelände von Ausrüster Adidas gab es mehrere nicht öffentliche „Proben“ auf dem HomeGround, zu dem die Fans keinen Zutritt hatten. Den gab es nur, wenn der FCU im zum Areal gehörigen Adi-Dassler-Stadien trainierte.
Trainingslager wohl weiter in Österreich
In Zukunft wird wohl weiter Österreich den Zuschlag erhalten. „Wir waren mal in Herzogenaurach bei unserem Partner. Das machen wir sehr gern. Es gibt dort auch tolle Bedingungen, aber mit wenig Folklore. Und wir mögen auch Folklore“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler.
Diese Sätze geben mir Hoffnung, dass Union irgendwann eine andere alte Tradition wieder aufleben lässt. Denn zur Union-Folklore sollte auch ein echtes Mannschaftsfoto gehören. Das gibt es allerdings seit sieben (!) Jahren nicht mehr. Union setzt seitdem auf digitale Collagen. Fotografisch erstellte Einzelporträts werden am Rechner aneinandergereiht.
Im Sommer 2020 begründete Union dies mit Corona, weil Spieler und Fotografen nicht so dicht beieinanderstehen sollten. Die Pandemie ist überwunden, aber die unansehnlichen Team-„Fotos“ blieben. Unions Kommunikationschef Christian Arbeit findet die Collage vorteilhaft. Er sagte 2021: „Wir können sie immer wieder anpassen, bis die Transferperiode beendet ist.“ Zum Leidwesen der Fotografen gibt es aber auch nach dem Ende der Wechselfrist keinen Mannschaftsfoto-Termin.
Nur noch zwölf „echte“ Mannschaftsfotos
Im aktuellen kicker-Sonderheft wurden gerade zwölf „echte“ Mannschaftsfotos veröffentlicht. Zu den anderen sechs Teams mit den fürchterlichen Collagen gehören neben Union noch Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig, Bayer Leverkusen und Schalke 04. Bei Bayern, Dortmund, RB und Leverkusen hing dies sicher auch mit dem verlängerten Urlaub vieler Nationalspieler zusammen.

Trainer Mauro Lustrinelli vom 1. FC Union Berlin macht nach dem Testspiel in Salzburg gegen Aris Limassol FC (3:2) ein Foto mit den Fans.
Matthias KochBei Union hätte man eins machen können. Dass dann noch Spieler kommen oder gehen, gehört dazu. Immerhin leistet sich der Verein noch ein dickes Programmheft. Und es gibt an Spieltagen von Ultras aufgestellte Automaten, die aus digitalen Tickets für Sammler richtige Eintrittskarten ausspucken.
Vielleicht können die Union-Bosse demnächst das echte Teamfoto wieder einführen. Ich würde dafür auch die Bänke auf den Rasen tragen.
