Fußball 3. Liga
: Start in die Saison – Dynamo Dresden gilt als Favorit

Dynamo Dresden startet am Sonntag bei Viktoria Köln in die neue Saison. Bevor es losgeht, gibt es hier den Überblick über Traditionsclubs, Finanzen und Zuschauer.
Von
Josephine Japke
Dresden
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Am Samstag, den 4. Februar 2023, stehen sich Dynamo Dresden und der Hallesche FC gegebüber. Alle Infos zur Übertragung im TV und Livestream, bekommt ihr hier.

30.01.2023, Bayern, München: Fußball: 3. Liga, TSV 1860 München - Dynamo Dresden, 20. Spieltag, Stadion an der Grünwalder Straße. Stefan Kutschke (M) von Dresden jubelt mit Dennis Borkowski (r) und Ahmet Metin Arslan über sein Tor zum 1:1. Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Dynamo Dresden um Kapitän Stefan Kutschke (Mitte) geht als Aufstiegsfavorit in die neue Saison in der 3. Liga.

Sven Hoppe/dpa

Wer schafft den Sprung in die Zweitklassigkeit? Wer verschwindet aus dem Profigeschäft? Die mit Traditionsclubs gespickte 3. Fußball-Liga startet am Wochenende in die neue Saison. Zum Auftakt empfängt der TSV 1860 München am Freitag (19 Uhr/Magentasport) den 1. FC Saarbrücken.

Am Samstag folgt um 14 Uhr unter anderem das Westduell zwischen Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen. Einen Tag später tritt Dynamo Dresden bei Viktoria Köln an (13.30 Uhr), ehe 16.30 Uhr Rückkehrer Energie Cottbus gegen Arminia Bielefeld spielt.

Die Traditionsclubs – immer mehr Zuschauer in der 3. Liga

Dynamo Dresden, die Münchner „Löwen“, Bielefeld, Saarbrücken, Absteiger Hansa Rostock, Aufsteiger Aachen und und und – die Liste der Traditionsclubs in der 3. Liga ist lang. Womöglich so lang wie noch nie zuvor seit Einführung zur Spielzeit 2008/2009.

Und mit diesen großen Vereinen wird auch das Zuschauerinteresse weiter steigen. In der vorigen Saison lag der Schnitt bei mehr als 9700 Fans pro Spiel. Das war ein neuer Rekord, der in dieser Saison gar eingestellt werden könnte.

Vor allem die Absteiger Regionalliga West-Aufsteiger Alemannia Aachen dürfte einiges dazu beitragen: Fast 20.000 Zuschauer kamen im Schnitt zu den Heimspielen auf dem Aachener Tivoli. Hinzukommen die Publikumsmagnete und Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück (im Schnitt 14.586) und Hansa Rostock (25.974).

Unangefochtene Nummer 1 in der Dritten Liga dürfte aber Dynamo Dresden bleiben. Fast 29.000 Zuschauer kamen in der Drittliga-Saison 23/24 pro Heimspiel ins Rudolf-Harbig-Stadion. Das war eine Auslastung von fast 90 Prozent.

Die Aufstiegsfavoriten – Dynamo Dresden liegt vorn dabei

Und noch eine andere Liste führt Dynamo Dresden an: Laut einer Umfrage des Fußball-Portals liga3-online.de nennen elf von 20 Drittliga-Trainern die Sachsen als absoluten Aufstiegsfavoriten. Auch Energie Cottbus' Trainer Claus-Dieter Wollitz tippt auf die Sachsen. Auf Platz 2 liegt Absteiger Hansa Rostock, gefolgt vom FC Saarbrücken. Auch die Sportschau schreibt: Neben Trainern und Experten sehen auch Wettanbieter Dynamo Dresden vorn.

Die Zweitvertretungen – drei Teams mit wenigen Zuschauern

Ein Dorn im Auge sind vielen Fans die Zweitvertretungen von Erst- und Zweitligaclubs in der 3. Liga, die für wenig Zuschauer und kaum Attraktivität sorgen. Erstmals seit der Saison 2015/2016 sind wieder drei Zweitvertretungen dabei.

Borussia Dortmund II hat den Klassenverbleib geschafft. Zudem spielen auch der VfB Stuttgart II als Meister der Regionalliga Südwest in der vergangenen Saison und Hannover 96 II drittklassig. Die Niedersachsen hatten sich als Meister der Regionalliga Nord in den Aufstiegsspielen in einem Elfmeter-Krimi gegen die Würzburger Kickers durchgesetzt und sind als erste Zweitvertretung eines Zweitligisten in der Geschichte der 3. Liga dabei.

Die Trainerin – Sabrina Wittmann vom FC Ingolstadt schreibt Geschichte

Ein besonderes Augenmerk der Öffentlichkeit wird in dieser Drittliga-Saison auf Sabrina Wittmann vom FC Ingolstadt liegen. Die 33-Jährige ist Deutschlands erste Trainerin im Profi-Fußball. „Ich spüre schon Verantwortung. Aber es ist nicht so, dass es mich erdrücken würde“, sagte sie vor dem Liga-Auftakt gegen den SV Waldhof Mannheim am Sonntag (19.30 Uhr/Magentasport).

Nach einer Interimsphase am Ende der vorigen Saison wurde Wittmann zur Cheftrainerin befördert. „Ich glaube, wie ich damit umgehe, das können vor allem Außenstehende wahrscheinlich besser bewerten als ich“, sagte sie. Trotz aller Bescheidenheit: Die Ziele in Ingolstadt sind hochgesteckt. Einen Platz unter den Top 3 wollen die Schanzer erreichen. „Mir war wichtig, ein Ziel auszugeben. Ich bin total zufrieden damit“, so die gebürtige Ingolstädterin.

Die Finanzen – großer Vermarktungspartner Bwin springt ab

Immer mal wieder hatten Clubs in der 3. Liga in der Vergangenheit Probleme mit der wirtschaftlichen Stabilität. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte deshalb in den zurückliegenden Jahren Änderungen beschlossen.

So wurden unter anderem zur vergangenen Spielzeit die Vorgaben zur Eigenkapitalauflage verschärft. Schon zur Saison 2022/2023 wurde die Mindestkapazität für Stadien von 10.001 auf 5001 Zuschauer reduziert.

Kurz vor dem Start in die neue Spielzeit erhielt die 3. Liga aber einen Dämpfer. Der Wettanbieter Bwin ist als Vermarktungspartner abgesprungen, die Suche nach einem Nachfolger bislang erfolglos. „Es ist so, dass die Gesamtvermarktungserlöse dieses Jahr tatsächlich ein bisschen zurückgehen. Das bewegt sich im fünfstelligen Bereich“, sagte Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga.

Die Anstoßzeiten und Übertragungen – viel MagentaSport, wenig Öffentlich-Rechtliche

Die Anstoßzeiten gegenüber der Vorsaison bleiben unverändert. Auf ein Freitagabendspiel um 19 Uhr folgen am Samstag um 14 Uhr fünf Spiele. Am späten Nachmittag um 16.30 Uhr gibt es dann noch eine weitere Partie, ehe die drei restlichen Begegnungen am Sonntag um 13.30 Uhr, 16.30 Uhr beziehungsweise 19.30 Uhr angepfiffen werden.

Magentasport überträgt bis Sommer 2027 alle 380 Spiele pro Saison live, davon 312 exklusiv. 68 Spiele sind zusätzlich live im frei empfangbaren Fernsehen in der ARD und ihren Dritten Programmen zu sehen. Die ARD und die Landesrundfunkanstalten haben das Recht, zwei Livespiele pro Wochenende zu übertragen. Das Recht, Höhepunkte aller Spiele zu zeigen, haben außer den Live-Partnern auch DAZN, Sky und das ZDF.

Energie Cottbus

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