Fan-Proteste in Bundesliga
: Zwölf Minuten Schweigen bei Bochum gegen Dynamo Dresden

Schweigen als Protest auch beim Spiel von Dynamo Dresden in Bochum: Fußball-Fans protestieren bundesweit gegen mögliche neue Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien.
Von
Frank Noack
Bochum
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VfL Bochum - Dynamo Dresden: 21.11.2025, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Fußball: 2. Bundesliga, VfL Bochum - Dynamo Dresden, 13. Spieltag, Vonovia Ruhrstadion: Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht vor dem Stadion, im Hintergrund ist das VfL-Logo zu sehen. Foto: David Inderlied/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Beim Spiel zwischen dem VfL Bochum und Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga schwiegen die Fans in den ersten zwölf Minuten.

David Inderlied/dpa
  • Fans in deutschen Stadien protestieren gegen geplante Sicherheitsmaßnahmen mit 12 Minuten Schweigen.
  • Beim Spiel Bochum gegen Dresden herrschte zunächst Stille – ein ungewohntes Bild für beide Fangruppen.
  • Protest richtet sich gegen personalisierte Tickets und verschärfte Stadionverbotsrichtlinien.
  • Große Fan-Demo in Leipzig unter dem Motto „Der Fußball ist sicher! Schluss mit Populismus – Ja zur Fankultur!“.
  • Deutsche Fußball Liga lehnt kollektive Maßnahmen wie reduzierte Gästekarten und Personalisierungen ab.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Fans von VfL Bochum und Dynamo Dresden sind für ihre Lautstärke und die Unterstützung für ihre Teams über die 2. Fußball-Bundesliga hinaus bekannt. Am Freitagabend beim direkten Duell im Bochumer Vonovia-Ruhrstadion herrschte jedoch zunächst gespenstische Stille in beiden Fankurven.

Hintergrund: Die Anhänger wollen an diesem Wochenende bundesweit gegen mögliche neue Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien protestieren. Auf Plakataktionen und eine große Demo folgt jetzt also das organisierte Schweigen.

Es war eine bemerkenswerte Atmosphäre am Freitagabend in Bochum. Vor dem Anpfiff herrschte wie immer tolle Stimmung im Vonovia-Ruhrstadion. VfL-Trainer Uwe Rösler spielte bei der Erwärmung wieder den Einpeitscher vor der Kurve der Gastgeber – trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt natürlich in kurzen Hosen. Auch Herbert Grönemeyers „Bochum“ donnerte wie gewohnt aus den Lautsprechern. Mit dem Anpfiff gab es statt der Fangesänge dann jedoch das kollektive Schweigen, das nur durch einzelne Rufe unterbrochen wurde.

Deutsche Fußball Liga unterstützt die Fans

Die organisierten Fußball-Fans in Deutschland wollen an diesem Wochenende jeweils in den ersten zwölf Minuten eines Spiels schweigen. Die Aktion ist als Protest gegen die geplanten Sicherheitsmaßnahmen der Politik in deutschen Stadien gedacht. Gleichzeitig fordern die Anhänger die Vereine dazu auf, „sich diesen Plänen mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen und Möglichkeiten zur Wehr zu setzen“, wie es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Fanszenen in Deutschland heißt.

Über das Thema Stadionsicherheit wird vom 3. bis 5. Dezember bei der Herbsttagung der Innenministerkonferenz in Bremen diskutiert. Im Gespräch sind unter anderem personalisierte Tickets bei Fußballspielen und eine Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien.

Die organisierten Fans in Deutschland wehren sich dagegen. Unter dem Motto „Der Fußball ist sicher! Schluss mit Populismus – Ja zur Fankultur!“ fand erst am vergangenen Wochenende eine große Fan-Demonstration in Leipzig statt.

Die Deutsche Fußball Liga machte vor dem Bundesliga-Wochenende noch einmal ihren Standpunkt in einer Erklärung klar. „Kollektiv wirkende behördliche Maßnahmen, wie sie teilweise vonseiten der Innenpolitik gefordert werden, sind weder mit Blick auf eine Verbesserung der Stadionsicherheit zielführend noch für die vielen Millionen von Fußball-Fans vermittelbar, die von diesen Maßnahmen betroffen wären“, hieß es darin.

Und weiter: „Dies meint ausdrücklich Maßnahmen wie die Reduzierung beziehungsweise Streichung von Kartenkontingenten für Gästefans oder die Verpflichtung zur Personalisierung und damit verbundene Identifizierung beim Einlass.“ Die DFL bezog sich dabei auf die Standpunkte, die ihr Geschäftsführer Marc Lenz und DFB-Präsident Bernd Neuendorf bei der Sondersitzung der Kommission Fans und Fankulturen vertreten hätten.