Jena gegen Erfurt
: Warum die Rivalen gemeinsame Sache gegen den MDR machen

Vor dem Derby im Thüringen-Pokal haben sich Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena miteinander arrangiert. Der MDR könnte der Leidtragende sein.
Von
Brian Schmidt
Erfurt
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Normalerweise pflegen der FC Rot-Weiß Erfurt und der FC Carl Zeiss Jena eine intensive Rivalität. Vor dem kommenden Pokalderby haben sich die Vereine allerdings zusammengetan. Im Zweikampf: Hinata Gonda (mittig) und Ken Gipson (re.)

IMAGO/CF
  • Jena und Erfurt arbeiten zusammen, um MDR bei Übertragungsrechten auszustechen.
  • Pokalderby am 12. Oktober in Jena; Übertragungsrechte kosten ca. 10.000 Euro.
  • Vereine planen Livestreams für Fans; Einnahmen durch Zweitverwertungen.
  • Sieger des Thüringer Landespokals darf im DFB-Pokal spielen, erhält ca. 210.000 Euro.
  • Jena gewann letztes Derby gegen Erfurt mit 5:1; Jena steht besser in der Tabelle.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Achtelfinale des Thüringer Landespokals empfängt der FC Carl Zeiss Jena seinen Ligakonkurrenten und Rivalen FC Rot-Weiß Erfurt. Am 12. Oktober (14 Uhr) wird das Pokalderby in Jena ausgetragen. Und beide Vereine arbeiteten wohl Hand in Hand, um den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) auszustechen.

Wie Bild.de berichtet, sollen beide Vereine sich gemeinsam mit dem Thüringer Fußballverband um die Übertragungsrechte bemüht haben. Normalerweise wäre das Spiel im MDR übertragen worden, doch die knapp fünfstellige Summe für die Übertragungsrechte bringen die Vereine nun voraussichtlich selbst auf.

Knapp 10.000 Euro für Übertragungsrechte des Pokalspiels

Im Thüringer Landespokal könnte es damit zu einem absoluten Novum kommen. Noch nie wurden die Übertragungsrechte für eine offizielle Partie an einen Verein abgetreten. Für knapp 10.000 Euro soll dies aber nun geschehen. Beide Vereine bringen eine gewisse Expertise mit, wenn es um die Übertragung von Spielen geht. Rot-Weiß Erfurt bot seinen Fans zu Oberliga-Zeiten Livestreams seiner Auswärtsspiele an.

Für etwa fünf Euro sollen Fans, die nicht im Stadion sein können, weil die Ticketkapazitäten begrenzt sind, das Spiel via Livestream verfolgen können. Da damit die Lizenz- und Übertragungskosten noch nicht gedeckt sind, sollen Zweitverwertungen für zusätzliche Einnahmen sorgen. Im Kern geht es den Vereinen aber darum, dass alle Fans das Spiel live verfolgen können – entweder im Stadion oder via Livestream. Der finale Vertrag ist zwar noch nicht unterschrieben, aber den Zuschlag sollen die Vereine wohl erhalten, vermeldet Bild.

Finanzspritze auch bei Sieg des Thüringer Landespokals

Sowohl der FC Rot-Weiß Erfurt als auch der FC Carl Zeiss Jena hoffen natürlich auf einen Sieg im Achtelfinale des Thüringer Landespokals. Nicht nur das Derby hätte man dann für sich entschieden, sondern auch der größte Mitkonkurrent um den Sieg des Pokals wäre ausgeschaltet. Neben den beiden Vereinen ist nur der ZFC Meuselwitz noch Regionalligist. Alle anderen noch verbleibenden Teilnehmer sind unterklassig bis zur Kreisoberliga.

Der Sieger des Thüringer Landespokals darf in der kommenden Saison im DFB-Pokal spielen. Jeder Teilnehmer der ersten Pokalrunde im DFB-Pokal erhält rund 210.000 Euro, die vor allem für Amateurvereine eine enorme Finanzspritze sind. Sollte einem Amateurverein in der ersten Runde die Überraschung gelingen, winken in Runde zwei sogar etwas mehr als 400.000 Euro.

Carl Zeiss Jena gewann letztes Derby deutlich

Im letzten Aufeinandertreffen am 4. September in der Regionalliga Nordost hatte der FC Carl Zeiss Jena keine Mühe, dass Derby für sich zu entscheiden. Am Ende stand ein deutliches 5:1 auf der Anzeigetafel. Auch die beiden ehemaligen Erfurter Erik Weinhauer und Kay Seidemann trugen sich in die Torschützenliste ein.

Tabellarisch steht ebenfalls der FC Carl Zeiss Jena besser da. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen ist das Team von Cheftrainer Henning Bürger allerdings auf den zweiten Tabellenplatz abgerutscht. Der FC Rot-Weiß Erfurt steht auf dem zwölften Platz.