Eishockey in Weißwasser: Wutausbruch in der Kabine? ‒ Kassel feuert Trainer Stewart

Das Aus mitten in der DEL2-Finalserie: Die Kassel Huskies feuern Bill Stewart und sein Trainerteam.
Thomas HeideDie Lausitzer Füchse befinden sich zwar bereits in der Sommerpause – diese Nachricht aus der DEL2 sorgt jedoch auch in Weißwasser für Aufsehen: Die Kassel Huskies feuern mitten in der Finalserie gegen die Eisbären Regensburg ihr Trainerteam.
Aufgrund der aktuellen Situation sehe sich die Organisation der Kassel Huskies dazu gezwungen, Cheftrainer Bill Stewart und Co-Trainer sowie vorherigen Sportdirektor Hugo Boisvert mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben zu entbinden, teilte der Club aus Nordhessen am Montagvormittag mit und sorgte damit für einen Knall in der Eishockey-Branche. Denn: Eine Trainerentlassung direkt vor dem möglicherweise entscheidenden Finalspiel gab es noch nie.
„Diese Entscheidung kommt sicherlich überraschend, jedoch trage ich hierfür die volle Verantwortung“, erklärte Huskies-Inhaber und Geschäftsführer Paul Sinizin: „Mir geht es ausschließlich um die Kassel Huskies, deren Werte und den Kasseler Weg. In den vergangenen Tagen wurde sich von unserer Club-Identität entfernt. Ich sehe mich in der Verantwortung, diese Tendenzen sofort zu stoppen und somit die Organisation zu schützen.“
Letzter Auslöser für die Panik-Entscheidung der Kassel Huskies war offenbar die 2:5-Heim-Niederlage in Spiel fünf der Finalserie gegen die Eisbären Regensburg. Die Gastgeber gaben dabei eine 2:0-Führung aus der Hand. Regensburg liegt in der Serie nach dem Modus „best of seven“ jetzt mit 3:2 vorn und kann im sechsten Spiel am Dienstag die Meisterschaft in der DEL2 perfekt machen.
Die „HNA“ berichtet zudem von einem Wutanfall, der sich nach der Niederlage im Auswärtsspiel in Regensburg am Freitag ereignet haben soll. Trainer Stewart soll aus Frust über die Niederlage Spieler massiv beschimpft, einigen sogar das Essen aus der Hand geschlagen haben.
Ex-Weißwasseraner übernimmt in Kassel
Die Kassel Huskies stehen mit dem Rücken zur Wand ‒ wieder einmal. Der Club aus Nordhessen will in dieser Saison endlich in die DEL aufsteigen. Kassel hatte sich zwar die Hauptrunden-Meisterschaft gesichert, aber schon während der Saison mit seinen Personal-Entscheidungen für Aufsehen gesorgt. Zunächst hatte man den Kader mit zahlreichen Nachverpflichtungen aufgebläht. Ende Februar wurde dann Trainer Bohuslav Subr trotz Tabellenplatz eins entlassen.
Im Viertelfinale gegen die Lausitzer Füchse quälte sich der haushohe Favorit zwar zum Sieg in der Serie. Weißwasser zwang Kassel aber überraschend in Spiel sieben und war ‒ zumindest gefühlt ‒auch ein Sieger in dieser spannenden Serie.
Übrigens: Ein Ex-Weißwasseraner soll den drohenden K.o. in der Finalserie gegen Regensburg doch noch abwenden. Das Team wird interimsweise von U20-Coach Sven Valenti betreut. Ihm zur Seite steht ebenfalls ab sofort Daniel Kreutzer. Valenti hatte in seiner aktiven Zeit auch für die Lausitzer Füchse gespielt.
Als neuer Cheftrainer der Kassel Huskies kommt es für Sven Valenti zu einer weiteren Kuriosität: Denn zum Team der Schlittenhunde gehört auch sein Sohn Yannik Valenti.


