Eishockey in Weißwasser
: Später Jubel um Mitternacht – freie Tage als Belohnung für Füchse

Die Lausitzer Füchse gewinnen gegen Bad Nauheim eines der längsten Spiele in der DEL2-Geschichte. Weißwasser zieht ins Viertelfinale ein. Aber es war ein Kraftakt – so läuft jetzt die Erholung.
Von
Frank Noack
Weißwasser
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  • Tor verschoben, die normale Zeitrechnung im Eishockey auch: Die Partie der Lausitzer Füchse in Bad Nauheim endete erst in der zweiten Verlängerung.

    Tor verschoben, die normale Zeitrechnung im Eishockey auch: Die Partie der Lausitzer Füchse in Bad Nauheim endete erst in der zweiten Verlängerung.

    Jan Huebner/Hoffmann
  • Die Lausitzer Füchse ziehen durch den Sieg beim EC Bad Nauheim ins DEL2-Viertelfinale ein.

    Die Lausitzer Füchse ziehen durch den Sieg beim EC Bad Nauheim ins DEL2-Viertelfinale ein.

    Jan Huebner/Hoffmann
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„Guten Mitternacht.“ Während Petteri Väkiparta die vermutlich späteste Pressekonferenz seiner Trainer-Karriere gab, bejubelten draußen auf dem Eis die Spieler der Lausitzer Füchse aus Weißwasser gemeinsam mit den mitgereisten Fans den Einzug in das Viertelfinale der DEL2.

Der 3:2-Sieg nach Verlängerung im zweiten Pre-Playoff-Spiel beim EC Bad Nauheim war eine der längsten Partien in der DEL2-Geschichte. Der Rekord steht bei 107 Minuten und 48 Sekunden. So lange dauerte in der Saison 2019/20 das Spiel zwischen dem Freiburg und Bad Tölz.

Am Freitagabend in Bad Nauheim erzielte Lane Scheidl in der 94. Minute den Siegtreffer in der Verlängerung – also in der zweiten Verlängerung. Beide Teams mussten dabei an ihre körperlichen Grenzen gehen. Und auch das Glück spielt in der Verlängerung natürlich eine wichtige Rolle. „Heute ist die Münze zur richtigen Seite gefallen. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, lobte Väkiparta in der Mitternachts-Pressekonferenz im Colonel-Knight-Stadion.

In der Kabine wurde der Erfolg ebenfalls gefeiert. „Playoffs 2024“ stand auf einer selbstgebastelten Brille, die sich die Spieler und sogar Trainer Väkiparta aufsetzten.

Die Pre-Playoff-Serie der Tabellennachbarn aus der Hauptrunde ging zwar nur über zwei Partien. Aber diese Spiele waren sehr intensiv und endeten jeweils erst in der Verlängerung. Spiel eins hatte Weißwasser zu Hause mit 2:1 für sich entschieden. „Wir haben innerhalb dieser zwei Spiele praktisch drei Spiele absolviert“, rechnete Väkiparta vor.

Dazu kamen die Reisestrapazen. Innerhalb von 72 Stunden standen sich beide Teams zweimal gegenüber – die Regeneration fand also zu einem nicht unerheblichen Teil im Mannschaftsbus statt. Kurz vor sieben Uhr fuhr der Füchse-Bus am Samstagmorgen mit den Siegern aus Bad Nauheim wieder an der Eisarena in Weißwasser vor. Es ist der ganz normale Wahnsinn in der Playoff-Zeit.

Als Belohnung für die beiden Kraftakte gegen Bad Nauheim dürfen die Spieler jetzt ein freies Wochenende genießen. Am Samstag und Sonntag ist trainingsfrei. Trainer Petteri Väkiparta düste nach Hause zu seiner Familie nach Wolfsburg. Erst am Montag steht im Fuchsbau die nächste Trainingseinheit auf dem Programm. „Diese Erholung ist sehr wichtig für den Körper, aber auch für den Kopf“, betonte Väkiparta.

Am Montag beginnt dann die Vorbereitung auf die Viertelfinal-Serie gegen die Kassel Huskies. Gespielt wird nach dem Modus „best of seven“. Weißwasser ist im Duell mit dem Hauptrunden-Meister und Aufstiegs-Favoriten Nummer eins der krasse Außenseiter. Ein Ziel hat Petteri Väkiparta mit seiner Mannschaft aber schon jetzt erreicht: Während sich Pre-Playoff-Gegner Bad Nauheim am Freitag kurz vor Mitternacht vor der eigenen Fankurve in eine lange Sommerpause verabschiedete, können sich die Anhänger der Lausitzer Füchse noch auf mindestens zwei Heimspiele am Freitag und am Dienstag (jeweils um 19.30 Uhr) freuen.

Dann wird sich zeigen, ob die Pressekonferenzen von Trainer Petteri Väkiparta wieder mit dem üblichen „Guten Abend“ beginnen können oder ob es erneut ein Mitternachts-Spektakel gibt.