Dynamo Dresden
: So geht Lukas Boeder mit der Angst vor dem Abstieg um

Lukas Boeder von Zweitliga-Schlusslicht Dynamo Dresden gibt im Trainingslager in der Türkei tiefe Einblicke in sein Seelenleben. Zur Aufarbeitung der Hinrunde gehört auch Selbstkritik.
Von
Frank Noack
Antalya
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Lukas Boeder im Garten des Teamhotel "Fame Residence Lara & Spa",                                                                                      
SG Dynamo Dresden, Trainingslager in Lara / Türkei, Wintertrainingslager, Fußball, Fussball, 2. Bundesliga, Zweite Liga, Saison 2025/2026, Antalya, Mannschaftshotel, Hotel, Fame Residence, Trainingscamp, 04.01.2026,
Foto: Lutz Hentschel

Lukas Boeder genießt auch im Trainingslager in der Türkei die Sonne - zumindest in der Freizeit. Mit Dynamo Dresden kämpft Boeder um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.

Lutz Hentschel
  • Dynamo Dresden kämpft im Wintertrainingslager in der Türkei um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.
  • Abwehrspieler Lukas Boeder spricht offen über den Druck als Tabellenletzter und seine Urlaubszeit in Doha.
  • Dynamo hat nach der Hinrunde vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz 16.
  • Boeder betont die interne Analyse und hofft mit Neuzugängen auf bessere Ergebnisse in der Rückrunde.
  • Trotz der schwierigen Lage ist Boeder optimistisch: Klassenerhalt sei „definitiv möglich“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Beim Blick zurück strahlt Lukas Boeder noch einmal mit der Wüstensonne um die Wette. Der 28-jährige Abwehrspieler von Dynamo Dresden hat die letzten Tage des Jahres 2025 gemeinsam mit seiner Ehefrau Helen und dem 13 Monate alten Töchterchen in Doha am Persischen Golf verbracht. „Es war sehr schön. Im Urlaub liegt der Fokus immer komplett auf der Familie“, berichtet Boeder.

Im Trainingslager von Dynamo Dresden hat der Innenverteidiger in einem Mediengespräch neben der Analyse der sportlichen Situation beim Tabellenletzten der 2. Fußball-Bundesliga auch tiefe Einblicke in sein Seelenleben gegeben.

Der Tapetenwechsel im Urlaub habe ihm gut getan, erzählt Boeder. Von seiner Wohnung hat er zuletzt wenig gesehen. Am 30. Dezember 2025 kehrte Boeder nach Dresden zurück. Am 2. Januar 2026 begann die Rückrunden-Vorbereitung mit Dynamo, einen Tag später ging es dann schon wieder mit dem Team ins Trainingslager in der Türkei.

Sorge um Klassenerhalt bestimmt die Gedanken

Lukas Boeder als Vielflieger – die Reisestrapazen machen ihm nichts aus. Im Gegenteil: „Wenn wir die Möglichkeit haben, irgendwohin zu verreisen, bin ich gerne unterwegs. Urlaub bedeutet immer auch Tapetenwechsel: Komplett runterfahren, den Kopf frei bekommen und Sonne tanken - das tut allgemein der Seele gut“, sagt der gebürtige Essener. Und im Kopf hatte sich nach der unbefriedigenden Rückrunde auch bei Lukas Boeder einiges angesammelt. Dynamo hat als Schlusslicht nach der Hinrunde vier Punkte Rückstand auf den Relegationsrang 16 - die Abstiegsgefahr ist also groß und sehr real.

Logisch, dass sich die zurückliegende Winterpause für Lukas Boeder ganz anders angefühlt hat, als der Sommerurlaub nach der vergangenen Saison. Damals feierte das Dynamo-Land ausgelassen den Aufstieg in die 2. Liga und schunkelte freudetrunken durch den Sommer. Jetzt im Winter bestimmt die Sorge um den Klassenerhalt die Gedanken der Fans und natürlich auch der Spieler.

Er könne zwar relativ gut zwischen privat und beruflich unterscheiden, findet Lukas Boeder. Und dennoch: Es fühle sich als Tabellenletzter komplett anders an als im Sommer. „Natürlich war man auch im Sommer froh, dass es in den Urlaub geht. Aber da ging es darum, die vielen positiven Dinge zu verarbeiten. Das war kein Ballast“, erzählt Boeder. „Jetzt ging es dagegen darum, die negativen Sachen für ein paar Tage beiseitezuschieben.“

Lukas Boeder bevorzugt Sonne statt Schnee im Urlaub

Dabei bekommen im Hinblick auf das Urlaubsziel bei Familie Boeder derzeit Sonne und Meer ganz klar den Vorzug gegenüber Bergen und Schnee. Das hat vor allem pragmatische Gründe: In der wärmenden Sonne braucht es halt weniger Kleidung als im kalten Schnee. „Da muss unsere Kleine nicht so viel anziehen und kann einfach herumplanschen“, schmunzelt der stolze Papa.

Natürlich haben die Spieler in der Stadt sowie in den sozialen Netzwerken die öffentlichen Diskussionen mitbekommen. Sie verlaufen bei einem Tabellenletzten nicht immer so sonnig wie ein Urlaub am Meeresstrand. „Ich glaube trotzdem, dass der Verein und auch die Fans verstanden haben, dass wir in jedem Spiel alles reingeworfen haben. Das wurde wahrgenommen und auch respektiert“, findet Boeder. Eine Sache ist ihm auch noch wichtig: „Alle können versichert sein, dass wir intern sehr klar analysiert haben. Wir wissen, dass ein paar Dinge gefehlt haben und wir uns entwickeln müssen.“

Hier im Trainingslager am Mittelmeer schaut zwar die Sonne nur gelegentlich zwischen den Wolken durch, aber Lukas Boeder trägt die Urlaubssonne aus Doha weiter im Herzen. Er freut sich auf den Kampf um den Klassenerhalt in der Rückrunde. Klar, es wird schwer, das ist allen hier in der Türkei bewusst. Aber es ist machbar - davon ist Lukas Boeder fest überzeugt: „Wenn man die Fakten anschaut, dann fühlt sich die Hinrunde natürlich nicht gut an. Trotzdem habe ich grundsätzlich ein gutes Gefühl. Wir haben uns auch in der Hinrunde verbessert, auch wenn sich das noch nicht in den Ergebnissen widergespiegelt hat. Mit den Neuzugängen werden wir jetzt weitere Entwicklungsschritte gehen, weil der Konkurrenzkampf größer geworden ist.“

Wie groß ist seine Zuversicht, dass die Mannschaft genau wie vor einem Jahr auch diesmal mit einem positiven Gefühl in den Sommerurlaub geht? Der Klassenerhalt sei trotz des Rückstandes in der Tabelle „definitiv möglich“, versichert Lukas Boeder. Der Vielflieger hofft nun auf einen Höhenflug in der Tabelle: „Ich bin da guter Dinge.“ Bis zum sonnigen Sommer ist es trotzdem ein weiter Weg.