Dynamo Dresden 2. Liga: SGD feiert Auswärtssieg in Nürnberg - „alle hatten Bock“

Großer Jubel bei Dynamo: Dresden: Der Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg ist ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga.
Daniel Karmann/dpa- Dynamo Dresden gewann beim 1. FC Nürnberg mit 2:0 und verschaffte sich Luft im Abstiegskampf.
- Trotz vier Ausfällen in der Stammelf trat die SGD mutig auf – 45.000 Fans waren im Stadion.
- Koudossou traf ins eigene Tor nach Vermeij-Eingabe, Bobzien entschied per Solo zum 2:0.
- Eine strittige Szene gegen Zoma blieb ungeahndet, Dresden profitierte von der Entscheidung.
- Nächstes Spiel: Am Samstag empfängt Dresden den VfL Bochum im Rudolf-Harbig-Stadion.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dynamo Dresden gelingt ein wichtiger Auswärtssieg im Kampf um den Klassenerhalt der 2. Fußball-Bundesliga. Mit dem 2:0 (0:0) beim 1. FC Nürnberg klettern die Sachsen sogar vorerst auf Rang elf – dabei waren sie im Frankenland mit großen Personalsorgen angetreten. „Das ist ein wichtiger Sieg, aber auch dafür gibt es nur drei Punkte“, sagte Dynamo-Trainer Thomas Stamm bei Sky. „Wir haben gewusst, dass wir hier Punkte mitnehmen können, wenn wir eine gute Leistung zeigen. Und das haben wir gemacht.“
Das Eigentor von Henri Koudossou (55.) und der sehenswerte Treffer von Ben Bobzien (83.) sorgten für großen Jubel im Gästeblock des mit 45.000 Zuschauern ausverkauften Max-Morlock-Stadions. Nach Spielende feierten die SGD-Profis ausgelassen mit ihren Anhängern diesen Befreiungsschlag im Abstiegskampf. „Ich glaube, es war ein guter Moment um das Tor zu schießen. Wir sind glücklich über die drei Punkte“, freute sich Bobzien über seinen Treffer, der diese Partie endgültig entschied.
Der Dreier in Nürnberg ist angesichts der Ausgangslage besonders wertvoll: Trainer Thomas Stamm musste gleich auf vier absolute Stammkräfte verzichten. Kofi Amoako und Robert Wagner fehlten im defensiven Mittelfeld gelbgesperrt. Vize-Kapitän Niklas Hauptmann (Schulterverletzung) und Abwehrsäule Thomas Keller (muskuläre Probleme) fielen ebenfalls aus.
Mit Lukas Boeder, Tony Menzel, Luca Herrmann sowie Youngster Friedrich Müller in der Innenverteidigung versuchten die Dresdner, diese schwerwiegenden Ausfälle zu kompensieren. Allerdings: Die Innenverteidigung offenbarte dabei anfangs Lücken. Erst ließ sich Müller von Mohamed Zoma (10.) austricksen.

Eigentor durch Henri Koudossou vom 1. FC Nürnberg – Dynamo Dresden kommt zu einen wichtigen Auswärtssieg im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga.
Daniel Karmann/dpaDer Nürnberger stürmte frei in den Strafraum, sein Querpass fand aber keinen Abnehmer. Dann wurde Julian Pauli von Berkay Yilmaz auf der anderen Seite düpiert (11.), erneut konnten die Dresdner mit etwas Glück das Gegentor verhindern.
Friedrich Müller köpft an den Pfosten
Offensiv begannen die Sachsen allerdings mutig: Ein Kopfball an den Pfosten von Müller (18.) an den Pfosten war die erste gute Gelegenheit für die Gäste. Unterstützt von 9000 mitgereisten und lautstarken Dynamo-Fans suchte die Stamm-Elf immer wieder den Weg nach vorn. Luca Herrmann kam zum nächsten Abschluss, der im letzten Augenblick noch abgeblockt wurde (20.).
Wie riskant die forsche Dynamo-Spielweise war, wurde in der 35. Spielminute deutlich. Innenverteidiger Pauli hatte deutliche Schnelligkeitsnachteile gegen den Nürnberger Zoma. Als der Angreifer nach einem beidseitigen Klammern zu Boden ging, hatte das kurz den Anschein einer Notbremse. Schiedsrichter Felix Bickel zeigte aber sofort an: kein Foul. Es gab offenbar auch keine Korrektur aus dem Kölner Keller – eine zumindest glückliche Entscheidung für die Gastmannschaft.
Nach der Pause versuchte Nürnberg, mehr Druck zu entwickeln. Aber Dynamo konterte effektiv: Starke Vorlage von Menzel auf Vincent Vermeij – dessen Eingabe bugsierte Nürnbergs Henri Koudossou ins eigene Tor (55.). Es war ein kurioses Eigentor. „Ich bin extrem enttäuscht und sauer auf mich selbst, weil es absolut nicht nötig war. Ich stehe eigentlich ganz gut und muss den Ball mit links klären. Vielleicht kann ich den Ball sogar noch annehmen“, schilderte Eigentorschütze Koudossou die Situation. Dynamo ließ danach nicht locker und verdiente sich die Führung mit einer weiterhin sehr couragierten Spielweise.

Enges Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und Dynamo Dresden, hier kämpfen Rabby Nzingoula (links) und Luca Herrmann um den Ball.
Daniel Karmann/dpaOrganisiert vom laufstarken Boeder griffen die Dresdner weiterhin weit vorn an und ließen Nürnberg so nur wenige Druckphasen entwickeln. Als Trainer Stamm in der Schlussphase (78.) dann Claudio Kammerknecht und Lars Bünning zwei zusätzliche Abwehrspieler aufs Feld schickte, war klar: Nun sollte die knappe Führung mit aller Macht über die Zeit gebracht werden.
Bei einem Beinahe-Eigentor von Kammerknecht hatte Dynamo noch etwas Glück – dann erkonterte Dynamo aber den Auswärtssieg: Ben Bobzien startete ein bemerkenswertes Solo in der eigenen Hälfte und vollendete rechts unten zum 2:0 (83.).
Das Fazit von Lukas Boeder, der die Mannschaft diesmal als Kapitän auf den Rasen führte: „Ich hatte heute generell ein gutes Gefühl. Die Situation war schon so, dass wir nicht allzu viel zu verlieren hatten. Das ist manchmal ganz geil. Vor allem nach den beiden Niederlagen war es enorm wichtig, diese drei Punkte zu holen. Alle hatten Bock, die Null zu verteidigen.“
Für die SGD geht es am kommenden Samstag mit dem Heimspiel gegen den VfL Bochum weiter. Anstoß ist um 13 Uhr im Rudolf-Harbig-Stadion. Nach der deutlichen 1:4-Niederlage in Magdeburg sind die Bochumer auch wieder in den Abstiegskampf gerutscht. Am Sonntag empfängt die Mannschaft des ehemaligen Dynamo-Stürmers Uwe Rösler mit Eintracht Braunschweig ein weiteres Team, das in der 2. Liga um den Klassenerhalt kämpft.
