Dynamo Dresden 2. Liga
: Tim Schreiber selbstkritisch - „Ich muss für das Team da sein“

InterviewAlbtraum für Tim Schreiber: Dem Torhüter von Dynamo Dresden unterlaufen bei der Niederlage in Paderborn zwei folgenschwere Fehlgriffe. Trotzdem stellt er sich danach den Fragen der Reporter.
Von
Frank Noack
Paderborn
Fussball 2. Bundesliga, SG Dynamo Dresden - Hannover 96: 21.09.2025, xtgx, Fussball 2. Bundesliga, SG Dynamo Dresden - Hannover 96 emspor, v.l. Tim Schreiber (Dresden, 1)  (DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and/or QUASI-VIDEO) Foto: Michael Taeger/Jan Huebner

Tim Schreiber (hier in einem früheren Spiel) verlor mit Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga beim SC Paderborn 1:2. Bei beiden Gegentreffern sieht Schreiber nicht gut aus und äußert sich anschließend sehr selbstkritisch.

Michael Taeger

Tim Schreiber erlebte bei der 1:2 (1:0)-Niederlage von Dynamo Dresden beim SC Paderborn einen Torhüter-Albtraum: Schreiber glänzte zwar mit einigen Paraden, griff aber zwei Mal entscheidend daneben. Paderborn nutzte beide Fehlgriffe zu Toren und drehte damit das Spiel. „Ohne die zwei individuellen Fehler hätten wir heute auf jeden Fall etwas Zählbares mitnehmen können“, erklärte der 23 Jahre alte Torhüter.

Trotz seiner Patzer stellte sich Tim Schreiber nach dem Spiel den Fragen der Medienvertreter. Er ging dabei sehr selbstkritisch mit der eigenen Leistung um.

Tim Schreiber über seinen Anteil an der Niederlage: „Es ist bitter. Fluch und Segen eines Torhüters. Wir machen hier ein sehr gutes Spiel, und ohne die zwei individuellen Fehler hätten wir heute auf jeden Fall etwas Zählbares mitnehmen können.“

Tim Schreiber über die beiden Gegentore: „Beim ersten Gegentor sehe ich den Ball sehr spät, entscheide mich trotzdem rauszugehen – und komme dann eine Millisekunde zu spät. Beim zweiten ist es ähnlich. Das sind Dinge, die ich auf meine Kappe nehmen muss. Es ist natürlich schade für die Mannschaft, denn wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht.“

Warum Tim Schreiber zweimal zu spät kommt

Tim Schreiber über die Paderborner Ecken-Variante: „Gerade das 1:2 ist für einen Torhüter unglücklich. Da ist viel Betrieb vor dir, viele Spieler im Fünfer. Der Ball hat viel Schnitt, kommt früh runter – ich sehe ihn spät, ziehe die Entscheidung durch und komme nicht mehr entscheidend hin.“

Tim Schreiber über die Zuordnung bei den Eckbällen: „Die Zuordnung war eigentlich richtig. Es ist halt eine Pulk-Variante. Paderborn hat alles in den Fünfer gestellt. Das ist eklig zu verteidigen. – vor allem gegen kopfballstarke Spieler. Am Ende ist es so: Ich komme zu spät, treffe den Ball nicht sauber, und dann fällt er rein.“

Tim Schreiber über die vergebenen Chancen: „Wie gesagt: Wir haben insgesamt wieder ein richtig starkes Spiel gemacht. Wir kommen gut aus der Kabine, spielen unseren Fußball weiter – eigentlich kann es da auch 2:0 stehen. Stattdessen bekommen wir durch individuelle Fehler das 1:1 und dann das 1:2. In der 2. Liga geht das schnell.“

Tim Schreiber über die 2. Halbzeit: „Natürlich nervt es, wieder Punkte aus der Hand zu geben. Wir haben es ja schon öfter angesprochen – es ist immer wieder die 2. Halbzeit. Aber heute war es kein schlechtes Spiel von uns. Es waren zwei individuelle Fehler, die am Ende den Unterschied gemacht haben. Deshalb haben wir das Spiel aus der Hand gegeben.“

Tim Schreiber über den Umgang mit Fehlern: „Als Torhüter bist du mal der Held, mal passieren dir solche Szenen. Wichtig ist, dass wir jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir haben noch sieben Spiele, ich muss für die Mannschaft da sein. Und die Mannschaft weiß auch, dass mir solche Fehler normalerweise nicht passieren. Jetzt heißt es weitermachen und auf die eigenen Qualitäten vertrauen. Das mache ich so oder so, auch in negativen Zeiten.“