Dynamo Dresden 2. Liga
: Schlimme Krawalle gegen Hertha BSC wegen dieser Fahne

Das Spiel von Dynamo Dresden gegen Hertha BSC wird von schweren Krawallen überschattet. Es gibt schlimme Szenen im Stadion – Sportgeschäftsführer Sören Gonther spricht von „Schock“.
Von
Frank Noack
Dresden
Dynamo Dresden - Hertha BSC: Fußball, Männer: 2. Bundesliga, Dynamo Dresden - Hertha BSC, 28. Spieltag,  Rudolf-Harbig-Stadion: Josip Brekalo (Hertha BSC, 2.v.l.) und Robert Wagner (Dynamo Dresden, 2.v.r) kämpfen um den Ball.

Robert Wagner (rechts) von Dynamo Dresden und der Berliner Josip Brekalo kämpfen in dieser Szene um den Ball. Später sah Brekalo nach einem Tritt gegen Wagner die Rote Karte.

Frank Hammerschmidt
  • Schwere Ausschreitungen beim Spiel Dynamo Dresden gegen Hertha BSC – Partie 20 Minuten unterbrochen.
  • Auslöser war eine im Dynamo-Block angezündete Hertha-Fahne des Förderkreis Ostkurve.
  • Fans stürmten den Innenraum und schossen Pyrotechnik, große Polizei-Präsenz auf dem Rasen.
  • Vereinsvertreter verurteilten die Vorfälle; Sören Gonther sprach von „Schock“.
  • Sportlich: Hertha siegte 1:0, Ernst hielt einen Handelfmeter, Brekalo sah Rot.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Schlimme Krawalle statt Fußballfest unter Flutlicht am Ostersamstag: Das Heimspiel von Dynamo Dresden gegen Hertha BSC in der 2. Fußball-Bundesliga wurde von schweren Ausschreitungen überschattet. Der Sport rückte beim Berliner 1:0 (0:0)-Sieg spätestens in der 20. Minute in den Hintergrund,  als Fans aus beiden Lagern in den Innenraum stürmten und für einen umfangreichen Polizei-Einsatz sorgten. Die Fans beschossen sich gegenseitig mit Pyrotechnik.

Zudem war eine Hertha-Fahne im Dynamo-Fanblock angezündet worden. Dabei handelte es sich um die Fahne des Förderkreis Ostkurve, also des Dachverbands der Hertha-Fanszene. Der Förderkreis Ostkurve ist eigenen Angaben zufolge „eine Gemeinschaft der Fanclubs, Einzelpersonen und der organisierten Fangruppen“. Auf der Internetseite heißt es weiter: „Wir bündeln die lautstarke Unterstützung im Stadion, organisieren Choreografien und Aktionen und fördern den Zusammenhalt unter den Fans.“

Die Partie war rund 20 Minuten unterbrochen, die Mannschaften verließen währenddessen das Spielfeld. „Du denkst an Fußball und plötzlich beschießt man sich mit Raketen – es war sehr unwirklich. Das hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen. Wir stehen alle ein Stück weit unter Schock, denn wir wollen Fußball sehen“, erklärte Dynamos Sportgeschäftsführer Sören Gonther bei Sky. Der Verein distanziere sich laut Gonther „ganz klar“ von so einem Verhalten. Bereits während des Spiels kursierten Gerüchte von einem gegenseitigen Fahnenklau.

Mehr als 100 Polizisten blieben zunächst auf dem Rasen in zwei großen Reihen mit Blick in den Dresdener K-Block stehen. Die Stimmung war extrem aufgeheizt. Der gelbgesperrte Dresdner Kapitän Stefan Kutschke versuchte, zu vermitteln und zu schlichten. Dynamos Finanz-Geschäftsführer Stephan Zimmermann verurteilte bei RTL die Vorgänge: „Es ist allen klar im Stadion, dass das Bilder sind, die man nicht sehen will.“

Bereits zuvor musste die Partie schon nach drei Minuten erstmals unterbrochen werden. Die Hertha-Fans zündeten Pyro mit blau-weißem Rauch im Gästeblock, Dynamos Anhänger ein Feuerwerk hinter dem K-Block außerhalb des Stadions. Erst als sich der Rauch verzogen hatte, setzte Schiedsrichter Sven Jablonski das Spiel bis zur zweiten Unterbrechung fort.

Ach ja, Fußball gespielt wurde auch. Dynamo-Trainer Thomas Stamm nahm im Vergleich zur 1:2-Niederlage beim SC Paderborn nur eine einzige Änderung in der Startelf vor. Der wieder genesene Thomas Keller rückte anstelle von Youngster Friedrich Müller in der Innenverteidigung an die Seite von Julian Pauli. Bei Hertha BSC konnte Linus Gechter trotz einer Schulterblessur mitwirken, die sich der Innenverteidiger bei der U21-Nationalmannschaft zugezogen hatte. Jungstar Kennet Eichhorn stand erstmals nach mehrwöchiger Verletzungspause wieder im Berliner Spieltagskader.

Dynamo Dresden - Hertha BSC: 04.04.2026, Sachsen, Dresden: Fußball, Männer, 2. Bundesliga, Dynamo Dresden - Hertha BSC, 28. Spieltag, im Rudolf-Harbig-Stadion, Polizisten stehen während einer Spielunterbrechung im Stadion vor dem K-Block mit Dresdner Fans. Foto: Sebastian Kahnert/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Unschöne Bilder beim Heimspiel von Dynamo Dresden gegen  Hertha BSC: Die Fans aus beiden Lagern beschossen sich gegenseitig mit Pyrotechnik. Auslöser war offenbar ein Fahnenklau.

Sebastian Kahnert/dpa

Bei Dynamo kassierten Robert Wagner und Kofi Amoako jeweils die fünfte Gelbe Karte. Beide Mittelfeldspieler sind damit in der nächsten Partie beim 1. FC Nürnberg gesperrt. Herthas Josip Brekalo sah nach einem Tritt gegen das Schienbein von Wagner die Rote Karte (66.). Richtige Derbystimmung kam vor 31.414 Zuschauern im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion erst in der 2. Halbzeit auf. Hertha-Torhüter Tjark Ernst hielt in der 77. Minute ein Handelfmeter von Vincent Vermeij. Kurz danach traf Marten Winkler zur 1:0-Führung für Hertha BSC, wobei auch Dynamo-Verteidiger Alexander Rossipal mit dem Hinterkopf noch am Ball war.