Dynamo Dresden 2. Liga: Eintracht Braunschweig bedankt sich bei Fans der SGD

Etwa 2400 Anhänger unterstützten am Samstag die SG Dynamo Dresden im Auswärtsspiel der 2. Bundesliga bei Eintracht Braunschweig. Wegen des Todesfalls auf der Haupttribüne erlebten sie einen traurigen Nachmittag.
Swen Pförtner/dpa- Ein Zuschauer starb vor dem Anpfiff in Braunschweig, das Spiel begann verspätet.
- Beide Fanlager stoppten Gesänge, später folgten sie dem Wunsch der Familie nach Anfeuern.
- Spieler und Trainer erfuhren die Nachricht teils erst nach Abpfiff und bekundeten Beileid.
- Die Pressekonferenz wurde stark gekürzt – sportliche Analyse trat in den Hintergrund.
- Eintracht dankte explizit den 2400 Dynamo-Fans für ihre würdige Solidarität.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erst wurde es hektisch, dann plötzlich ganz still im Eintracht-Stadion von Braunschweig. Etwa 20 Minuten vor dem geplanten Anpfiff des Zweitliga-Spiels zwischen Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden war auf der Haupttribüne ein Zuschauer zusammengebrochen. Rettungskräfte eilten herbei. Der Spielbeginn wurde um 15 Minuten verschoben. Später gab es die traurige Gewissheit: Der 52 Jahre alte Eintracht-Fan starb laut Verein auf dem Weg ins Krankenhaus.
Die Fans beider Vereine stellten zunächst ihre Unterstützung ein. „Es ist ein anderes Fußballspiel“, berichtete Dynamo-Verteidiger Thomas Keller später. „Wir wussten nicht genau, was passiert ist. Uns wurde nur gesagt, dass sich das Spiel verzögert.“ Es habe eine „beklemmende Stimmung“ geherrscht. Dennoch hätten die Spieler versuchen müssen, sich auf die Partie zu konzentrieren.
Auch SGD-Kapitän Niklas Hauptmann wusste während der Partie nicht, wie ernst die Lage war. Als er nach dem 2:2-Unentschieden in der Interviewzone vom Tod des Zuschauers erfuhr, reagierte er erschrocken: „Das ist sehr schlimm.“ Das Sportliche rückte auch für ihn sofort noch weiter in den Hintergrund.
Wunsch der Familie des Verstorbenen wird erfüllt
Im Stadion wurde die Nachricht bereits während der Halbzeitpause bekannt gegeben. Zugleich richtete der Stadionsprecher einen ausdrücklichen Wunsch der Familie des Verstorbenen an die Zuschauer: Die Fans sollten die Mannschaften wieder anfeuern. Die Bitte wurde respektiert.
Alexander Rossipal erfuhr ebenfalls erst nach dem Abpfiff, was konkret geschehen war. Seine emotionale Reaktion: „Da bekomme ich gleich Gänsehaut. Das tut mir natürlich sehr, sehr leid. Mein Beileid an die Familie.“ Die Szene machte deutlich, dass viele Spieler auf dem Rasen zwar von dem Notfall wussten, während des Spiels aber keine weiteren Informationen erhalten hatten.
Das galt auch für die Trainer. Die übliche Pressekonferenz nach der Partie wurde deshalb auf wenige Minuten reduziert. Auf Fragen zum 2:2 verzichteten die Beteiligten komplett. Dynamo-Trainer Thomas Stamm sprach der Familie, den Angehörigen und Freunden sein Beileid aus.
Eintracht-Trainer Lars Kornetka erklärte: „Fußball war heute im Hintergrund.“ Das Stadion habe „ein super Gespür dafür“ gehabt. Deshalb sollte auch nach dem Abpfiff nicht die sportliche Analyse im Mittelpunkt stehen.
Stamm berichtete, dass die Dresdner Mannschaft erst in der Kabine über den Tod informiert worden sei. „Wir haben das gerade in der Kabine erfahren und thematisiert“, sagte der SGD-Coach. Die Nachricht habe die Mannschaft mitgenommen. „Unser größtes Mitgefühl gilt den Angehörigen.“ Auch in der Braunschweiger Kabine herrschte Betroffenheit. Kornetka hatte seinen Spielern die Nachricht nach dem Abpfiff mitgeteilt. „Wir haben unser Beileid ausgedrückt, indem eine sehr lange Stille herrschte“, berichtete der Eintracht-Trainer später.
Dank an die Fans von Dynamo Dresden
Zum Abschluss der Pressekonferenz wandte sich Eintracht Braunschweig noch ausdrücklich an die mitgereisten Dresdner Anhänger. „Ein herzliches Dankeschön an alle Dynamo-Fans für die gezeigte Solidarität und für das Mitgefühl aller im Stadion“, erklärte Pressesprecher Luca Podlech im Namen des Vereins. „Das war sehr würdig.“
Die etwa 2400 mitgereisten Dynamo-Fans hatten ein gutes Gespür für die Situation bewiesen. Als der Notfall offenkundig wurde, stoppten die Gesänge, die Fahnen wurden eingerollt. Und auch als nach der Pause ausdrücklich das Anfeuern wieder erwünscht war, zollten die SGD-Anhänger mit ihrer Zurückhaltung Respekt. Sie ließen die Braunschweiger Kurve erst das große Banner „Einmal Löwe, immer Löwe“ aufhängen und danach noch eine Schweigeminute abhalten. Erst als der Eintracht-Anhang die ersten Fangesänge angestimmt hatte, waren dann auch aus der Gästekurve lautstark „Dynamo Dresden“-Rufe zu vernehmen.



