DFB-Urteil gegen Union Berlin
: Zingler wütet wegen „Skandal“ – Petition der Fans

Das Urteil gegen Union Berlin ist auch beim Spiel in Heidenheim ein Thema. Präsident Dirk Zingler attackiert erneut den DFB. Unter den Fans formiert sich Protest.
Von
Frank Noack
Heidenheim
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1. BL Heidenheim - Union 2024/25: Fußball, Herren, 1. Bundesliga, Saison 2024/2025, (16. Spieltag), 1. FC Heidenheim 1846 - 1. FC Union Berlin, Präsident Dirk Zingler (1. FC Union Berlin) bei Sky im Interview, 11.01. 2025, Foto: Matthias Koch

Präsident Dirk Zingler (1. FC Union Berlin) kritisierte im Interview bei Sky erneut mit drastischen Worten das DFB-Urteil.

Matthias Koch
  • Union Berlin-Präsident Zingler kritisiert das DFB-Urteil nach dem Feuerzeugwurf heftig.
  • Fans starten eine Petition für die Neuansetzung des Spiels gegen Bochum.
  • Über 5000 Unterschriften bis Samstagnachmittag.
  • Neuer Union-Trainer Baumgart äußert sich ebenfalls zum Urteil.
  • Union Berlin ermittelte den Täter und sprach ein dreijähriges Stadionverbot aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf dem Rasen der Voith-Arena wurde Dirk Zingler durch einen Wassersprenger fast nass gemacht – am Mikrofon von Sky kritisierte der Präsident des 1. FC Union Berlin vor dem Bundesliga-Spiel in Heidenheim dagegen erneut mit drastischen Worten das umstrittene Feuerzeug-Urteil des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Zingler sprach sogar mehrfach von einem „Skandal“. Der DFB habe mit der Spielwertung „gegen die eigene Rechtsordnung“ und seine eigenen Regeln verstoßen.

Das DFB-Sportgericht hatte am Donnerstag in Frankfurt/Main wegen des Feuerzeugwurfes aus dem Union-Fanblock in der Partie gegen den VfL Bochum das ursprüngliche 1:1 auf dem Rasen in einen 2:0-Sieg für Bochum am Grünen Tisch umgewandelt. Der FCU hat Berufung gegen das Urteil eingelegt.

Präsident Dirk Zingler kritisiert DFB nach Urteil

Der DFB-Kontrollausschuss mit Anton Nachreiner an der Spitze habe laut Dirk Zingler „mal wieder ein politisches Exempel statuieren“ wollen: „Er wollte ein Urteil erzwingen, um die Gewalt auf den Rängen zu bekämpfen. Da wird auch gerne mal ein Schiedsrichter geopfert.“ Konkret warf Zingler dem DFB vor, er habe den Unparteiischen Martin Petersen „unter Druck gesetzt“, damit dieser zugebe, er habe mit der Fortsetzung des Spiels nach dem Feuerzugwurf gegen Bochums Torwart Patrick Drewes einen Fehler gemacht. Für Union lag diese Entscheidung im Ermessen von Petersen.

Bochum sah das anders, das sei auch „das gute Recht“ des VfL, sagte Zingler, aber: „Dass Bochum diesen Vorfall nutzt, um sich einen sportlichen Vorteil zu verschaffen, finde ich einen unfairen Skandal.“ Laut Zingler greife das Urteil „massiv in den Wettbewerb ein“. Es könne nun sein, „dass einer absteigt, der es sportlich nicht verdient hat“. Außerdem prophezeite Zingler: „Wir werden permanent abgebrochene Spiele haben.“ Wenn Petersen gegen die Regeln verstoßen habe, „muss das Spiel wiederholt werden“, forderte Zingler.

Petition fordert Neuansetzung des Spiels

Im Internet gibt es übrigens schon eine Petition, die genau eine solche Neuansetzung des Spiels fordert. Dies sei notwendig, „um die Integrität und Fairness im Fußball zu wahren“, heißt es in der Begründung. Der Initiator der Petition – ein Amateurfußballer aus der Nähe von Freiburg im Breisgau – wirft dem Bochumer Torhüter Patrick Drewes unsportliches Verhalten nach dem Feuerzeugwurf vor. Bis zum Samstagnachmittag hatten schon über 5000 Fans die Petition unterschrieben.

In der Spieltags-Pressekonferenz vor der Partie in Heidenheim hatte sich auch der neue Union-Trainer Steffen Baumgart kurz zum DFB-Urteil geäußert. „Natürlich beschäftigt das Thema uns alle, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht da war. Ich glaube, ich bin der einzige Trainer, der bei 17 Punkte startet und dann mit 16 Punkten in die Saison geht. Das ist auch für mich neu. Aber wir wollen den Punkt aufholen“, sagte Baumgart am Freitag.

Union Berlin hatte den Feuerzeugwerfer nach eigenen Angaben ermittelt, eine Anzeige erstattet und ein dreijähriges Stadionverbot ausgesprochen. (mit SID)