DEL2 in Weißwasser
: Wackelt Kooperation der Füchse mit Eisbären Berlin wegen neuer Regel?

Ab der Saison 2024/25 gilt eine neue Förderlizenz-Regelung in der DEL2. Sie hat Auswirkungen auf die Kooperation der Lausitzer Füchse mit den Eisbären Berlin.
Von
Frank Noack
Weißwasser
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Am 25. August kommt es wieder zum traditionellen Testspiel zwischen den Lausitzer Füchsen und den Eisbären Berlin. Beide Clubs verbindet seit mittlerweile neuen Jahren eine enge Kooperation.

Am 25. August kommt es wieder zum traditionellen Testspiel zwischen den Lausitzer Füchsen und den Eisbären Berlin. Beide Clubs verbindet seit mittlerweile neuen Jahren eine enge Kooperation.

Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse und die Eisbären Berlin verbindet seit einigen Jahren eine enge Kooperation. Junge Spieler des amtierenden deutschen Eishockey-Meisters können in der DEL2 in Weißwasser Wettkampfpraxis sammeln.

Von dieser Kooperation profitieren beide Seiten. Einerseits die Lausitzer Füchse, weil sie auf gut ausgebildete Eisbären-Youngsters zurückgreifen können. Und andererseits profitiert auch Berlin, weil diese Förderlizenz-Spieler in der DEL2 Wettkampfpraxis auf hohem Niveau erhalten, anstatt eine Etage höher vorrangig auf der Bank zu sitzen.

Für diesen Ausbildungsweg stehen in jüngster Vergangenheit Torhüter wie Leon Hungerecker, Tobias Ancicka, Jonas Stettmer sowie die Feldspieler Korbinian Geibel, Eric Mik, Eric Hördler und Maximilian Heim. Sie alle wurden in Weißwasser an die DEL herangeführt, wo sie inzwischen auch  angekommen sind.

Kein Wunder also, dass eine Regeländerung für die Saison 2024/25 derzeit für große Aufregung unter den Füchse-Fans sorgt. Der Kernpunkt der Anpassung der „Vorgaben für die Talentförderung“: Bisher galt eine Wettbewerbsklausel, die die Kooperation jedes DEL2-Clubs mit nur einem DEL-Club erlaubte. Diese Regelung wurde gestrichen, wodurch DEL-Förderlizenzspieler frei zwischen den Clubs verteilt werden können.

Wackelt damit die Kooperation zwischen den Lausitzer Füchsen um den neuen Coach Christof Kreutzer und den Eisbären Berlin? Die neue Regelung soll es einfacher machen, für jeden Spieler den passenden Standort zu finden. Die Clubs haben diese Entscheidung „überwiegend einstimmig oder mit großer Mehrheit im Sinne des Sports und zur noch besseren Entwicklung junger deutscher Eishockey-Talente getroffen“, heißt es von Seiten der DEL2.

Lob von den Eisbären Berlin

Der aktuelle Stand rund zwei Monate vor dem Saisonstart in beiden Ligen: An der Kooperation zwischen den Lausitzer Füchsen wird sich trotz der neuen Förderlizenz-Regelung grundsätzlich nichts ändern. „Ungeachtet der neuen Förderlizenz-Regelung werden wir auch in der kommenden Saison mit den Lausitzer Füchsen kooperieren“, versichert Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer. Die Füchse seien in den vergangenen Jahren ein zuverlässiger Partner gewesen, lobt Richer: „Unsere Talente können in Weißwasser wichtige Spielpraxis sammeln, sich weiterentwickeln und für Einsätze in der DEL empfehlen. Der Austausch mit den Lausitzer Füchsen funktioniert immer reibungslos und auch kurzfristige Absprachen sind stets möglich. Daher freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

Das bedeutet: Die Zusammenarbeit der einstigen Dynamo-Rivalen geht in die mittlerweile neunte Saison. Neben der Zuverlässigkeit können die Füchse vor allem mit logistischen Vorzügen punkten. Zwischen dem Fuchsbau und dem Wellblechpalast in Hohenschönhausen als Trainingsstätte der Eisbären liegen nur rund 170 Kilometer. Die Förderlizenzler können bei Bedarf also kurzfristig pendeln. „Das ist nicht zuletzt für jene Spieler ein großer Vorteil ist, die noch auf die Sportschule gehen“, betont Jens Baxmann als Sportlicher Berater der Lausitzer Füchse. Der Ex-Profi hat viele Jahre in Berlin gespielt und fungiert gemeinsam mit seinem Eisbären-Pendant André Rankel als Bindeglied zwischen den beiden Standorten.

Bei den Füchsen plant man jedenfalls auch für die Saison 2024/25 wieder fest mit jungen Spielern aus Berlin. „Wir sehen uns auch weiterhin als erster Ansprechpartner für die Eisbären“, betont Geschäftsführer Dirk Rohrbach. In Weißwasser erinnert man sich noch genau daran, wie es eben nicht laufen sollte: Vor der Kooperation mit den Eisbären Berlin gab es eine Zusammenarbeit mit den Krefeld Pinguinen, die damals noch in der DEL spielten. Diese Partnerschaft existierte aber mehr auf dem Papier als in der Praxis.

Ganz anders läuft es nun mit den Eisbären Berlin. „Diese Kooperation ist keine Zweckgemeinschaft, sondern wird von beiden Seiten beispielhaft mit Leben erfüllt“, sagt Dirk Rohrbach. Er gehe jedenfalls davon aus, dass die besten Eisbären-Youngsters auch künftig in Weißwasser spielen werden. Lediglich in begründeten Einzelfällen, so Rohrbach, könne ein Talent aufgrund der neuen Regelung auch mal zu einem anderen Club wechseln. Zum Beispiel, wenn die Füchse dem betreffenden Spieler aufgrund der eigenen Kaderzusammenstellung nicht genügend Wettkampfpraxis bieten können.

Die Kooperation geht also weiter. Und auch das traditionelle Gastspiel der Eisbären Berlin während der Saisonvorbereitung in Weißwasser ist schon terminiert. Am 25. August kommt der deutsche Meister in den Fuchsbau.

Lausitzer Füchse ‒ Testspiele 2024/25

Freitag, 23.08.2024: Lausitzer Füchsen – Nürnberg Ice Tigers 0:5 (0:0, 0:3, 0:2)

Sonntag, 25.08.2024: Lausitzer Füchse – Eisbären Berlin 0:5 (0:1, 0:4, 0:0)

Samstag, 31.08.2024: Manchester Storm – Lausitzer Füchse 4:3 n.V. (1:2, 2:0, 0:1, 1:0)

Sonntag, 01.09.2024: Nottingham Panthers – Lausitzer Füchse 7:2 (2:1, 4:1, 1:0)

Freitag, 06.09.2024: HC Benátky nad Jizerou – Lausitzer Füchse 2:3 n.V. (0:0, 1:1, 1:1, 0:1)

Sonntag, 08.09.2024: Lausitzer Füchse – HC Benátky nad Jizerou 6:2 (0:1, 4:0, 2:1)