DEL2 in Weißwasser: Pfiffe der Lausitzer Füchse – so cool reagiert Hunter Garlent

Spieler der Saison in der DEL2: Hunter Garlent spielte von 2021 bis 2023 sehr erfolgreich für die Lausitzer Füchse. Inzwischen trägt der Stürmer aus Kanada das Trikot der Kassel Huskies.
Thomas HeideDie Fans der Lausitzer Füchse aus Weißwasser haben eine besondere Qualität: Sie sind in der DEL2 dafür bekannt, dass sie ihre Mannschaft bedingungslos und vor allem lautstark unterstützen. Das bekamen beim Start in die Saison 2024/25 auch die Kassel Huskies und insbesondere Hunter Garlent zu spüren.
Der Stürmer aus Kanada spielte von 2021 bis 2023 sehr erfolgreich für die Lausitzer Füchse und wurde in der zweiten Saison auch als Spieler des Jahres der DEL2 ausgezeichnet. Bei seiner Rückkehr nach Weißwasser erlebte der einstige Publikumsliebling am Freitagabend (14. September) allerdings zunächst einen überaus frostigen Empfang. Beifall für Garlent aufgrund seiner Verdienste im Füchse-Trikot? Fehlanzeige! Im Gegenteil: Beim Verlesen der Starting Six der Gäste aus Kassel gab es deutlich vernehmbare Pfiffe beim Namen Hunter Garlent.
Nach dem hart erkämpften 2:1-Auftaktsieg der Kassel Huskies reagierte Garlent im Interview bei SportdeutschlandTV abgeklärt und cool. „Ich hatte hier zwei intensive Jahre und komme immer wieder gern zurück“, sagte der 29 Jahre alte Stürmer. Gleichzeitig räumte er ein: „Hier als Gegner zu spielen, ist immer hart. Es war schon ein wenig komisch, jetzt auf der anderen Seite zu stehen. Denn ich kenne Weißwasser sehr gut und habe hier noch viele Freunde.“
Das wurde auch nach der Schlusssirene beim Shakehands der beiden Teams deutlich. Es gab intensive Umarmungen von Hunter Garlent mit den ehemaligen Mitspielern wie Roope Mäkitalo, Lane Scheidl und Louis Anders.
Zuvor auf dem Eis hatten sich beide Teams – die sich in der vergangenen Saison in sieben spannenden Viertelfinalspielen gegenübergestanden hatten – nichts geschenkt. Nicht nur wegen des zwischenzeitlichen Ausgleichstreffers von Lane Scheidl in der 16. Minute erlebten die 2561 Zuschauer im Fuchsbau einen spannenden Eishockey-Abend, an dem auch die Lausitzer Füchse als Außenseiter einen großen Anteil hatten. Kassels Trainer Todd Woodcroft sprach anschließend von einer „Schlacht“ und lobte ausdrücklich den sportlichen Kontrahenten. „Wir sind glücklich, dass wir dieses schwere Spiel gegen eine starke Füchse-Mannschaft gewonnen haben“, sagte Woodcroft.
Fans diskutieren über Hunter Garlent
Auf der anderen Seite konnte Christof Kreutzer seinem Team trotz der Niederlage keine großen Vorwürfe machen. Mit einer Ausnahme – der Chancenverwertung. „Respekt an meine Mannschaft. Sie hat alles gegeben und hart gearbeitet“, lobte der neue Chef hinter der Bande in Weißwasser: „Leider hat sie sich nicht belohnt. Letztlich müssen wir unsere Chancen besser nutzen. Dann hätten wir auch die Punkte hierbehalten können.“
Übrigens: Als Hunter Garlent nach dem Spiel noch einmal für ein Interview auf das Eis zurückkehrte, wurde es doch noch einigermaßen versöhnlich zwischen den Fans der Lausitzer Füchse und dem einstigen Publikumsliebling. Denn von den Rängen schallten ihm „Hunter Garlent“-Sprechchöre entgegen. Zwar nicht so zahlreich wie bei seiner Zeit im Fuchsbau, aber doch ebenfalls deutlich hörbar.
Auch unter den Fans wird dieses Thema kontrovers diskutiert. „Was hat Garlent erwartet? Blumen?“, schreibt ein Anhänger auf der Facebook-Seite von LR Sport. Ein anderer Fan antwortet auf die Frage nach der Erwartungshaltung bei der Rückkehr kurz und bündig: „Respektvollen Umgang?“


