DEL-Eishockey Playoffs 2024: Familie im Finale – die neue Stärke der Eisbären Berlin

Mit Teamgeist ins Finale: Die Eisbären Berlin treffen im Endspiel auf die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven und greifen nach dem zehnten Meisterschafts-Stern.
Andreas Gora / dpaDie Eisbären Berlin stehen nach dem 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die Straubing Tigers zum 13. Mal in der Vereinsgeschichte im DEL-Finale. Neunmal wurde die Eishockey-Meisterschaft schon an die Spree geholt. Und geht es nach dem Willen von Eisbären-Trainer Serge Aubin, dann wird auch die Saison 2023/24 so enden.
„In Berlin ist die Erwartungshaltung sehr, sehr hoch. Wir alle ‒ jeder Einzelne in der Organisation, auch ich ‒ sind hier, um zu gewinnen“, blickte Aubin voraus auf Endspielserie gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven.
Unabhängig vom Ausgang des Finales lässt sich schon jetzt festhalten: Die Eisbären Berlin sind zurück. Sie spielen nach der Katastrophen-Saison im Vorjahr nun wieder jene Rolle, die Eishockey-Deutschland von einem Rekord-Champion erwartet. Und die man bei den Eisbären auch von sich selbst erwartet. Das letzte und wichtigste Ziel in dieser Saison lautet: Titelgewinn. „Wir sind eine Runde weiter und haben einen guten Job gemacht. Aber unser Job ist noch nicht beendet“, sagte Ty Ronning am nach seinem Siegtor gegen Straubing in der 67. Minute.
Aber was ist der größte Unterschied zur vergangenen Saison, als die Eisbären Berlin durch den Tabellenkeller irrlichterten und sich nach zwei Meisterschaften in Folge plötzlich mit dem Thema Klassenerhalt befassen mussten? Klar, mit Spielern wie Kapitän Kai Wissmann, Rückkehrer Blaine Byron, Tobias Eder, Frederik Tiffels und eben Ty Ronning wurde im vergangenen Sommer zusätzliche Qualität in den Kader geholt.
Vor allem aber ist es die mannschaftliche Geschlossenheit, die das Team in dieser Saison so stark macht. „Wir glauben an uns und sind füreinander da. Jeder weiß, welche Rolle er auf dem Eis hat“, findet Ty Ronning: „Das zeichnet die Mannschaft in dieser Saison aus.“
Für diese Geschlossenheit sind nicht zuletzt auch jene Spieler verantwortlich, die normalerweise nur selten im Mittelpunkt stehen – zum Beispiel Marco Nowak. Der gebürtige Sachse hat es in dieser Saison nicht immer in den Spieltags-Kader geschafft. Auch von den bislang zehn Playoff-Partien kam Nowak nur in Spiel vier und fünf gegen Straubing zum Einsatz. Trotzdem ist der Verteidiger enorm wertvoll für die Mannschaft und sammelte in diesen beiden Partien als Vorlagengeber drei Scorerpunkte.

Ty Ronning (l.) schoss am Mittwochabend die Eisbären Berlin in der Verlängerung zum 3:2-Sieg gegen die Straubing Tigers.
Eibner-Pressefoto/Claudius RauEisbären Berlin im Finale gegen Bremerhaven
„Wir haben ein super Team, wir haben Spaß zusammen. Wir sind wie eine Familie“, betonte Marco Nowak voller Vorfreude auf das Finale gegen Bremerhaven und gab mit Blick auf den Teamgeist bei den Eisbären der Saison 2023/24 ein bemerkenswertes Versprechen ab: „Wenn ich jetzt noch einmal heiraten würde, dann würde ich jeden einzelnen einladen. Es ist Weltklasse, wir passen so gut zusammen.“
Für eine Hochzeitsparty ist aber jetzt ohnehin keine Zeit. Denn am nächsten Mittwoch (17. April) starten die Eisbären Berlin in die Finalserie gegen die Fischtown Pinguins in Bremerhaven. Als Spitzenreiter nach der Hauptrunde hat Bremerhaven dabei zunächst Heimrecht. Mit ihrem Teamgeist wollen die Eisbären Berlin jedoch auch dieses Handicap wettmachen.
Immerhin sind sie mit dem Einzug in dieses Finale schon jetzt viel weitergekommen als in der vergangenen Saison. Damals schlitterten sie sang- und klanglos an den Playoffs vorbei. Nun winkt der zehnte Meisterschafts-Stern in der Vereinshistorie. „Wir haben es so weit geschafft, jetzt wollen wir das Ding auch nach Hause bringen“, kündigte Tobias Eder an.

