Bundesliga Union Berlin: FCU leidet und leidet und besiegt Bayer Leverkusen

Rani Khedira jubelt: Er sorgte für den 1:0-Führungstreffer für den 1. FC Union Berlin gegen Bayer Leverkusen.
Soeren Stache/dpa- Union Berlin beendet Sieglos-Serie: 1:0 gegen Bayer Leverkusen
- Rani Khedira trifft in der 28. Minute nach Patzer von Robert Andrich
- Baumgart: Abwehrschlacht angenommen, „Quäntchen Glück“ in Schlussphase
- Janik Haberer verletzt sich am Knie, Diagnose offen; Schäfer mit Krämpfen
- Union nun auf Platz neun; nächstes Spiel bei Gladbach, danach Werder zuhause
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Trainer Steffen Baumgart vom 1. FC Union Berlin hatte es schon vor dem Spiel geahnt. In der Heimpartie gegen Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen war vor allem Leidensfähigkeit gefragt. Und das gleich doppelt: Die Eisernen aus Köpenick hatten in der Fußball-Bundesliga seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen. Zudem kam am Samstagnachmittag mit Leverkusen eine der ballsichersten Mannschaften ins Stadion an der Alten Försterei.
Um 17.27 Uhr war die lange Leidenszeit aber beendet: Der FCU feierte mit dem 1:0 (1:0) den ersten Sieg in diesem Jahr. Die Gastgeber verdienten sich den Dreier mit dem Tor des Tages von Rani Khedira in der 28. Minute nach einem dicken Patzer von Robert Andrich und einer couragierten Abwehrleistung. Wie Union Berlin dem Leverkusener Dauerdruck standhielt und wie es jetzt für den FCU weitergeht: die wichtigsten Fragen und Antworten in der Analyse.
Was sagen Trainer und Spieler zum Spiel?
Die Erleichterung über das Ende der Sieglos-Serie war riesengroß. „Wir haben zwar zuletzt nicht schlecht gespielt, aber die Ergebnisse waren nicht da. Dann ist es schwierig. Deshalb ist dieser Sieg superwichtig für uns“, freute sich Andras Schäfer. Es war ein hart erkämpfter, aber auch glücklicher Sieg, analysierte Trainer Steffen Baumgart: „Wir haben den kleinen Fehler des Gegners ausgenutzt. Danach haben die Jungs die Abwehrschlacht gut angenommen. Wir hatten gerade in den letzten Minuten aber auch das nötige Quäntchen Glück.“ Denn in der zweiten Halbzeit spielt fast nur noch Bayer Leverkusen.
Welche Überraschungen gab es in der Startelf?
In der Sturmspitze bekam Andrej Ilic wieder das Vertrauen. Ilic hatte bei der 2:3-Niederlage gegen den Hamburger SV zwar endlich sein erstes Saisontor erzielt, aber auch eine Großchance vergeben, als er freistehend neben das Tor zielte. Um Ilic herum baute Steffen Baumgart um und wählte die etwas defensivere Variante. Anstelle von Ilyas Ansah rückte Andras Schäfer in die Startelf
In der Defensive hat Baumgart dagegen derzeit kaum Optionen. Auch gegen Leverkusen fehlten gleich vier Abwehrspieler. Und es gab neue Sorgen: Für Janik Haberer war die Partie schon nach elf Minuten beendet. Er verdrehte sich unglücklich das Knie beim Zweikampf mit Malik Tillman. Eine Diagnose steht noch aus. „Wir müssen abwarten, er ist in Richtung Charité unterwegs“, sagte Baumgart. Aber das sah überhaupt nicht gut aus für Haberer.

Das sah nicht gut aus: Janik Haberer zog sich bereits in der Startphase eine Knieverletzung zu und musste ausgewechselt werden.
Matthias KochWie fiel das Tor bei Union Berlin gegen Leverkusen?
Die Aufgabe gegen die Passmaschine aus Leverkusen war nicht nur wegen der eisernen Sieglos-Serie schwierig: Immerhin ist Bayer das Team, das den meisten Ballbesitz (57 Prozent) und die beste Passquote (89,7 Prozent) nach Bayern München (62/90,3) aufweist. Union ist in beiden Kategorien übrigens Letzter (41/74,9).
Aber ausgerechnet als vor den 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei die Leverkusener Passmaschine in Fahrt zu kommen schien, jubelten die Gastgeber. Beim Treffer durch Rani Khedira in der 28. Minute überreichte der Ex-Unioner Robert Andrich ein unfreiwilliges Geschenk an seinen früheren Verein. Der Bayer-Kapitän hatte eigentlich die bessere Position im Zweikampf, machte dann aber überraschend die Innenbahn auf. Torhüter Janis Blaswich war chancenlos gegen den Schuss von Khedira. Robert Andrich über seinen Fauxpas: „Ich stehe eigentlich gut und habe den Körper drin. Aber dann unterschätze ich irgendwie die Situation, das darf mir nicht passieren.“
Nach der Pause wurde der Druck dann immer größer. Leverkusen rannte in Dauerschleife an. Entlastung gab es nur noch selten – Union musste jetzt so richtig leiden. Aber die Gastgeber warfen sich aufopferungsvoll in jeden Ball und in jeden Zweikampf. So mancher Spieler geriet dabei bis an den Rand seiner Leidensfähigkeit. „Ich hatte Krämpfe, ich war tot“, räumte beispielsweise Andras Schäfer ein. Beim Kopfball von Patrik Schick (90.+1) mussten die Eisernen noch einmal leiden und zittern – danach war es geschafft. „Den einen Fehler eiskalt ausgenutzt“ – so lautet das Fazit von Torschütze Rani Khedira.
Wie geht es für Union Berlin weiter?
In der Tabelle rückte Union Berlin auf Platz neun vor. Am nächsten Samstag steht für die Eisernen das Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach auf dem Programm (15.30 Uhr). Das nächste Heimspiel im Stadion an der Alten Försterei: am 8. März gegen Werder Bremen (17.30 Uhr).


