Vor wenigen Tagen konnten die Winterjacken kaum dick genug sein, jetzt reicht in der Sonne manchmal schon ein Pullover: Hoch „Ilonka“ beschert Deutschland frühlingshaftes Wetter. Das Hoch liege über Südosteuropa und mache keine Anstalten, von dort zu verschwinden, hieß es am Sonntag vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. „Eine Änderung der Wetterlage deutet sich frühestens zum kommenden Wochenende hin an“, erläuterte Meteorologe Marcel Schmid aus der DWD-Wettervorhersagezentrale.

Tausende Berlinerinnen und Berliner zieht es in die Parks und die Natur

Bereits am Samstag und Sonntag zog es Tausende Berlinerinnen und Berliner in die Parks und die Natur. In die Gärten der Welt kamen am Sonntagmittag geschätzt 1800 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte. Im Volkspark Friedrichshain waren es demnach sogar 2000. Am Nachmittag könnten es noch mehr gewesen sein, hieß es.
Hamburg: Ein Streifenwagen der Polizei parkt am Zugang zum Elbstrand Övelgönne.
Hamburg: Ein Streifenwagen der Polizei parkt am Zugang zum Elbstrand Övelgönne.
© Foto: Daniel Bockwoldt, dpa
Laut Polizei strömten überwiegend Familien in die Parks. Im Volkspark spielten Jugendliche Volleyball. Jogger nutzten das gute Wetter ebenso wie Kinder, die sich auf Spielplätzen austobten oder ein Eis aßen. Die Menschen hätten die Corona-Mindestabstände bislang weitestgehend eingehalten, sagte der Polizeisprecher am Sonntagmittag. Mit mehr als 100 Einsatzkräften führte die Polizei demnach sogenannte „Schwerpunktkontrollen“ in Naherholungsgebieten und Parks durch: etwa im Mauerpark, Görlitzer Park, in der Hasenheide, auf dem Tempelhofer Feld und am Park am Gleisdreieck. In diesen Parks seien jeweils zwischen 250 und 550 Menschen gewesen.
Ist der Winter vorbei? Cottbus testet den Vorfrühling

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Auf der Admiralbrücke in Kreuzberg sonnten sich am Nachmittag zahlreiche junge Leute. Polizisten sprachen sie daraufhin persönlich an, entweder den Platz zu verlassen oder eine Maske zu tragen, wie ein dpa-Fotograf beobachtete. Der Polizeisprecher sagte zudem, Einsatzkräfte hätten auf Fußball- und Basketballplätzen an anderen Orten zu Spielpausen aufgefordert.
Am Sonntag zog es auch zahlreiche Biker auf die Straßen. Hunderte von ihnen versammelten sich auf der Spinnerbrücke an der Avus. Die Polizei sprach von 300 bis 350 Motorradfahrern. Vereinzelt seien dort auch Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung festgestellt worden, hieß es. Im großen Umfang hätten die Beamten aber nicht eingreifen müssen.

Zahlreiche Spaziergänger im Branitzer Park in Cottbus unterwegs

Das frühlingshafte Wetter hat am Wochenende die Brandenburger ins Freie gelockt. Nach Tagen mit Dauerfrost und Schnee genossen in der Potsdamer Innenstadt viele Menschen bei bis zu 17 Grad die Sonnenstrahlen. Nicht alle trugen wie vorgeschrieben einen Mund-Nasen-Schutz, wie ein dpa-Reporter berichtete. Auf dem Wochenmarkt am Nauener Tor war es am Samstag demnach so voll wie vor der Corona-Zeit. Auch der Park Babelsberg war voller Besucher. Im Fürst-Pückler-Park Branitz in Cottbus waren am Wochenende ebenfalls zahlreiche Spaziergänger unterwegs.
Einen Besucheransturm erlebten die wieder geöffneten Wild- und Tierparks. Der Cottbuser Tierpark war nach Auskunft von Direktor Jens Kämmerling „gut belebt“. Man merke die gute Stimmung darüber, endlich wieder draußen sein zu können. Die Besucher seien diszipliniert und hielten sich an die Maskenpflicht im Tierpark, berichtete er. Zunächst könnten Tiere in den Freigehegen besucht werden. Die Tierhäuser seien noch geschlossen.
Die Polizei in Brandenburg verzeichnete am Samstag landesweit 83 coronabedingte Einsätze. In Rangsdorf (Teltow-Fläming) beendete die Polizei am Samstag eine Hochzeitsfeier in einer Wohnung mit 36 Personen. Am Sonntag zeichnete sich ein ähnliches Einsatzbild ab, schätzte Polizeisprecher Torsten Herbst. Die Zahl der Unfälle bewege sich trotz vieler Ausflügler im „normalen Rahmen“.
Mecklenburg-Vorpommern, Warnemünde: Viele Spaziergänger sind am Strand von Warnemünde unterwegs. Dahinter läuft das Fährschiff "Mecklenburg-Vorpommern" aus dem Hafen von Rostock aus.
Mecklenburg-Vorpommern, Warnemünde: Viele Spaziergänger sind am Strand von Warnemünde unterwegs. Dahinter läuft das Fährschiff "Mecklenburg-Vorpommern" aus dem Hafen von Rostock aus.
© Foto: Jens Büttner, dpa

Kontrollstellen an Ostseebädern in Mecklenburg-Vorpommern

Angesichts vieler Tagesausflügler sah sich die Polizei mancherorts gefordert, die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren - etwa im Ostseebad Boltenhagen in Mecklenburg-Vorpommern: Dort fielen der Polizei nach eigenen Angaben etliche Autos aus benachbarten Bundesländern auf, so dass man an den Ortseingängen Kontrollstellen eingerichtet habe. Allein am Samstag seien dort 65 Menschen aus 28 Fahrzeugen abgewiesen und zur Rückreise aufgefordert worden, teilte die Polizei in Rostock mit. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald richtete das Polizeipräsidium Neubrandenburg an den Zufahrtsstraßen zur Insel Usedom, in Wolgast und Ueckermünde sowie in Pasewalk Kontrollstellen ein. Die Polizei kündigte an, die Einhaltung der Corona-Regeln auch am Sonntag zu kontrollieren.
In Bayern wurde wegen des großen Andrangs bei sonnigem Wetter die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf gesperrt. Viele Menschen hätten dort am Samstag keine Masken getragen und keinen Corona-Abstand gehalten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Sie sprach zudem von einem „wahren Verkehrschaos“. Anwohner hatten sich über Falschparker beschwert.