Wegen „Gen Z regelt“-Protesten in Deutschland: Südkorea warnt eigene Bürger

Proteste in Frankreich: Demonstranten skandieren Parolen während einer Demonstration gegen steigende Lebenshaltungskosten. In Frankreich ging es mit den Protesten los.
Thibault Camus/AP/dpaDie geplanten Gen-Z-Proteste in Deutschland beschäftigen inzwischen auch ausländische Behörden. Das südkoreanische Außenministerium hat am 21. und 22. Oktober offizielle Sicherheitshinweise für seine Staatsbürger veröffentlicht. Hintergrund sind die bundesweit angekündigten Demonstrationen am Samstag, 31. Oktober 2026.
Die südkoreanischen Behörden empfehlen ihren Bürgern, bestimmte Versammlungsorte möglichst zu meiden. Dabei werden unter anderem Frankfurt am Main, München, Stuttgart, Hamburg, Bremen und Hannover ausdrücklich genannt.
Eine generelle Reisewarnung gegen Deutschland ist damit allerdings nicht verbunden.
Südkorea warnt vor möglichen Gefahren bei Demonstrationen
In einer Mitteilung vom 21. Oktober verweist das südkoreanische Außenministerium auf die Protestaufrufe der Jugendbewegung „Gen Z steht auf“. Die Initiatoren wollen unter anderem für bessere Bildung, bezahlbare Lebenshaltungskosten und mehr politische Mitbestimmung demonstrieren.
Obwohl die Organisatoren friedliche Versammlungen angekündigt haben, beobachten die deutschen Sicherheitsbehörden die Lage aufmerksam. Hintergrund sind unter anderem gewaltsame Ausschreitungen bei ähnlichen Protesten in anderen europäischen Ländern.
Die südkoreanischen Behörden raten ihren Staatsbürgern deshalb, am 31. Oktober die angekündigten Demonstrationsorte und deren unmittelbare Umgebung möglichst zu meiden.
Besonders deutlich wird die Empfehlung in den Sicherheitshinweisen für Frankfurt, München und Stuttgart. Wer sich dort dennoch aufhalten muss, soll die aktuellen Informationen der Polizei beachten und Demonstrationszüge nach Möglichkeit umgehen.
Auch für Hamburg, Bremen und Hannover gibt es Warnhinweise
Am 22. Oktober veröffentlichte Südkorea eine weitere Sicherheitsmitteilung, die sich insbesondere auf Norddeutschland bezieht.
Darin nennt die Behörde Hamburg, Bremen und Hannover als Städte, in denen größere Versammlungen geplant sind.
Nach Angaben der südkoreanischen Behörden hatten bis zum 22. Oktober bundesweit bereits mehr als 40.000 Menschen ihre Teilnahmeabsicht online bekundet. Dabei handelt es sich allerdings nicht um eine bestätigte Teilnehmerzahl oder eine offizielle Prognose der Polizei.
Die südkoreanische Mitteilung empfiehlt Reisenden und in Deutschland lebenden Staatsbürgern, die Lage vor Ort aufmerksam zu verfolgen. Bei erkennbaren Gefahrensituationen sollen sie den Bereich unverzüglich verlassen.
Situation wie in Frankreich unwahrscheinlich
Ob es bei den angekündigten Demonstrationen tatsächlich zu Ausschreitungen kommt, ist offen.
Die deutschen Sicherheitsbehörden bereiten sich auf mögliche Störungen vor. In Stuttgart erklärte die Polizei am 26. Oktober, dass inzwischen Hinweise auf mögliche Störungen vorliegen. Zugleich betonte sie, dass sich Personen aus dem Umfeld der Veranstalter ausdrücklich von Gewalt distanzieren.
Auch die Stadt Stuttgart sieht nach ihrer Mitteilung vom 27. Oktober keine konkreten Hinweise darauf, dass es zu Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich kommen könnte.
Die bundesweiten Proteste sollen vor allem auf Anliegen junger Menschen aufmerksam machen. Dazu gehören steigende Lebenshaltungskosten, die Bildungspolitik, Klimaschutz sowie die Debatte um die Wehrpflicht.
